|
|
![]() Neues Feld für Eva
290710 Der Bauer weiß, dass heute kaum noch jemand Bauer werden will. Hier erlangt man zuwenig Aufmerksamkeit. Mehr davon bietet der Berufszweig des Verkünders, also entweder Wettermoderator bzw. Tagesschausprecher oder Messias. Hier braucht man nicht zu wissen, sondern bloß zu glauben. Die Frage nach dem Berufswunsch beantwortet man heute immer öfter mit "irgendwas mit Religion". SeiteneinsteigerInnen mit abgeschlossener Berufsausbildung wie z.B. Tagesschausprecherin haben gute Chancen, eine Aufbaukarriere in Glaubensdingen zu starten. Hierzu braucht man nur die Facetten des latent religiösen Wortschatzes der Zuhörer aufrufen. Die neue Geißel Gottes heißt Eva Herman. Hallo! Geißel wird mit scharf s geschrieben! Die Geißel ist ein Strafinstrument und kein Standardprojekt im Umfeld alternativer Karriereziele - obwohl Eva Herman als Geisel Gottes zu sehen ginge vielleicht auch. Es würde nur kaum jemand Lösegeld zahlen. Die Opfer der Loveparade bezeichnet Eva Herman als Resultat einer Strafaktion Gottes. Der Begriff Opfer gehört zum Katastrophenvokabular unverdächtiger Nachrichteninstitutionen (Tagesschau) und wird bei Verkehrsunfällen von der Öffentlichkeit verständnisinnig angenommen. Es fehlt noch der Mut zur konsequenten Verwendung der Komplementärbegriffe. Am Beispiel Opfer ist es der Altar: Auf dem Altar der A4 wurden bei einem Frontalzusammenstoß zwei Opfer dargebracht. Eva Herman spricht nicht von Opfern, das tun schon die anderen. Sie spricht von Strafaktion. Sie wechselt die Perspektive. Ein religiös gemeintes Opfer ist keine Strafaktion, sondern ein Bestechungsversuch jenseitiger Mächte mit dem Ziel geldwerten Vorteils im Diesseits. Eine Strafaktion einer jenseitigen Macht dagegen ist der erzieherische Impuls für Verhaltensänderung im Diesseits. Die einen bitten um Verhaltensänderung, der andere erzwingt sie. Eva Herman hat einen unschätzbaren Vorteil, den bislang keiner erkennt. Eva Herman wirkt deeskalierend. Sie zerstreut negative religiöse Energien. Ihre Zuschreibung auf Gott als Katastrophenhintergrund ist ein deutlicher Wink an die Terrorzellen: Da, schaut nur hin, Selbstmordbomber sind hierzulande Verschwendung, wir besorgen die Opfer selber. Die latente Opferbereitschaft hat eine Wortführerin gefunden. Wie könnte man die Bewegung nennen? Jesuismus? Ist Eva Herman die erste Jesuistin? Christistin? Oder Messianistin? Aufrechter Gang
270710 Heute nimmt der Bauer den Tagesspiegel vom 10. Juli aus Berlin mit unters Herz. Ja und? Wahrheit ist Millionen Jahre gültig. Ein Anthropologe der freien Universität (wieso eigentlich frei? Und wovon?) Berlin erklärt den aufrechten Gang anhand neuer Hinweise. Der Urahn des Menschen sei nicht vom Baum geklettert, sondern dem Wasser entstiegen. Entsteigen klingt auch viel besser als runterklettern. Um die gehirnbildende Nahrung aus omega-3-Fettsäuren zu erlangen, müsse man sich Millionen Jahre lang im flachen Wasser watend fortbewegen und kommt gar nicht mehr zum Kriechen. Dokumentarfilme würden Schimpansen zeigen, die zum Muschelsuchen durch flache Gewässer waten und dabei auf zwei Beinen gehen. Sie finden offenbar als Kletterspezialisten weniger Beute als die Watprofis. Das Gehirn bleibt klein, der Kehlkopf auch. Verwünschungen flüsternd klettern sie wieder auf den Baum zurück und hängen frustriert in Astgabeln herum. Der Urahn des Menschen ist also einfach früher aus dem Baum geklettert. Dadurch konnte er die Muschelvorräte für sich erobern und ist aus Futterneid drunten geblieben. Rücktritte
250710 Wenn der Bauer den Heuwender anwirft, tritt er etwas zurück. Der Rücktritt an sich wird populär. Koch, Köhler, Kässmann, von Beust - man hätte denken können, politisches Kabarett habe endlich etwas bewirkt. Die Übeltäter sind endlich über die Fallstricke der Pointen und Fernsehbonmots in die Vergessenheit gestolpert. Aber jetzt tritt auch noch ein politischer Kabarettist selber zurück, Georg Schramm, gerade jener, dem man noch am ehesten die Veranlassung der erwähnten Rücktritte zugetraut hätte. Geriet er in den Sog der selbstverursachten Rücktrittswelle? Wären da nicht besser ein paar Kollegen dran gewesen? Vielleicht ist der Rücktritt an sich so ein Aufbäumen der Ü-Fünfziger, die nochmal richtig leben wollen. Dagegen spricht die Jugendlichkeit der neun von den elf frischeingestellten Lehrerinnen, die neulich per Schwangerschaftsstrategie zurückgetreten sind. Die werden allerdings auch weiterbezahlt. Sonst wären die gar nicht schwanger geworden. Bio Vanille
230710 Beim Bauern ums Eck hat der Supermarkt geschlossen, jetzt muss er zum dem andern Supermarkt, der noch billiger ist. Dort hat er ein Vanille Eis entdeckt, Bio, 500 ccm, 1,99.-, welches seit vier Tagen seine Hauptmahlzeit ist. Es schmeckt so gut, dass man kaum an das Bio glauben kann. Gestern in Odysso kam ein Beitrag zu natürlichem Vanille-Aroma, welches im Labor aus Sägemehl hergestellt wird, also Bio echt synthetisch. Dem Bauern ist das egal. Holz ist absolut Bio und ob sein Waschbrettbauch dann aus Hartholz oder Pressspan ist, merkt eh keiner. Waschmaschinenbauch
230710 Vom Waschbrettbauch zum Waschbärbauch. Der Mechanismus der Umwertung der Werte durch Reformen funktioniert in der Rechtschreibung genauso wie beim Bodystyling. Einfach die Latte tiefer hängen bzw. den Gürtel weiter schnallen. Gestern lief beim Bauern die Sendung Odysso. Potsdamer Forscher erkannten die Neigung zu Übergewicht als genetische Veranlagung, für die man nichts kann. Auf den Fotos der Nachkriegszeiten sieht der Bauer allerdings nur Dünne, obwohl die Dickmachergene laut Darwin schon da gewesen sein mussten. Prof. Ingrid Mühlhauser erklärt Übergewicht für gesund und deshalb dürfe man die Dicken nicht diskriminieren. Wenn Fettsein krankhaft wäre, dann schon? Ernährungsforscher Joost relativiert: der Fettanteil im Bauchraum sei gesundheitlich relevant und zwar negativ. Auch recht. Das da vorn am Bauer ist kein Bauch, nur nachgiebiges Bindegewebe. Solche Tatsachen könnten bei künftigen Befragungen durch die Krankenkasse wichtig werden. Die Wissenschaft stellt bislang fest, dass manche Mäuse veranlagungsbedingt schlank bleiben, weil die Muskeln erhöhte Fettverbrennung ausweisen. Diesen Mechanismus der angekurbelten Fettverbrennung mit Medikamenten auszulösen könnte Menschen helfen, ihr Gewicht konstant zu halten, verrät Privatdozent Dr. Hadi Al-Hasani. Dass die genetisch Fettleibigen dadurch erst recht diskriminiert werden, weil sie offensichtlich ihre Pillen nicht fressen wollen, sieht der Dr. Al-Hasani jetzt nicht so. Die ganz schnelle Fettverbrennung finden wir heute schon bei Extremgläubigen, die sich durch den Mechanismus blitzartiger Fettoxydation schlagartig wie im Paradies fühlen, mit Waschbrettbauch, umringt von 72 Jungfrauen. Hersteller und Garantie
230710 Der kurze Dialog aus dem amerikanischen Katastrophenfilm "Legion" offenbart dem Bauern ein nachvollziehbares Gottesbild - halt, Bildnis hie und da unerwünscht, sagen wir lieber Gottesverständnis: "Ich glaube nicht an Gott!", sagt ein Mensch zu einem Engel. "Kein Problem!", antwortet der Engel, "Gott glaubt auch nicht an dich." Gott ist wie Toyota: seit der letzten Rückrufaktion glaubt man dort auch nicht mehr an das eigene Produkt. Frontfrauen
220710 Nachrichten auf SWR mit Meldungen, denen der Bauer zustimmt: Baden Württembergs Wirtschaftsminister Pfister will mehr Frauen in Führungspositionen. Das klingt logisch. So könnte die Wirtschaft wieder schwarze Zahlen schreiben. Dass immer noch Männer die Lehrerstellenbesetzungen planen, wird ersichtlich, wenn am Gymnasium nebenan von elf neueingestellten Frauen nach neun Monaten gleich neun schwanger sind. Die neun Stellen sind wieder offen, aber das Geld dafür fließt jetzt in neun Privathaushalte. Frauen in Führungspositionen stellen nachweislich weniger Frauen im gebärfähigen Alter ein, weil sie sich die Schwangerschaftsstrategie leichter vorstellen können, als Männer. Mit Frauen in Führungspositionen im Regierungspräsidium oder an Direktorstellen könnte der Lehrermangel an den Schulen eventuell eher in den Griff zu bekommen sein. Der Bauer ist dafür: Frauen an die Macht. In guter Verfassung
210710 Der Bauer sieht es kommen: CDU und FDP wollen gegen ihre Überwachung durch den Verfassungsschutz vorauseilend Beschwerde einlegen. Gegen die grundgesetzwidrige Entsendung der Bundeswehr zu Kriegszwecken im Ausland liegen verfassungsrechtliche Bedenken vor. Die Anhaltspunkte von verfassungsfeindlichem Verhalten sollen so schon im Keim der Aufklärung bekämpft werden. Überzeugungsarbeit
210710 Gestern nacht war der Bauer auf Arte: Kurzfilme. Vor der Kamera stehen drei sehr folkloristisch gekleidete Pfeil-und-Bogen Ureinwohner, hinten hört man die Stimme eines Missionars, der laut Untertitel die drei zur Taufe überreden will mit dem Argument, dass Gott überall sei und alles könne. Er habe zum Beispiel die Autos gemacht. Was? Kommt dann Jesus vielleicht im Merzedes wieder? Oder im Sechser BMW? Bei den Staus überall? Der Missionar verfeinert die Argumentation: Gott habe auch die Flugzeuge gemacht. Also doch von oben, wahrscheinlich in einem dieser neuen Airbusse, von denen ein Emirat soeben Dutzende bestellt hat. Die Ureinwohner wollen Zeit zum Überlegen. Sie treten in der nächsten Einstellung aus ihrer Bambusjagdhütte, streifen weiße Hemden über und fühlen sich darin nicht wohl. Ob ihnen der Missionar dann eröffnet hat, dass Gott sogar das Ozonloch und den Klimawandel hingekriegt hat? Der Bauer war da bereits aus Arte ausgetreten. Aber jetzt weiß er: die unsrigen sind argumentativ mindestens genauso gut wie die mit den 72 Jungfrauen. Bauernsatire
190710 Der Bauer surft durch die offizielle Satirezeitung Titanic und wird auf die SZ katapultiert. Über ein Satirebuch über Westerwelle von den Titanic-Satiresöldnern Gärtner und Nagel schreibt ein Holger Gertz in seiner SZ-Rezension: "Westerwelle ist nicht mehr das endgültige Satireobjekt, er ist der Mann, der die ehrlich empfundene Politikverdrossenheit der Leute da draußen am deutlichsten personifiziert... Im Fragebogen sagt Westerwelle, sein Hauptcharakterzug sei Dusel, auch diese Einschätzung hat sich mittlerweile erledigt." (Für junge Erwachsene)HOLGER GERTZ. Genau das ist doch die Tarnung. Genau so funktioniert doch der seelische Bunker der Politiker, an dem die demokratiefähige Öffentlichkeit vergeblich ihre Granaten platzen lässt, solange, bis alle müde abwinken und heimgehen. Die Leute gehen immer noch wählen, aber keine Sau interessiert sich wirklich für diese Arschbratzen, weil sie zwischen den Wahlen dermassen blöd und enervierend langweilig rüberkommen, dass sogar Satiren über sie als unnötig definiert werden von der sogenannten intellektuellen Kontrollinstanz der kritischen Medienschaffenden oder besser: in den Medien schaffenden, wie dir, Gertz. Warum wird das sich über Phänomene wie Westerwelle lustig machen als " mittlerweile erledigt" hinuntergezogen? He, kapier das doch, Gertz, die da draussen haben den Mann (?) gewählt! Der ist völlig legitim Vizekanzler und wenn der Merkel was passiert, setzt er seinen Arsch auch auf dein Gesicht! Dann ist der Trottel Kanzler! Da kann der wirklich nix dafür, da sind so Leute dran schuld wie du! Normalbürger und zur Urne-Schreiter! Also verkneif dir endlich diesen satten Oberstudienratsbrustton, wenn es darum geht, wer ins Fadenkreuz von Satire gerückt werden darf. Und dann dieses Bravo-mäßige: "Für junge Erwachsene"! Wer Pubertierende dermassen ausgeschämt in die Funktion lobt, sollte am nächsten Münchener S-Bahnhof bei abgeschalteter Kamera mit einer Gruppe junger Erwachsener ausgesetzt werden, die erwachsen genug sind, gegenüber geeigneten Personen ihre momentanen Bedürfnisse direkt zu artikulieren. Nachher heisst es: "Hat sich mittlerweile erledigt." Herzschläge
180710 Kaum hockt der Bauer unter'm Herzchen, schon vermeldet der Browser, dass Brunner nicht an Tritten und Schlägen gestorben sei, sondern laut Verteidigung an Herzstillstand. Die Anwälte der beiden S-Bahnmörder sollten auf Notwehr plädieren. Das Herz von Dominik Brunner habe zuerst zugeschlagen. Brunner ist dann selbstverschuldet an Atemstillstand gestorben, weil das eigene Herz aufgehört hat zu schlagen. Ein Jota Menschenrecht
170710 Der Stöpsel ist drauf auf dem Bohrloch, jetzt wird es Zeit, dass woanders auch der Stöpsel draufkommt. In Der Neue Tag liest der Bauer in einem Interview mit Claudia Roth, diese sei bezüglich Afghanistan „nicht bereit, vom Universalitätsanspruch der Menschenrechte abzurücken, nicht ein Jota.“ Und weiter: „Wir müssen ein Ende der Gewalt erreichen, ohne die Opfer der Gewalt zu vergessen.“ Das klingt nach „wir denken ganz fest an euch, aber jetzt müssen wir gehen.“ Die KriegsbefürworterInnen scheinen kriegsmüde zu werden. Jetzt müssen die Taliban, also die Hauptberufsafghanen, nur noch auf die Idee kommen, ganz fest zu versprechen, dass sie die Schleier- und Burkapflicht fallen lassen. Das wäre genau das Jota an universellem Menschenrecht, welches für die Grünen zum Umfallen reicht. Dann wäre auch die Bundeswehr bald wieder daheim. Glaziolingus
170710 Bauer guckt Klimawandel auf 3Sat mit Schweizer Moderatorin: "Noch vor wenigen Jahren reichte die Gletscherzunge viel weiter ins Tal hinunter." Sagt sie in unnachahmlich berührendem Schweizer Tonfall und steht in ihrem Blazer vor dem Pult und jeder weiss: ob und was die weiter unten anhat, ist sowas von egal. Das kann ja keiner nachprüfen. Brauchen diese Moderatorinnen untenrum überhaupt noch was extra? Die haben doch schon das Pult an. Wenn einer was weiß, dann ist es der Gletscher, aber auf dem turnen jetzt Schweizer Gladiatoren - sorry, Glaziologen herum und bohren ihn an, stopfen Dynamit in die Eislöcher und messen die Explosionswellen. Statt dass mal einer eine Gletscherverlängerung durchführt. Eifersüchtige Hammel, diese Schweizer Glaziologen. He ho, leistet Widerstand...
160710 Gut, gegen Kernkraft zu sein, ist Siebziger Jahre. Aber bitte schaut den Bauern nicht so an, wenn doch mal was passiert. Der hat keines dieser terroristischen Zielobjekte in die Landschaft gestellt. Wir brauchen den Strom? Wofür denn? Dass auch nachts um drei deutschlandweit die Ampeln leuchten, weil die Trottel für einfache Verkehrsschilder zu blöd sind? Dass Millionen Tonnen an Festplatten standby am rotieren gehalten werden können? Dass die Klimaanlagen derart runterkühlen, dass die Belegschaft von Galeria Kaufhof im Sommer die Eingangstüren sperrangelweit aufreissen muss? Einverstanden, die reissen die Löcher auf, weil es ihnen drinnen zu warm ist. Dass es draussen noch viel wärmer ist, ist den Deppen scheissegal: „mach Tiä uff, i schwitz!“ Ok, der Bauer hat dann doch nichts gegen Kernkraftwerke. Bauerndichter
160710 Der Castorpanther (frei nach Rilke) Das Blech ist von dem Strahlungsdruck der Stäbe so mürb geworden, dass es nichts mehr hält. Selbst wenn's statt tausend nur ein Dutzend Stäbe gäbe, die Strahlung dränge trotzdem in die Welt. Die Kernkraft sei so sicher wie die Rente - Politikergeschwätz, das sich im Kreise dreht. Die Meldung von dem Leck sei eine Ente. Und Landschaft blühe, wenn ein Kernkraftwerk drin steht. Nur manchmal hebt der Vorhang der Canaille sich etwas an. Ein Journalist dringt ein, kriegt morgen eine Medien-Medaille, und übermorgen interessiert`s kein Schwein. Lehrkörperblase
160710 An dem baden-württembergischen Gymnasium, an dem der Bauer in einem früheren Leben als Söldner tätig war, wurden im letzten Jahr 11 Lehrerinnen eingestellt, neun davon sind jetzt schwanger und bald im Mutterschutz. Die beiden andern hatten sich nur als Frau verkleidet. Ein faires Mittel, sich der nevenden Unterrichtssituation zu entziehen: man wird dafür dafür bezahlt, dem Unterricht fernzubleiben. Diese offenen Lehrerstellen können nicht neu besetzt werden, weil das Geld dafür fehlt. Maßgebliche Stellen im Regierungspräsidium sind offenbar an Bildung interessiert, aber nur an der Bildung einer stärkeren Beamtenschicht durch genetische Zuchtwahl. Das Regierungspräsidium lenkt die Mittel für Bildung in die gezielte Reproduktion. In knapp dreißig Jahren können die genetischen Produkte des Lehrkörpers in den Schuldienst übernommen werden. Dann ist nicht nur der Lehrermangel behoben, sondern auch die Beamtenschicht im Lehrerzimmer bleibt homogen. Das ist der Darwinismus der umgekehrten adaptiven Radiation. Die Art breitet sich durch Anpassung der Umwelt an sich selber aus. Wenn dem keiner Einhalt gebietet - wer denn auch, Merkel? - durchwuchert die Lehrkörpergeschwulst das Finanzwesen, solange bis die Lehrkörperblase platzt. Dann bricht der Unterricht zusammen, aber das merkt keiner mehr, weil der Unterricht sowieso schon die ganze Zeit ausfällt. Ist der Papst katholisch?
150710 Es gibt Redewendungen und rhetorische Standards, aus denen wird kein Bauer schlau. Wenn einer bedeutet, das Hemd sei ihm näher als die Hose, löst das sofort den Na und? - Reflex aus und der Bauer denkt: mein Hemd ist mir jedenfalls näher als sein Hemd. Die Haare sind mir näher als die Mütze. Der Zahnschmelz ist mir näher als der Zahnbelag. Die Unterhose ist mir näher als die Hose. Das gegessene Schnitzel ist mir näher als vorher auf dem Teller, dagegen wird mir das verdaute Schnitzel schon morgen so fern sein wie nie zuvor. Was wollen die immer mit ihrem Hemd und Hose -Thema? Auf die Frage, was er da unterm Hemd trage, entgegnet der Ladendieb: die Hose ist mir näher als das Hemd und kommt damit durch. Oder das: ist der Papst katholisch, scheißt der Bär im Wald? Woher soll man wissen, was beim Papst im Personalausweis steht? Ist der Luther evangelisch? Der denkt vielleicht katholischer, als der Papst. Und der Bär vom Zirkus Krone darf garantiert nicht in den Wald, wenn er muß, sondern er macht ins eigene Zimmer, vor allen Leuten und dann heißt es wieder, schau, der Bär, die Sau. Was der Bauer nicht kennt
150710 Schlagartig haben sich in der Unterhautmalkunst im Nackenwirbelbereich asiaphiler Frauen chinesisch aussehende Schriftzeichen durchgesetzt. Man erkennt Motive aus den Speisekarten jener Restaurants wieder, die auch - im Gegensatz zu denen mit sogenannter gutbürgerlicher Küche - zu vernünftigen Zeiten jenseits von 12-14 Uhr Nahrung anbieten. Gutbürgerlich bedeutet: Küchenpersonal ist uns zu teuer, Essen gibt's drum nur zu Zeiten, die scheinbar mit dem traditionellen Rhytmus der Inkorporation von Nährstoffen in imperialistisch strukturierten Gesellschaften korrespondieren. Deswegen wirken chinesisch tätowierte Frauen so wild, so tabubrecherisch, so, als könntest du mit dieser Frau essen gehen, wann immer du willst. Jedenfalls von hinten. Da ist aber der Blickkontakt schon vorbei, da geht der Bauer halt alleine und bestellt, was er da soeben gelesen hat: Peking Ente süß-sauer mit drei edlen Gemüsen. Spannungsfeld
140710 Die Stromherren wollen unter sich Laufzeitverlängerungen von Kernkraftwerken versteigern. In der Hitzewelle der nächsten Tage werden die Flüsse so warm, dass die Kernkraftwerke (hoffentlich) automatisch abschalten. Der Hitzeschock wandert zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten. Hoffentlich tun alle Meiler brav mit. Wenn nur ein KKW havariert, werden die Manager der Energiekonzerne die ersten sein, die in ihr Reduite in Kanada abhauen. Und wir hocken da mit den ganzen Laufzeitverlängerungen. Man sollte besser Abschaltzeitenverlängerungen versteigern. Paulsfrage
130710 Wie der Bauern - Browser mitteilt, befindet sich das Wundertier aus Oberhausen kaum im Ruhestand, schon bestürmt die wahlmündige Öffentlichkeit den Kraken Paul mit privaten Fragen. Zum Beispiel: "Betrügt mich mein Mann?" Antwort Paul: "Was verstehen Sie unter Betrug? Den vollzogenen Versuch, auch ohne Ergebnis? Oder den vollzogenen Versuch mit Ergebnis? Ist es dann Betrug, wenn es für die andere schön war? Oder ist es erst recht Betrug, wenn die andere genauso wenig davon hatte wie Sie, also Doppelbetrug?" Die Öffentlichkeit schweigt, sie hat an dieser Antwort zu kauen und eigentlich weiß dieser Paul gar nichts. Warum fragt keiner die übriggebliebenen Muscheln? Million
130710 Mit einem "Herzlichen Glückwunsch an Ihnen" und "danke das Sie vertrauen an dieses E-Mail Lotterie Programm haben" gratuliert Herr Ben Javier und Frau Ana Miriam zur gewonnenen Euro Million. Schon wieder! denkt der Bauer, und: ich hab doch schon letzte Woche eine Million gewonnen. Ich glaube, ich spende die zweite Million an jemand, der sie brauchen kann. Wer will sie haben? Trulla trulla trullala
130710 Wenn der Bauer auf Reisen sich so ein Faltblatt im ICE hernimmt, die Kilometer zwischen den Stationen zusammenzählt und durch die Anzahl der gereisten Stunden dividiert, kommt man auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h. Dafür könnte man auch eine Münchner S-Bahn auf die Schienen setzen oder einen normalen Zug, bei dem jeder die Fenster noch selber aufmachen kann. Bei der Planung der ICE-Züge hat den Bahnentscheidern die flugzeugähnliche Ausstattung imponiert. Man gleitet dahin mit Tempo 300 durch extra hergestellte Tunnel, wenigstens ein paar Minuten lang, sieht nichts von der Landschaft, die Schaffner heißen Stewardessen, in der ersten Klasse kommt der Pappbecher zum Reisenden, inzwischen auch in der zweiten Klasse und man kann die Fenster nicht öffnen. Das ist wichtig für die Momente, in denen der ICE mit Hochgeschwindigkeit am ökologischen Gleichgewicht rüttelt. In den elektronischen Schaltkreisen des ICE hat sich künstliche Intelligenz gebildet. Wo Intelligenz ist, wächst auch ein ethisches Bewusstsein. Ab Tempo 300 bekommt der Zug ein schlechtes Gewissen und fällt aus. Klimaanlagen schützen nur das Klima der Fahrkarteninhaber. Das Klima der ausgeschlossenen Mehrheit wird geschädigt, das weiß der ICE und schaltet dann auch mal ab. Wenn Männer nicht in der Lage sind, die Richtung ihres Flüssigkeitshaushaltes zu kontrollieren, sorgt der ICE per Kriechstrom dafür, dass die Toilette ausfällt. Bist du zu blöd zum Hinhocken, musst du verkneifen. Handy schädlich?
120710 Der Bauer registriert mit leisem Erstaunen, dass junge Frauen nur durch die Stadt gehen können, wenn sie sich dabei ein Kommunikationsgerät an eine Kopfseite halten. Das Handy ist vielleicht sogar aus. Die jungen Frauen müssen heutzutage permanent soziale Kompatibilität zur Schau stellen, wie Lächeln, Lachen, Sprechen, Haare zurückwerfen, ostentatives Ignorieren zudringlicher Verkehrsteilnehmer. Möglicherweise finden sie sonst keine Partner oder werden gemobbt, weil sie niemand haben, der mit ihnen spricht. Dieses Zwangsverhalten erklärt die Gemeinsamkeit in den Kreideumrisszeichnungen, die man an belebten Kreuzungen in letzter Zeit immer häufiger auf dem Asphalt findet.
Feldtheorie
120710 Das zurückliegende Welt-Fußballereignis hat die meisten Fragen beantwortet, wie z.B. die nach der besseren Mannschaft, den meisten Torschüssen, den nachhaltigeren Fans. Nur eine Frage blieb offen: wann entstand die Abseitsregel? Neueren Theorien zufolge entstand die Abseitsregel noch vor dem Fußballspiel. Das Abseits liegt entstehungsgeschichtlich sogar noch vor der Erfindung des Balles. Kaum war der Fußball erfunden, lag er voll im Abseits, ohne dass jemand genau erklären konnte, warum. Deshalb entstand zügig die entsprechende Regel, deren Anwendung heutzutage durch eine Vielzahl an modernsten technischen Hilfsmitteln gewährleistet ist. Früher war der Erkennungsvorgang viel simpler, aber auch kritikanfälliger. Der Schiri hat gepfiffen- Abseits! - und die Fans haben auf der einen Seite geschimpft, auf der anderen Seite gejubelt. Seelische Traumata waren dabei nicht auszuschließen, die Spätfolgen bei Betroffenen sind bis heute noch nicht komplett abgesichert. Das Abseits einfach abzuschaffen gilt dennoch als kontraproduktiv, dieses Vorgehen würde den Fußball als Sport in den luftleeren Raum befördern, darin sind sich die Beobachter bislang einig. Jenseits des Seits liegt nun mal das Abseits. Ohne Abseits kein Seits. Seits oder Abseits, das ist hier die Frage und deswegen basiert der herrliche Sport der getretenen Bälle dauerhaft auf der Abseitsregel. Defizit als Grundwert
120710 Brachland wird gut bezahlt, der Bauer bekommt Geld fürs Nichtstun. Die Produktion von Defiziten findet im nichtstofflichen Bereich statt und ist ein der Herstellung von Realgütern gleichberechtigter Zweig der Wertschöpfung. Gefasste Mörder am Leben zu erhalten, um wichtige Erkenntnisse zu gewinnen bei der Bekämpfung von Unmenschlichkeiten führt im Erfolgsfall dazu, dass die ein oder andere Unmenschlichkeit nicht geschieht. Es dankt einem aber keiner. Die verhinderte Tat hat ja nicht stattgefunden. Das Berufsbild des Profilers erhält seinen Sinn durch die Schaffung eines Defizites. Die Bundeswehr soll durch ihre bloße Existenz einen Krieg verhindern. Keiner weiss aber, ob das daran liegt, dass die Bundeswehr existiert, oder ob bloss keiner was von uns will. Deswegen beteiligt sich die Bundeswehr immer wieder an einem Krieg, um das mal herauszufinden. Der Lehrer produziert Schulversager, die ohne seine Beurteilung keine Schulversager wären. Der Lehrerberuf ist ein Beruf, der Versager nicht nur absichtlich produziert, sondern in permanenter Weiterentwicklung seine Methoden der Versagerproduktion verfeinert. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt dagegen immer noch durch simplen Vergleich. Die Produktion von Defiziten in der Realindustrie erfährt bislang nicht die Reputation, die ihr zusteht. Hätten die Bankmanager statt laufend ihre Derivate zu produzieren und in Umlauf zu bringen einfach nichts getan, natürlich bei vollem Gehalt und sogar einer Nichtstu-Prämie von ein paar Millionen im Jahr, wäre keine Bankenblase entstanden. So aber werden Millionenprämien für Tätigsein bezahlt, die Folge ist die Beschädigung des Finanzwesens in Billionenhöhe bis hin zur völligen Entwertung. Bankräuber, die sich noch die Mühe machen, mit Sprengstoff und Schweissbrenner Tresore zu öffnen, sollte man ob ihres Eifers milde belächeln und im Ergreifungsfall zu Hauptgeschäftsführern einer Bank ernennen. So wird ihr Verlagerungspotential in die richtige Richtung gelenkt und statt mit einem Federzug ganze Volkswirtschaften zu ruinieren, dürfen sie hin und wieder den Tresor aufschweissen. Das Geldabheben bekommt eine persönliche Note, wenn der Chef das Acetylen andreht: Hundert Euro? Einen Moment, wir sind gleich durch. Geschmack
110710 Der Dortmunder Koch vom 28.4. hat Fahnenstangenflucht begangen und konnte erst knapp drei Monate später in einem ostwestfälischen Hinterhof gestellt werden. Seine Kleidung hatte er bereits ausgetauscht und der ganze Grünkohl war weg. Identifiziert wurde er an seiner voll erhaltenen - ja noch gesteigerten Hinweisbereitschaft.
Klimaanlage, städtisch
110710 Pädagogische Fachkräfte, die bevorzugt in Altbauwohnungen mit schlechten bis gar keinen K-Werten hausen, versuchen, mit den Ergebnissen strategischer Unterrichtsplanung die herrschende Sommerhitze in den eigenen vier Wänden zu bekämpfen.
Grundbesitz
080710 Gerlinde kann heute nicht kommen, wird dem Bauern mitgeteilt, sie habe eine Eigentümerversammlung. Den Bauern überrascht das nicht besonders, bis ihm nach einiger Zeit klar wird: ach so, stimmt, die hat ja jetzt eine Eigentumswohnung. Viele Köche
070710 Es ist 14 Uhr 15, im ZDF steht ein Koch inmitten mehrerer Helfer und das Publikum johlt vor Begeisterung sage und schreibe 2 Minuten lang. Dabei hat der Koch noch gar nichts gekocht. Die Sendung "Küchenschlacht" beginnt applausbedingt erst um 14 Uhr 17 und 42 Sekunden. Der Applaus verebbt endlich, der Koch gibt dem Publikum eine gute Note und lobt die Menschen für ihre Begeisterung. Leicht zu durchschauen. Die haben einfach zwei Tage nichts zu essen bekommen. Da würde ich auch jubeln, denkt der Bauer. Da kann der Koch kochen, was er will. Bauernschlau
070710 Laut Apothekenumschau hilft schon ein Blick auf den Boden, die Stärke der UV-Strahlung zu erkennen. Wenn der eigene Schatten länger sei, als der Körper, ist die UV-Strahlung schwächer. Klar, die Sonne ist dann ja weiter weg. Und wenn der eigene Schatten so groß wird, dass alles dunkel ist, dann ist die UV-Strahlung am schwächsten, denn dann ist es Nacht. Wortspielbauer
070710 Der Schwarzwaldbauer kennt den Titisee. Netter Wortstamm. Für die einen klingt das bloß lustig. Die anderen haben nur kurz in die Apothekenumschau geschaut und schon spielen sie mit dunkleren Elementen: lass die Virenforschung so weitermachen, dann entdeckt man nach A,B,C noch die Variante Hepatitis E. Wissen aus der Apotheke
070710 Fast jede zweite Woche steht der knapp ein Jahr alte Sharan seiner Nachbarin in der Werkstatt. Heute liest der Bauer in der Apotheken-Umschau, dass 44,9 Prozent der Deutschen auch dann zur Arbeit gehen, wenn sie krank sind. Das klingt nach Erhaltung negativer Energie. Fast 50 Prozent gehen krank zur Arbeit, dafür macht das Produkt die Hälfte der Zeit blau. Gleich neben dem Text zur Arbeitsmoral rät der Bundesverband Deutscher Internisten, sich im Urlaubsland nicht mit scharfer Klinge rasieren zu lassen. Wie? Was ist denn an stumpfen Klingen besser? Aber da kommt schon das Ergebnis: eine Untersuchung an der türkischen Universität Samsun habe ergeben, dass 7 Prozent der Rasiermesser mit Hepatitis-B Viren verseucht sind. Was noch interessiert hätte: aus welchen Urlaubsländern stammen solche Klingen? Bzw.: kann man die Virenlast umgehen, wenn man sich vor den andern Urlaubern rasieren lässt? Zusammen Altbauer
060710 Wenn der Bauer rüberguckt zum Altenteil, staunt er heimlich über die Lebensleistung von Seniorbauer und -bäuerin. Die sind zusammen alt geworden. Hört man sich um im Bekanntenkreis, was die Menschen zum Thema Ehe sagen, kommt unter der Rubrik Vorteile das Argument: zusammen alt werden. Da klingt Respekt durch vor den geordneten Verhältnissen von Eltern oder Großeltern. Die haben eine stattliche Anzahl von Zeiteinheiten in räumlicher Nähe ihrer Personen angespart. Gültig ist beim Ansparen neben dem echten Raum auch der ethische Kunstraum. Wenn der Senior z.B. erst gestern aus russischer Gefangenschaft zurückgekommen wäre, hätte das nichts an der Summe geändert, sie waren ja miteinander am Projekt beteiligt, sprich: verheiratet. Zusammen alt werden kann man offenbar auch aus der Distanz. Wer will, kann sogar nach einer Trennung weiterhin zusammen alt werden, die Tage vergehen dann ja auch nicht anders.
Zusammen alt werden wollen Verliebte oft, aber keiner von denen will zusammen alt sein. Sie verdrängen den Gedanken. Da wacht man eines Morgens auf und denkt, was soll ich mit diesem alten Körper? Das denkt man auch als Alleinstehender, aber als Paar hat man den alten Körper gleich doppelt.
Wenn dir jemand sagt, er will mit dir alt werden - Vorsicht! Vielleicht fühlt er sich dir bloß unterlegen und sähe dich gerne als Pflegefall. Dann kann er mit dir machen was er will.
Die Menschen haben es gelernt, auf ihr Glück zu warten.
Für viele ist es in unserer Epoche der zunehmenden Unschärfe in der Leistungsdefinition schon eine Leistung, einfach am Leben zu sein. Das bedeutet, jeden Tag einen Tag älter zu werden. Dies kann man in räumlicher oder emotionaler Verbundenheit mit einem Menschen tun, der durch die Gleichartigkeit dieses Lebenszieles Partnerfunktion erhält.
Zusammen alt wird man ja auch mit den Nachbarn, auch wenn die alle fünf bis zehn Jahre wechseln. Insofern haben haben viele Projekte gemeinsamen Alterns eher einen Nachbarschaftsstatus. Aber warum sollte das weniger wert sein? Man darf einfach das Weiterzählen nicht vergessen. Wenn du so alt geworden bist, dass dich dein Partner nicht mehr erkennt, sag halt, du bist der Nachbar. Wenn dein Partner so alt geworden ist, dass er sich selber nicht mehr erkennt, sag ihm, er sei sein Nachbar. Schönen Tag noch
050710 Heute, Montag früh auf der Raiffeisenbank, kam dem Bauern zu Ohren: "Schönen Tag noch!" "Dankschee." "Und schöne Woche!" "Ja, fä des wäds net lange!" Noch ist die Akzeptanz der Bevölkerung im Hinblick auf die sich anbahnende Ausweitung des schönen Wunsches realitätsentsprechend gering. Zellstoffbauer
050710 Nach der Eröffnung des Gesichtspunktes "Handelswege freihalten" entstand ein erneuter Diskurs über die Frage, warum Deutschland sich in Afghanistan engagiere. Plötzlich wurde klar, dass das öffentliche Einverständnis für den Kriegseinsatz in Afghanistan jahrelang durch die Begründung eingeholt wurde, dass deutsche Soldaten sich dort um Brunnenbau und Frauenrechte kümmern würden. Krieg wegen Schleierpflicht? Wenn tatsächlich öffentliche Zustimmung generiert werden konnte, dass man in einen Krieg einsteigt, weil anderswo die Frauenmode mehr Textilmasse erfordert, als hierzulande, dann kann das Argument: "Handelswege freihalten" auch nicht nachhaltig Schaden anrichten. Arbeitsplätze für die unsrigen und Freiheit für Bankenblasen ist ein ebenso legitimer Kriegsgrund wie Schleierbekämpfung. Wenn Deutschland den Krieg verliert, bringt das sogar Vorteile. Dann könnten die Besatzermächte das Kriegsziel neu rückdefinieren und die Rechte der Frauen auf gezeigte Schönheit umdrehen. Die Textilindustrie braucht dann wieder richtig viel Stoff, neue Arbeitsplätze entstehen für Weber, Zellstoffbauern, Wäschereien und die Hautkrebsrate bei den Frauen geht zurück. Moralianer
040710 In Heidelberg, eröffnet dem Bauern RNF, wurde ein neues Kilinikum eröffnet, mit dem Namen Ethianum. Der Moderator vom Rhein-Neckar-Fernsehen lobt das Konzept, das es "so noch nicht gab." Hier würden "plastische Chirurgie und ästhetische Chirurgie" verbunden. Neu daran ist offenbar, dass der Chirurg entscheidet, was schön ist. Ob dem Klient das Produkt gefällt, ist dann egal. Ethisch ist es auf jeden Fall, bzw. ethianisch. Anschaffkrise
030710 Auch in Bordellen hinterlasse die Wirtschaftskrise Spuren, erfährt der Bauer. In vielen Bordellen sei Kurzarbeit angesagt, meldet der Text auf RTL 2. Ja und? Kurzarbeit im Bordell war doch schon immer das tägliche Brot der Prostituierten. Bei der Wohnungsprostitution kämen bis zu 40 Prozent weniger Aufträge, wird weiter vermeldet. Eine Wohnung, die jeden reinlässt, tut das auch nur, weil sie muss. Der Zuhälter ist der, der nie aufmacht. Rindviecher
020710 Huch! Das Wahldebakel sei eine Merkelklatsche gewesen, schreibt dem Bauern sein Browser, eine Ohrfeige für die Koalition. Ja da legst di nieder. Da draußen gibts tatsächlich Naivlinge, die glauben, sowas macht denen was aus. Die Rindviecher stehen noch alle im Stall, oder? Führungskraftlos
020710 Das mutet den Bauern schon seltsam an. Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff verlässt Niedersachsen von einem Tag auf den anderen und nichts passiert. Niedersachsen bleibt Niedersachsen, kein Erdrutsch, keine Nachrufe. Ist denn ein Ministerpräsidentenamt dermassen bedeutungslos, dass man einfach so abhauen kann? Oder kommt es auf die Person an? Aufpasser
020710 Der Bauer guckt Arte und soeben kommt die Mahnung: "Passen Sie auf sich auf!" Toller Rat. Ich kann schon auf mich aufpassen, aber wer passt dann auf mich auf? Maulwurfhügel
020710 Maulwurfhügel können Schaden anrichten am Gerät, da muss man vorher zurücktreten und sichten. Ein Rücktritt ist auf jeder Ebene oft sinnvoll. Ein Bundespräsident mit Unterschreibschwäche kann Regierungsgeschäfte erheblich behindern. Möglicherweise kommen da Vorlagen auf uns zu, die ein Köhler immer öfter nicht hätte unterschreiben können. Aber das klappt jetzt sicher besser, dank Merkel-Maulwurf Gysi. Planwirtschaft
020710 Der Browser hats endlich geschafft, dem Bauer gehen die Augen über: dieser Wulff ist ja erst 51! Ausgerechnet die teuerste Variante von Bundespräsident hat uns die Merkel-Riege beschert. Für den müssen wir in fünf Jahren Pension bezahlen, jahrzehntelang! Ist Wulff Merkels Rache? Banani und Schali
010710 Im Fernsehen wurde dem Bauern soeben ein Parfüm ans Herz gelegt: "Bruno Banani made for men, der neue Duft für Männer, die sich nicht so ernst nehmen". Stehen die Frauen jetzt auf Spaßvögel? Dann kommt morgen das Parfüm von Bruno Bananenschali "to slip and to fall", der neue Duft für Frauen, die die Scherze ihrer Clowns verzeihen. Ölfeuer
010710 Auf dem Bauernbrowser erschien heut früh ein Ölbild: Mitten auf dem Ölteppich im Golf steht unter schwarzen Wolken eine große Feuersäule und drumherum liegen sieben oder acht Wasserwerferschiffe, die ihren Strahl direkt ins Inferno schicken. Diese Schiffe pumpen ihre Löschflüssigkeit aus dem umgebenden Meer. Vielleicht wäre der Brand längst aus, wenn die nicht andauernd Öl ins Feuer gießen würden? Gysi oder Gysi net?
300610 Der Bauer liest in der TAZ vor der Wahl: Linkenchef Gysi hat Gauck die Unterstützung verweigert, u.a. weil dessen Befürwortung des Krieges in Afghanistan nicht tragbar sei. Demnach befürwortet der andere Präsidentenkandidat, Wulff, CDU, den Afghanistankrieg nicht. Jetzt hat also dank Merkel-Maulwurf Gysi der heimliche Favorit der Linken gewonnen. Ob jetzt der Afghanistankrieg schneller aus ist? Ach quatsch, der Gysi weiss doch dass man mit CDU und CDU-Kandidat nicht aus Afghanistan rauskommt. Dem Gysi ist offensichtlich der Afghanistankrieg wurscht. "Wurscht!" sagt auch der Bauer und sieht, wie den Blumen am Wahl-Abend die Köpfe hängen, kein Wunder bei der Hitze und denkt bloß: Gysi oder Gysi net? Trauerarbeit
300610 Im Regal für Grußkarten sah der Bauer in der Abteilung "Trauer" eine Karte mit der Aufschrift "Aufrichtiges Beileid". Hätte nicht Beileid genügt? Der Bauer als Beieidsempfänger würde da sofort misstrauisch: wieso beteuert der da sein Beileid so explizit? War der nicht immer schon ein bisschen hintenrum? Von wegen aufrichtig. Dem nehm ich sein Beileid jetzt erst recht nicht ab, dem falschen Hund. Komm du mir zum Begräbnis! Waffenbauer
300610 Der oberste Gerichtshof der USA hat soeben das Recht auf Waffenbesitz ausgeweitet, liest der Bauer, der alte Schützenkönig. Müssen in Amerika jetzt auch die eine Waffe besitzen, die es gar nicht wollen? Nur keine Aufregung. In den USA sterben pro Tag ca. 80 Menschen durch Schusswaffen, das bedeutet: in zehn Jahren hat sich das Problem von selber gelöst. Sturmdiskussion
300610 Um den Literpreis beim Diesel drehen sich permanent des Bauern Gedanken. Ihn lockt das Autarksein durch alternative Energiegewinnung. Die tropischen Wirbelstürme erhalten ihre Energie durch die Kondensation der Luftfeuchtigkeit aus den über dem Meer verdunstenden Wassermassen. Wenn der Ölteppich im Golf das Aufsteigen von wasserdampfgesättigten Luftmassen behindert, könnte das die Entstehung von Hurricanes im Golf von Mexico erschweren. Es sei denn, der Hurricane gewinnt auch Energie aus fossilen Kraftstoffen. Ein zweites Ölleck auf der Nordhalbkugel könnte helfen, die Stürme zu verlagern. "Ich tanke heute bei BP!" "Ich geh lieber rauf nach Norwegen, da ist der Liter fünf Cent billiger." "Ach ja? Ich komm mit." Geländetauglich
280610 Geländekompatibel zu jeder Zeit- das spricht dem Bauern aus dem Herzen. Geländevan im Stadtgebiet, Mountainbike in der Fußgängerzone - die Menschen wollen eben durchkommen. Noch fehlt allerdings häufig die charakterliche und körperliche Kompetenz fürs Gerät. Letzte Woche um die Zeit, direkt vor der Münchener Bürotür vom Stoiber, war der Dienstwagen von Bund.Präs. in spe Gauck urplötzlich der Mountain für einen Mountainbiker. Der Mountain hat gewonnen. Der Dienstwagen-Fahrer war vom Timing her noch etwas schnell. Aber nur knapp: schon zwei Tage nach dem Unfall wurde per Urteil aktive Sterbehilfe erlaubt.
Es ist ein Schnitter
250610 Der Seniorbauer hört schlecht, aber dafür reichts noch: Schlauchdurchschneiden bei jahrelangem Wachkoma ist jetzt legal. Genügt hätte doch auch ein einfaches Nichtwiedernachfüllen. Totgesagte leben länger. Kaum werden die Grünen dreissig, wird Sterbehilfe erlaubt. Den offiziellen Sterbehilfsbeauftragten könnten die Grünen stellen: Rezzo Schlauch. An den Furten des Jordan
250610 Auch am Sonntag hockt der Bauer unterm Herz und wenn es regnet und weil die Zeitung fehlt, liest er gerne auch mal Sandwüstengeschichten in der Bibel. Z.B. wie gefährlich mangelhafte Flexibilität in diffamierender Konfrontation mit der eigenen Artikulation sein kann: Buch der Richter, 12,5-6 Gilead besetzte die nach Efraim führenden Übergänge über den Jordan. Und wenn efraimitische Flüchtlinge kamen und sagten: ich möchte hinüber! fragten ihn die Männer aus Gilead: Bist du ein Efraimiter? Wenn er nein sagte, forderten sie ihn auf: "Sag doch einmal „Schibbolett“. Sagte er dann „Sibbolett“, weil er es nicht richtig aussprechen konnte, ergriffen sie ihn und machten ihn dort an den Furten des Jordan nieder. So fielen damals zweiundvierzigtausend Mann aus Efraim.
Überlebt hat der Rest vom Stamm der Efraimiter wohl nur deshalb, weil nach zweiundvierzigtausend dokumentierten Fehlversuchen endlich einer auf die Idee kam, die Fangfrage nach "Schibbolett" zu verweigern: „Hä? Unversämtheit. So eine Sweinerei. Seiße. Mit euch haben wir nichts zu saffen. Tsüß!“ So ging der Rest der Efraimiter doch noch über den Jordan. Einschüsse
190610
Der Bauer hat als Schützenkönig schon einige Schießscheiben gesehen und liest unterm Herzchen, dass der 49-jährige, der auf seiner Flucht aus dem Gerichtssaal einen Anwalt erschossen hatte, jetzt in Utah hingerichtet worden ist. Fünf Gewehre waren auf ihn gerichtet, in einem war laut juristischer Satzung nur eine Platzpatrone. So sollte sichergestellt werden, dass jeder beteiligte Henker mit ruhigem Gewissen sagen kann: vielleicht war die Platzpatrone in meinem Gewehr, also habe ich keinen Menschen auf dem Gewissen. Auf dem Foto des Hinrichtungsstuhles sind rechts außen zwei dicht nebeneinander sitzende Ausschüsse in der Rückenlehne zu erkennen. Ja, das sind Ausschüsse, nicht Einschüsse, ihr Doppelklicker. Wer zählen kann, kommt somit auf fünf Löcher. Für wie blöd hält man bei Gericht die Öffentlichkeit? Soll man denken: Da waren in einem Gewehr zwei scharfe Patronen? Hier wurde keine Platzpatrone ausgegeben. Und das zu Recht! Am Rückstoss merkt doch jeder Depp, ob das eine Platzpatrone war oder nicht. Auch ein Henker will akkurat arbeiten. Ein Henker, der seine Aufgabe schlampig erfüllt, hat auf Lebenszeit ein schlechtes Gewissen, alle Kollegen nennen ihn "Platzpatrone" und er kann nie wieder korrekt henken. Außerdem hat jemand, der sich ohne Arglist, oder Aussicht auf geldwerten Vorteil bzw. unter niedrigen Motiven einen Fluchtweg freischiesst, wahlweise Anspruch auf fünf scharfe psychologische Gutachten, wovon eines in der Verhandlung platzt. Karrierekomet
160610 Als der Bauer Mesut Özil zum erstenmal im TV gesehen hat, war der erste Gedanke: Hey, jetzt spielt der Eckhard von Hirschhausen sogar bei der WM-Mannschaft! Aber dann kam der Name und alles war klar. So eine Karriere neben dem Kabarett hätte man ja auch mitbekommen. Zapfenstreichler
160610 Neulich kam es in einem Schloss in Berlin zu einem "Großen Zapfenstreich". Der Bauer kennt das noch vom Grundwehrdienst. Aber wie steht das mit dem mehrheitlich wehruntauglichen Durchschnitt? Bei Zapfenstreich denkt doch heute jeder an Odenwaldschule oder Mixa. Der Unterschied: bei der Bundeswehr kommt es erst zum Großen Zapfenstreich und dann sind alle im Schlafsaal, bei der Odenwaldschule war es umgekehrt. Staubauer
140610 Früher wurde einfach der Stau gemeldet, erinnert sich der Bauer. Heute versuchen die Sender, Menschen an sich zu binden, indem man ihren Befindlichkeiten Senderaum zugesteht. Staumelder sind Menschen mit Handy, Führerschein, Freizeit und Mitteilungsbedürfnis, die unbezahlt die Autobahnen auf und ab fahren, bereit, jederzeit auf Gefahren oder andere Fehlleistungen hinzuweisen. Personen auf der Fahrbahn! - wird oft gemeldet und da zittert die Entrüstung des Melders zuwischen den Zeilen: Die melde ich! Die Polizei tut ja nichts dagegen. Wartet nur, gleich kommt ihr im Radio! Dabei stehen die Leute nach dem Unfall eben neben der Leitplanke, wo denn sonst. Herumliegende Spanngurte oder tote Tiere neben der Spur bekommen Nachrichtenwert. Toter Fuchs neben der Fahrbahn. Der nächste Melder korrigiert auf totes Reh. Der dritte setzt sich durch mit Marder. Der neueste Tier-Hit kam letzten Freitag: Achtung, auf der A 8 befinden sich Enten auf der Fahrbahn. Die hat der Bauer selber gesehen. Auf der durchgezogenen Linie watschelte die Entenmama und nahe der Leitplanke vier Küken, also ordentlich und sicher. Als nächstes raste ein Rentner in das Auto einer Entenretterin, die gerade die Enten zur Leitplanke trug. Beide tot, Enten haben überlebt. Diese Meldung hat der Bauer nicht mehr gehört, denn da saß er schon beim Chinesen und bei Peking-Ente mit vier kostbaren Gemüsen. Tripel
140610 Diesen Sommer werden die Literaturliebhaber mit Tripelspannungsbögen verwöhnt. Der Bauer freut sich auf die Klinik-Thriller-Trilogie mit Doktor Penthouse: "Verengung, Verhärtung, Verödung". Der Theologiethriller für Leichtgläubige nennt sich: "Verkündung, Vergrabung, Verpuffung". Rechtzeitig zum Einundneunzigsten von M. R.R. erwartet den Leser das Intrigenspiel aus der Welt der Kritiker: "Verzettelung, Verhöhnung, Verriss" und als Nachtisch auf dem Nachttisch Johann Laberers neuer Kochshow-Reißer: "Verkostung, Verdauung, Verstopfung". Wer dann noch die Nerven hat, kann sie sich mit der Seelenstudie von Finanzwelttriebtätern ruinieren: "Verschwendung, Vergeudung, Vertuschung". Kulturdünger aus München
120610 Der Bauer hat es gesehen: München ist ein El Dorado für politische Kabarettisten. Hier gilt es bereits als politisches Kabarett, wenn einer den Franz Josef Strauss nachmacht. Wahrscheinlich hat sogar Helmut Kohl irgendwann in München sein Come Back. Aber erst, wenn er gestorben ist. Sandkasten
080610 Die FDP schreit "Wildsau", Sekretärinnenflüsterer Seehofer kontert mit "Gurkentruppe" und die Kanzlerin muß ein Machtwort sprechen. Irgendwann fangen die noch an zu kratzen und zu beißen. Der Bauer wundert sich nicht über den mangelnden Respekt vor unseren Politikern bei Menschen mit Migrationshintergrund. Wo die herkommen, bleiben Sandkastenspiele den Generälen vorbehalten und funktionieren wenigstens auch in der Realität. Sparwirtschaft
080610 "Sparpaket trifft Arme, Eltern und Firmen", liest der Bauer in der SZ-Schlagzeile und wundert sich. Arme und Eltern, das war klar, aber Firmen? Achso, die FDP ist ja jetzt auch dabei. Rücktritte getürkt?
030610 Der Bauer glaubt: Köhler, Koch, Käßmann, das war alles der Richling. Der macht bei seiner Sendung aus Zeitgründen gar nicht mehr mit, das sind alles die Echten. Vielleicht war Richling sogar Lena. Fossiler Strafenkatalog
030610 Der Bauer sieht es kommen. Versager haben künftig nicht nur die Blamage. Wenn das Flugzeug unserer Fußballer über dem Ozean abstürzt, werden sie auch noch geteert und gefedert. Rücktritt getürkt
030610 Der schlaue Bauer hat's gleich gemerkt: Köhler ist gar nicht zurückgetreten. Das war Mathias Richling. Der wird das in der nächsten Sendung zugeben und von der Leyen steht blöd da. Oder Christian Wulff. Oder wer auch immer. Wetterwandel
020610 Laut Bauernkalender wars früher im Dezember kalt und im August warm. Keiner hält sich heute mehr an die Reihenfolge. Eigentlich hätte es heißen müssen: Die Bombe ist geplatzt, Bundespräsident tritt zurück. Biowitz
020610 Biobauern wissen aus Erfahrung: Jahrezehntelang waren Umweltaktivisten die Spinner. "Hängt die Grünen, solange es noch Bäume gibt" - ein fast vergessener Brüller, Autor: Mehmet Scholl. Das können wir auch: Wenn der Golfstrom funktioniert, brauchen wir bald keine Öltanker mehr. Bio
020610 Alte Bauernweisheit: Ein Rücktritt ist nur Schwung holen fürs nach vorn kommen. Der Hauptenergieträger der Zivilisation ist Biomasse, zig Millionen Jahre alt und nicht richtig verwest. Eine Katastrophe hat zum Verschwinden der Dinosaurier geführt. Eine andere Katastrophe bringt sie uns gerade wieder. Rückzugskalkül
310510 Nach Koch und Köhler könnte der Bauer sagen: die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Damit will er nur die Taktik rustikal umschreiben, keinesfalls die Personen. Aber Köhler würde wahrscheinlich grad nochmal zurücktreten. Was steht da an in Deutschland? Was wissen die Entscheidungsträger? Wieso hat sich z.B. damals der Zumwinkel seine Rente in 12 Millionen in bar auszahlen lassen? Oder spekulieren die auf ein comeback und kommen grandios wieder, wie Käßmann? Verkehrsopfer
310510 Schon wieder ein Prügelopfer in Hamburger U-Bahn, meldet der Bauerbrowser. Hamburg erweitert den Fahrplan. Nächster Halt: Intensivstation. Der Bauer erwartet eine neue Facette bei Handygesprächen: "Schatz, wo bist du gerade?" "Bin gleich im Koma." Wieder typisch Regierung. Die Situation in deutschen Bahnhöfen eskaliert und die Bundeswehr verdrückt sich nach Afghanistan. Zombiekabarett
310510 Weil der Bauer mit den Hühnern raus muss, zappt er nur noch mal kurz zum WDR, wo unter "Schröder" ein Kabarettist nach Harald Schmidt Schema auftritt und den Günther Oettinger nachmacht. Minutenlang traut der Bauer weder Ohren noch Augen, dann kommt die Einblendung "Wiederholung". Ach so. Das ist doch mal hilfsbereit vom Sender. Für die ganz Müden "Wiederholung" hinschreiben. Am WDR könnten sich manche eine Scheibe abschneiden. Mamimam
300510 Der Bauer sieht sofort: Cem Özdemir spricht mit gespaltener Kotelette, linksseitig. Ötzi erklärt soeben bei Phoenix "Tacheles", es gebe eine Debatte im Islam, ob auch Frauen Imam werden können. Wahrscheinlich kommt das auch noch, glaubt der Bauer. Die heißen aber dann Mami. Tu das, Judas!
300510 Soeben erscheint dem Bauern der Programmhinweis auf Phoenix: "Helden und Verräter", nächsten Dienstag, zwanzig Uhr nochwas. Weiß nicht, denkt der Bauer. Gucken würde er lieber "Verräterhelden". Paarbindung
270510 Gestern im Teletext auf Kabel 5: "Seitensprünge festigen die Beziehung." Dachte sich der Bauer: ja, leider. Hessischer Saumagen
260510 Was wird jetzt aus Roland Koch, fragt sich der Bauer. Der kann doch nichts außer Ministerpräsident, für dessen Weiterexistenz mussten ja schon zwei SPDler umfallen. Vielleicht hat er beim hessischen Fernsehen Kontakte und bekommt eine Koch-Sendung. Fremde Scholle
260510 Der Bauer fragt sich: wie werden die faschistoiden Auswüchse bei der WM aussehen? Wenn im gemässigten Norden ein Schwarzer das Spielfeld betritt, kann es schon sein, dass aus der Hooligan Ecke Rufe nach Bananen laut werden, oder Gorilla-Gegrunze ertönt: "Uh, uh, uh, uh!" Was bekommen die einlaufenden Hellhäutler in Südafrika zu hören? Gar nichts? Weil die nichts rufen oder wegen dem Knalltrauma? Körperarbeit
230510 Der Bauer liest auf einem Fremdbrowser, eine Studie habe herausgefunden, dass Zimmermädchen, denen man sagt, ihr Job sei wie ein Fitness-Studio und hilft, Fett zu verbrennen, tatsächlich nach wenigen Wochen weniger Gewicht aufweisen. Der Bauer glaubt, dass als Nebeneffekt auch die Zimmer wirklich aufgeräumt sind. Kinolandflucht
220510 Gestern fand der Bauer Entspannung im Kleinstadtkino aber erst am Schluss. Vor dem Film "Sin Nombre" wurde er als reifer, notizenmachender Herr von den niedersemestrigen Mädels aus dem inneren Reihenbereich wiederholt vom Platz gescheucht, weil sie wie immer ihre Blasen nicht im Griff haben oder Glump zum Fressen kaufen müssen oder bloss aus Trotz. Im Film "Sin Nombre" wurde er mit der Dummheit niedersemestriger Mädels konfrontiert, die durch Eifersucht, verliebte Blödheit oder pure Existenz junge Männer Folter und Tod aussetzen. Nach dem Film "Sin Nombre" beim Rausgehen konnte der Bauer den immerhin politisch unkorrekten Kommentar eines mittelsemestrigen Mannes aufschnappen: "Da fährt man extra nach Heidelberg ins Kino, um sich eine Depression für den Rest des Abends einzufangen." Warum nicht gleich ganz ehrlich? Der Bauer hat sich nach dem Film extrem wohlgefühlt. Die Kneipen hatten auf, es hat nicht mehr geregnet, zu Hause gibts was zu essen, keiner scheisst einem ins Trinkwasser und weit und breit keine verliebten pubertären Blagen in Sichtweite. Nackter Leerverkauf
190510 Der Bauer liest im Finanzteil, die nackten Leerverkäufe seien jetzt lange genug Opfer gewesen. Das Parkett als Ort von Missbrauch des Finanzwesens; alle haben hingeschaut, keiner hat etwas dagegen unternommen. Nun hat die Kanzlerin gehandelt wie ein Profi: auf Intervention von Merkel wurden die nackten Leerverkäufe an der Börse soeben verboten. Die Leerverkäufe dürfen nur noch im Dessous gehandelt werden bzw. komplett bekleidet. Bischof Mixa wurde an der Börse als Nacktscanner installiert, er setzt alles Nackige sofort auf den Index. So entstehen die neuen börsengehandelten Indexfonds. Wenn der Bauer frühmorgens unterm Herzchen hockt, fühlt er sich wie ein Besitzer von offenen Immobilienfonds. Die hatten eh schon lange das Gefühl, ihnen hängt der Hintern an der kalten Luft. Kuckucksterben
190510 Die Wissenschaft kommt zum Ergebnis, dass der Klimawandel zum Aussterben des Kuckucks führt. Da ist nicht der Klimawandel schuld, weiss der Bauer. Der Kuckuck ist als Art durch eklatante Fehlleistung der Weibchen vom Aussterben bedroht. Wie bei allen Vogelarten ist auch das Kuckucksmännchen gern bereit, die Brutarbeit hälftig zu übernehmen, scheitert aber am Weibchen. Der männliche Kuckuck hat seinen Fruchtbarkeitsobolus erfüllt, hat ein super Kuckucksnest in Eigenarbeit hingestellt, aber nein, das Kuckucks-Weibchen muss die Eier stur in fremde Nester legen. Aus lauter Trotz und Rechthaberei gibt das Weibchen die Brut permanent außer Haus und das Kuckucksmännchen hat das Nachsehen. Und genau darum heisst es auch Kuckuck. Maikäfer Karl
180510 Auf dem Campingplatz des Bauern haben Jugendliche am Lagerfeuer gesungen. Der Bauer hockte dazu und lernte ein Lied, wo es um den Raubbau am deutschen Wald geht, der den Kindern mit einem Käfer an die Seele gelegt werden soll. So geht der Refrain: "Karl der Käfer wurde nicht gefragt, / er wurde einfach fortgejagt." Und das funktioniert! Die Kinder wurden beim Singen alle sehr betroffen. Im späteren Leben machen sie es wie ihre Alten: sie wohnen im Grünen und pendeln solange ins Graue, bis das Grüne selber grau wird. Dann ziehen sie dem Grünen hinterher, ein Raubbau ohne Maß und Grenzen, aber auch ohne schlechtes Gewissen, denn sie hatten ja Mitleid mit dem Käfer Karl. Wieviele Käfer wegen einer einzigen neuen Autobahnauffahrt da weggejagt werden müssen, interessiert keine Sau. Neben Karl haben auch andere Käfer unsere Toleranz verdient: "Kemal der Käfer hat nix kapiert / er wurde einfach integriert!" "Fatimah der Käfer war grad mal zehn / da musste er schon heiratén". "Abdul der Käfer war elfeinviertel / da trug er schon den Sprengstoffgürtel" "Käfersdottir wurde nicht gefragt / sie hatte der Vulkan verjagt." "Käfer John lebte arg verkürzt / er ist wegen Asche abgestürzt!" "Käfer Georgios hat sich beklagt / da wurde er aus der EU gejagt." "Käfer Juan findet das gemein / er wird schon bald der nächste sein." "Käfer Bernd hat als Superstar angefragt / doch Dieter Bohlen hat ihn fortgejagt" "Käfer Kevin war Ministrant / man hat ihn vom Altar verbannt." "Käfer Mixa hat am Stecken Dreck / da jagt man den Käfer Mixa weg." "Käfer Käßmann flog wegen Promille / na wenn schon? Es war Gottes Wille!" Relativ alter Sack
Neulich hat sich der Bauer ins ZDF gezappt, zu diesem bebrillten Naturphänomenmoderator, der so tut, als würden alle von ihm sagen: hey, bei dem kapierst du alles! Der kann so gut erklären, da wird alles so einfach - wobei das keiner mehr sagt, der ihm zugehört hat. Es ging um das Einsteinsche Prinzip, wonach jemand, der sich schnell bewegt, im Vergleich zu jemandem, der sich langsam bewegt, langsamer altert. Ein alter Sack, der in einer Rakete mit Fastlichtgeschwindigkeit unterwegs ist, kommt als alter Sack zurück, aber es merkt keiner. Was nicht mal Einstein gemerkt hat, geschweige denn dieser Besserwissi-Moderator: nicht nur die Zeit ist relativ zur Geschwindigkeit, sondern vor allem die Richtung. Wer auf der linken Spur der A 7 von Basel nach Hamburg heizt, ist am Schluss etwas weniger alt als die andern. Wer aber auf der A 2 von Hannover nach Dortmund fetzt, also von Ost nach West, arbeitet gegen die uns allen innewohnende Naturgeschwindigkeit der Erdrotation. Der sieht hinterher viel älter aus, trotz Raserei. Je schneller der Überholer, desto jünger die auf der rechten Spur. Am Abend ist es umgekehrt. Der muss auf der Rückreise alles rausholen, was aber nicht funktioniert, wegen der Baustellen. Wer also in Hannover wohnt, aber in Dortmund arbeitet, sollte morgens extrem langsam fahren und nach Feierabend voll zuschlagen. Da wirkt der morgendliche Berufsverkehr als Antiagingtherapie. Wer aber in Dortmund wohnt und in Hannover arbeitet, sollte umziehen. Kruzifixzirkus
150510 Das ist des Bauern Freude: heuer spielt wieder, wie alle zehn Jahre, der ganze Oberammergau das Leiden von Jesus nach. Die Menschen bringen sich voll ein. Die Männer träumen mit einsetzender Pubertät von einer Kreuzigung und dürfen sich nicht rasieren. Die Mädchen wahrscheinlich auch nicht. Sie träumen vor dem Einschlafen und auch tagsüber vom Herrn Jesus, würden sich aber auch mit einem Johannes zufrieden geben. Oder dem Oberammergauleiter. Und alles im Oberländer Dialekt. Dieses ganze schieche bayrische Ans-Kreuz-Genagel ist derart judenfeindlich, schon allein vom Dialekt her gehört der ganze Oberammergau wegen Antisemitismus geschlossen. Yökudldulliö
110510 Ein Besserbloggi mahnt die Welt auf dem Bauern sei'm Browser, dass Jökull als Jökudl ausgesprochen wird und auf isländisch "Gletscher" heiße. Gleich falsch. Der heißt auf isländisch Jökudl und auf deutsch Gletscher. Der Vulkan nennt sich "Eijafjalla" und werde als Ajafjadla ausgesprochen. Der zugehörige Gletscher heiße demnach Ajafjallajökull. Klar wird jetzt: der ganze Kerl leidet akut an Alafialla-jökulatio praecox und wenn er wieder normal ist, jubelt die Lufthansa und der Yeti. Hollera-Jökudldulliö. Feldkreuz
110510 Der Bauer wendet den Bulldog rasant immer kurz vorm Marterl. Einmal ist der Heuwender dabei umgekippt und die Zacken haben gerade mal den Steinsockel gestreift. Es funktioniert also. Aber das war sowieso klar, eigentlich braucht niemand so ein Kreuz zum dran glauben. Die niedersächsische Ministerin Özkan hat schon Recht mit der Ablehnung der Kruzifixe an Schulen. Ursprünglich ging es dabei um Bescheidenheit beim Beten, um die Einhaltung der Instanzenreihenfolge beim Bitten um Vorteile. Jemand, der den eigenen Sohn am Kreuz hängen sieht, ohne dass er etwas dagegen unternimmt, obwohl es ihm ein Leichtes wäre - bei dem brauche ich auch nicht um Hilfe anzufragen beim Liebeshändel mit der Banknachbarin oder bei der Matheklausur. Da bete ich erstmal zum hl. Pythagoras oder zur hl. Frau Dr. Sommer von der Bravo. Gibt's die noch? Mit den Heiligen ist es ja wie mit dem Jakobsweg. Alle paar Jahre wird ein Neuer entdeckt. Da ist der Moslem im Vorteil. Der geht beim Beten von Anfang an bewusst durch die Instanzen, Schritt für Schritt, während der Christ seinen Seelenmüll gleich beim Allerhöchsten ablädt. Aber kapieren wird er das wohl nie, ob mit oder ohne Kruzifix. Insofern ist es eh schon wurscht. Vernetzter Bauer
070510 Das i-phone hat ja zigtausende von Apps, beweist dem Bauern die ganzseitige Werbung in der Oberstudienratszeitung ZEIT. Apps? Sowas hat heute scheints jeder. Man könnte mit einem speziellen App seine Kontakte vernetzen. Der Bauer hat bloß zwei oder drei wichtige, aber die könnten sich dann gegenseitig anrufen. Mit einem andern App kannst du sogar Briefporto bezahlen. Per Handy. Wenn dir die emails ausgegangen sind, schick einfach einen echten Brief. Wie erkennt der Briefträger, dass das Porto per Handy bezahlt worden ist? Da blinkt auf dem Handy das Porto, man bappt das Handy mit Tesafilm auf das Kuvert und wirft den Brief ein. Wenn das i-Phone zurückkommt, ist es gestempelt. App kommt von Appendix, auf deutsch: Blinddarm. Alle haben sowas und keiner kanns brauchen. Sirtaki-Hallodri
060510 Da fragt sich der analytisch denkende Bauer: Woher kommt bei den Deutschen diese tief empfundene Ablehnung einer finanziellen Hilfe für Griechenland? Was würde ein Dr. Freud sagen? Ist es bei den deutschen Männern die latente Eifersucht auf den virilen Schönling, nach dem ihre Frauen schmachten? Ist es bei den Frauen die Sehnsucht nach dem virilen Schönling, die besonders schmerzt, wenn sie merkt, dass er eine andere hat? Der virile Schönling muss doch auch im Winter leben. Das kann die Billigurlauberin nicht akzeptieren, die zurück muss in die miefige Spiesserbude daheim. Vom Verstand her schon, aber nicht vom Herzen. Und jetzt, da der virile Schönling auf Almosen angewiesen ist, jetzt tät man es ihm gern verweigern und sich für all den eigenen Frust endlich rächen. Der deutsche Mann nimmt Genugtuung für entgangene Liebesfreuden mangels eigener Potenz durch emotionale Verweigerung der Euroüberweisung, die deutsche Frau rächt sich wegen Zurücküberweisung ihrer Person an den angeheirateten Potenzloser. Soll er doch gucken, wo er bleibt, dieser Sirtaki-Hallodri, hätte er mal besser mich genommen, das hat er jetzt davon. So eine blöde Schnalle, oder? denkt der Bauer. Aber er ist ja kein Analytiker. Ehre gebührt
030510 Noch immer hockt der Bauer mit der alten WELT unterm Herzchen: Die Karriere von Özkan signalisiere, dass Migranten in Deutschland "alles werden können, nicht nur Fußballnationalspieler", erklärt Niedersachsens Regierungschef Wulff. Was heisst da "nur"? Die latente Diffamierung unserer Leistungsträger muss ein Ende haben. Der Gedanke der gleichen Chancen wirkt sozial beglückend, birgt aber Brisanz. Wer garantiert, dass nicht irgendwann Familienehren beschmutzt werden, weil die Tochter bloss Ministerialrätin bleibt? Dass Migranten in Deutschland alles werden können, weiss der Bauer schon lange. An der Spitze des deutschen Finanzwesens sitzt mit Josef Ackermann ein Schweizer, an der Basis arbeitet der Schweizer Jörg Kachelmann gegen das Aussterben der Deutschen. Die Inhaberin einer deutschen Automarke wurde ebenfalls von einem Schweizer emotional in Form gehalten, den deutschen Fussball führt inzwischen ein Holländer zum Ruhm. Ehrlich währt und währt und währt
030510 Der Bauer hält Ehrlichkeit für die beste Währung. Sie währt und währt. Laut WELT hat Niedersachsens designierte Ministerin Özkan sich für ihren Kruzifixkommentar vor der Landtagsfraktion damit entschuldigt, sie habe das Interview ohne ausreichende Kenntnisse des Landes Niedersachsen gegeben. Wie schön. Politiker werden offenbar immer ehrlicher. Viele werden bald bekannt geben, sie hätten damals die EU-Gründung forciert ohne ausreichende Kenntnis der Beitrittsländer. Gyroskonto
030410 Mit einer eigenen Währung müsste Griechenland jetzt stark abwerten und einen Verarmungsprozess in Kauf nehmen, sagt der Kommentator im ZDF, durch den Euro würden wir mit drin hängen. Halt, sagt der Bauer, das stimmt so nicht. Den griechischen Euro kann jeder ganz klar unterscheiden vom französischen Euro oder dem Italienischen. Man muss halt ab jetzt genau hinschauen und aufpassen, dass einem keiner mit griechischen Euro herausgibt. Griechenland habe über seine Verhältnisse gelebt und sei in Wirklichkeit immer viel ärmer gewesen. Ob sich das mit den griechischen Milliardären genauso verhält? Sind Onassis und all die andern Reedereikrösi (-susse?) in Wirklichkeit bloß ein paar Millionen wert? Aber jetzt fließen ja bald die echten Euros. Ölfeldzug
290410 Wenn die Menschen nicht zum Erdöl kommen, kommt das Erdöl eben zu den Menschen. Aber statt in Automotoren und Kraftwerken wird das mexikanische Tiefsee-Öl momentan auf dem Meer verbrannt. Die Klimaerwärmung kommt voran, allerdings ohne Filter und Katalysator. Diesmal kommt der Flugverkehr wegen Dieselrußpartikeln zum Erliegen. Der Bauer rät der Ölindustrie, neben dem bloßen Anbohren von Lagerstätten Techniken für das Aufsaugen von Öl aus dem Meer zu entwickeln. Dann braucht man keine Tanker mehr, sondern kann den Ölteppich mit dem Golfstrom direkt nach Europa treiben lassen. Was der Bauer nicht kennt...
280410 ...geht beim Koch oft anders rum. Erst wollte ihm der eigene Grünkohl nicht schmecken, dann wollte er ganz abhauen. Erst nach massivem Zureden der Geschäftsleitung war der Koch willens, sein Produkt wenigstens vor dem Lokal dauerhaft zu loben. Auch wenn ihm der Grünkohl deutlich im Magen liegt. Hagel, konzentriert
280410 Der 20 Kilo schwere Eisklumpen, der browsergemeldet am Vormittag in Unterfranken einschlug, hat laut Luftfahrt Bundesamt eine zu reine Konsistenz, als dass er aus einem Flugzeug stammen könnte. Logisch. Wer sich auf die Bordtoilette richtig draufhockt, war ja schon immer selber schuld. Die Polizei glaubt an einen Eismeteoriten. Der Bauer tippt auf eine (vulkanbedingte?) Zusammenballung eines normalen Hagelschlages, der in konzentrierter Form den bayrischen Garten getroffen hat. Dadurch wurde immerhin ein weiträumiger Hagelschaden vermieden. Auch Tiere kommen in den Himmel
260410 Bei dem Halbmarathon sind tatsächlich welche mit Bibelspruch auf dem Rücken gerannt. Sehr riskant. Wenn Gott diese Einschleimer gesehen hätte! Denen hätte er sofort einen Krampf geschickt, und zwar ins Knie: "Hinknien ist noch kein Beweis - weder für einen Gott noch für einen Gläubigen, nur dafür, dass einer nicht mehr stehen kann" behauptet Ludwig Marcuse (1894-1971). Für den Menschen mag das zutreffen. Tiere sehen das anders.
Bauer sucht Weg 2010
Die Behauptung von Herrn Marcuse (s.u.), Knien sei ein Beweis für Nichtstehenkönnen, hat der Bauer heute empirisch widerlegt. Nach einem gitarristischen Lagerfeuerabend incl. 8 Bieren aus seltsam gedrehten Flaschenhälsen (Velde?) fand der Landmann ab 1Uhr30 jenen erfrischenden Kurzschlaf, der ihn heute morgen die Heidelberger 21 Kilometer unter 2 Stunden zurücklegen liess, und zwar genau um 14 Sekunden. http://www.sashalbmarathon.tsg78-hd.de/k_98ab/set.htmlDer Beweis für Nichtstehenkönnen ist demnach nicht Knien, sondern Sitzen. Beweis
240410 Heute wieder die ZEIT mitgenommen aufs Haus mit dem Herz und herzhaft wird gleich alles rausgelassen, wie es einem Bauern frommt. Als geistreich wird nämlich dem Bauern unter "ex cathedra" der Spruch von Ludwig Marcuse verkauft: "Hinknien ist noch kein Beweis - weder für einen Gott noch für einen Gläubigen, nur dafür, dass einer nicht mehr stehen kann." Wieso? Wenn einer trockenen Arsches auf seinem Professorenstuhl hockt, ist das doch auch kein Beweis, dass er nicht mehr scheissen kann. Aberglaube
230410 Der Bauer gehört zur glaubenden Schicht. Er glaubt, wenn Bischof Mixa deshalb ins Schleudern kommt, weil er mal jemand in den Oberarm geboxt hat, hätte man damals besser gleich die Polizei geholt. Dann hätte Mixa die Polizisten mit einem Knüppel verprügeln können, sowie mit Ziegelsteinen bewerfen und wäre Außenminister. Geld verbrannt
210410 Was hat der Bauer da munkeln hören: die Isländer hätten nicht nur unser Geld verbrannt, sondern uns dann auch noch die Asche geschickt? Ja, da lachen sie, die Publikümer. Vor allen Dingen "unser" Geld. Trotzverhalten
210410 Schon wieder Wildschweine im Acker - dem Bauern kommt das bald vor wie Trotzverhalten. Trotz gibts auch beim Menschen. Das Rauchen von Zigaretten beginnt man, um ein Trotzverhalten gegen autoritäre Instanzen, wie Lehrer, Eltern und andere Zeigefingerheber zu signalisieren oder / und um sich in der Gruppe der Gleichaltrigen hierarchisch emporzuschleimen. Das mit dem Schleim klappt schon relativ bald beim Abhusten. Wenn der Widerstand im Blut liegt, also praktisch angeboren ist, lässt sich das Protestverhalten auch jenseits der Pubertät nicht mehr abstellen. Altkanzler Helmut Schmidt ist ein aufrechter Widerstandskämpfer, das erkennt man daran, dass er sich unbeeindruckt von staatlichen Konsensi gern mit einer brennenden Zigarette zeigt. Jedenfalls dann, wenn irgendwo eine Kamera läuft. Ob er auch zuhause raucht, wenns keiner sieht? Möglicherweise raucht er auch im Wald, da siehts zwar keiner, aber es ist verboten. Zumindest im Sommer. Und wenn der Oberförster den Zeigefinger hebt, kann er sagen, dass die ins Kraut schießende Fruchtbarkeit der Wildschweine durch passiv Rauchen eingeschränkt wird, bzw. dass die chromosomal geschwächten Frischlinge ein baldiges Ende im Kindbett erwartet. Tigersau
200410 Bauernhäuschen, Herzchenlicht - auf Seite 13, TAZ vom 13.4., "Fünf Monate nach seinem Ehebruchskandal hat Tiger Woods erstmals wieder den Schläger in die Hand..." als ob das die Leute interessiert: Ehebruchskandale. Was die Menschen wissen wollen, ist nicht der Bruch, sondern der Eheskandal an sich: "Fünf Tage nach einem skandalös schlecht durchgeführten Ehevollzug nahm Tiger Woods seinen Schläger wieder in die Hand" - das hätte Nachrichtenwert. Aber Wutz heisst ja auch Ferkel, zumindest in Hessen. Problemdiesel
190410 Gute Nachricht für Traktorbesitzer und Halter von Problemdieseln: sie dürfen auch ohne Plakette wieder in die Innenstadt. Wegen Vulkantätigkeit wird die Feinstaubverordnung ausgesetzt. Kürzung
190410 Angst vor Gewalt am 1. Mai? Dann wird der 1. Mai eben gestrichen. Analog zur Sommerzeit wird der Kalender einen Tag nach vorn geschoben, der Mai fängt jetzt am 2. Mai an. Familienplan
190410 Das Morgenlicht fällt als herzchenförmige Säule in die Denkerzelle des Bauern und löst Logikkreisläufe aus. Der Plan, die vormalige Familienministerin Ursula von der Leyen zur Arbeitsministerin zu entwickeln, birgt logische Ästhetik. Erst sorgt man für die Bereitstellung von Humankapital und dann dafür, dass es auch verwendet wird. Ob die Realität mitspielt, ist sekundär - es geht nur um den Plan. Der stimmt. Pillenplan
190410 Das hat der Bauer geahnt: Aufgrund massiver Proteste nach Ruchbarwerdung hegt die Forstdirektion Zweifel am Plan, die Pille für die Sau auszulegen. Nicht zuletzt auch aus Furcht, die Proteste am 1. Mai zu radikalisieren, wird der Pillenplan geändert. Das Regierungspräsidium plant jetzt die Pille für den Keiler. Wildschweinschaden
180410 Ärztemangel, Lehrermangel - die Fachkräfte in Stadt und Land sterben aus. Auch der Flurschaden der Sauen auf dem Acker ist ein Zeichen des Mangels, denn jetzt nimmt im Wald der Jägermangel ernste Züge an. Ein befreundeter Jungjäger hat dem Bauern mitgeteilt, dass die Wildschweine im Wald inzwischen derart zugenommen hätten, dass man im Regierungspräsidium die Pille für die Sau in Erwägung ziehe. Wirklich einleuchtend klingt das nicht. Irgendwer muß doch dann auch darauf achten, dass die Säue die Pille regelmässig nehmen. Himmelspflüger am Boden
170410 Zum Glück, denkt der Bauer, konnte das Klima deutlich erwärmt werden, bevor diese Aschewolke aus Island mit ihrem abkühlenden Effekt den Frühling versaut. Hätte der nicht drei Monate später ausbrechen können? Dass Klimaschutz möglich ist, zeigt die Luftfahrtindustrie. Taub auf dem Ohr für Reduzierungsmassnahmen bezüglich Luftverkehr und unwillens, die Klimaschädigung durch weniger intensive Besiedelung des Luftraums zu mildern, weil „das geht nicht, wir brauchen jeden Flugkilometer!“ - macht der Vulkan jetzt halt komplett alles dicht und man sieht, dass es sogar ganz ohne geht. Landarbeit, Handarbeit
150410 Der Bauer empfindet den Stern immerhin angenehm glatt, er liegt gut in der Hand, egal wie alt. Im Stern vom 11.3. beschreibt der Stern-Berichterstatter in der Rubrik "Auto" seine haptische Erfahrung beim Betasten von Rennwägen so: "Man streicht über ein Bauteil. Alle Übergänge glatt wie ein Kinderpopo." Ok, viele können sich das nicht richtig vorstellen. Sie denken bei Wollunterwäsche eher andersrum: "Fühlt sich am Arsch so rau an wie die Hand vom Onkel". Immer muss es der Hintern sein. Wieso denkt nie einer an die Zartheit eines Gesichts? Prompt reagiert der Stern: schon am 18.3. outen sich dutzend Missbrauchsopfer mit vollem Gesichtsfoto auf der Stern-Titelseite. Relativ sicher
150410 Der Landwirt hat gelernt, mit der Unsicherheit des Milchpreises zu leben. Sicherheit ist relativ, das beweist Uli Hoeneß, Wurstmacher und Fußballpräsident. Vor drei Monaten hat er erklärt, er fahre nicht nach Südafrika, solange die Sicherheitsfaktoren nicht zu 100 Prozent geklärt seien. Zwei Sätze weiter: "...das hat man bei der Olympiade 1972 gesehen: der Stadt München würden olympische Winterspiele extrem gut zu Gesicht stehen." Hier wird die Realität im Brustton der Überzeugung weggegrätscht. Er sagt 1."München", 2. "Olympiade", 3. "1972". Weggegrätscht hat er: 1."Größtes", 2. "Terrorismus und Sicherheitsdesaster", 3. "aller Zeiten". Da könnte genausogut ein Westerwelle sagen: das hat man schon bei Tschernobyl 1986 gesehen: Deutschland würde eine Laufzeitverlängerung für Kernkraft extrem gut zu Gesicht stehen. Und jetzt will wieder keiner diesen Westerwelle gewählt haben. Viehdressur
140410 Wenn der Bauer seinen Viechern ein gefährliches Verhalten abgewöhnen will, reicht ein Klaps mit dem Stecken. Das funktioniert, ist aber bei Menschen verboten, weil keiner mehr damit umgehen kann. Ein Vater hat seiner vierjährigen Tochter zwei Ohrfeigen gegeben, weil sie auf dem Berliner Wochenmarkt einfach weggelaufen war. Dazu musste er sie erstmal wieder einfangen, deswegen gleich zwei Watschen. Das Gericht verhängte 800 Euro Strafe.
Ein körperlicher Impuls als Schock unmittelbar auf das Fehlverhalten wirkt als sofortiger Lernprozess auf das Verhaltensrepertoire des Kindes. Diese Erziehungsmethode ist aber nicht nur verboten, sondern das Bußgeld kann die Fähigkeit zu regelmäßigen Unterhaltszahlungen untergraben. Hätte er ihr den Klaps auf das Gesäß gegeben, wäre die gerichtliche Bewertung zur Zeit noch ungünstiger. Juristisch einwandfrei ist die unväterliche Methode, durch lauthalses Gezeter im Kind einen Schuldkomplex bezüglich des Fehlverhaltens hervorzurufen, ja, zu -schreien. Wieviele Kinder alleinschreiberechtigter Mütter aus Furcht vor der Blamage, ihrem herumplärrenden Elternteil öffentlich ausgeliefert zu sein, über rote Ampeln rennen oder sich auf Märkten verlaufen und von fremden Männern heimgefahren werden müssen, ist statistisch bislang nicht erfasst. Sternenvieh
130410 Der Bauer als geborener Skorpion findet, dass in der Rassismusdebatte schwerwiegende Punkte nicht beachtet werden. Zum Beispiel die Schadwirkung des latenten Rassismus in der Horoskop-Beilage in der Zeitung. Man kann nichts für sein Sternzeichen. Trotzdem hat der Skorpion bei den meisten Horoskopleserinnen keine Chance, weil ihm durch Geburt Rachsüchtigkeit und mangelnde Fähigkeit zum Verzeihen zugeschrieben wird: wenn einer für den heimlichen Vaterschaftstest prädestiniert ist, dann doch der Skorpion. Das bedeutet null Chance beim schwachen Geschlecht. Und alles bloss, weil sich die Eltern an einem bestimmten Termin (Fasching?) erkannt haben! Aber diese treulosen, verlogenen Fischweiber und Wassermänninnen können uns sowieso gestohlen bleiben. Geistige Zwangsarbeit
120410 Laut einer forsa-Umfrage wünschen 72 Prozent der Deutschen, dass Langzeitarbeitslose zu gemeinnütziger Arbeit zwangsverpflichtet werden. Solche Deppen, denkt der Bauer. Statt dass die Leute auf die Idee kämen, 72 Prozent der Bankmanager zum Nichtstun zu verpflichten. Gerne bei vollem Gehalt, aber einfach: nix machen. Das würde dem Staat bei der nächsten Bankenkrise viele Milliarden ersparen. Was macht eigentlich die jetzige Krise? Besiegt oder nur frühjahrsmüde? Landwirtschaft voll vernetzt
110410 Der neue Apple iPad Tablet-Computer soll sagenhaft flach sein, ist 24,6 cm lang, federleicht und hat eine Akkulaufzeit von bis zu zehn Stunden. Kostet aber bis zu 800.- EUR. Im Copy-Shop hat der Bauer jetzt im Sonderangebot ein ganzes Paket von iPads entdeckt, die sind noch flacher, noch leichter, genauso groß und die Akkulaufzeit geht gegen unendlich. 500 Stück für 3,99.- EUR, sogar lasertauglich. Wenn der Bildschirm voll ist, einfach zusammenknüllen und wegschmeissen. Man fragt sich, wie Apple dagegen anstinken will. Wie die Kuh zum Kalb
100410 Der Browser weiss inzwischen, wie er den Bauern lockt:"14-jährige Berlinerin brachte auf der Toilette ihres Elternhaus Kind zur Welt. Sie wollte von der Schwangerschaft nichts wissen...". So eine Meldung lässt das Leben von werdenden Grosseltern wieder spannend erscheinen. Die Tochter sagt, sie muss mal kurz zur Toilette und kommt mit Kind zurück. Da bleibt dem Opa der Braten im Halse stecken. Wenn sie schon nichts von ihrer Schwangerschaft wusste: "Ich weiss auch nicht, warum ich schwanger bin, da war doch nichts!" sollte sie zumindest die Betablocker vorher bereit gelegt haben. Wetterfroschlied
100410 Der Kachelmann, der Kachelmann, Den Kachelmann, den Kachelmann, bis Hildegard? Achso, nee, wart': Burn-out-after-reading
070410 Für das sogenannte Burn-out-Syndrom überzüchteter Städter hat der Bauer nur ein Lächeln übrig. Früher ging das härter zu. Im Mittelalter war das Burn-out Syndrom mehrheitlich Frauen vorbehalten und wurde von kirchenähnlichen kriminellen Vereinigungen verursacht. Heutzutage sind die Leute ja schon fertig, wenn sie die Gebrauchsanleitung vom neuen Medienspielzeug lesen müssen: Burn-out-after-reading. Klonwirtschaft
050410 Der Bauer interessiert sich für Züchtung und hat aus kalendarischem Anlass "Der Schatten des Herrn" von Case gelesen. Ein religiöser Forscher klont Jesus mehrere Dutzendmal aus genetischen Fingerabdrücken vom Turiner Leintuch. Der Umbra Domini setzt Killer auf die Jesusklone an. Logisch, wenn davon einer gross wird und echte Wunder tut, ist die Kirche weg vom Fenster. Bis auf ein Exemplar haben die Killer Erfolg. Am Schluss gewinnt aber der letzte Klon den Kampf und die Kirche ist geliefert. Falsch rum gedacht, sagt der Bauer. Hätte der Umbra Domini die Jesusklone einfach in Ruhe gelassen, wären diese irgendwann alle selber gegeneinander angetreten. Dann hätte der Stärkste gewonnen und Darwin wäre erneut bestätigt gewesen. Diese Gefahr ist bekanntlich für die Kirche das kleinere Problem. Milchmädchen
050410 Schon wieder das Columbo Quiz und die Frage ist so alt, wie die Autobahn. Der Bauer ist zu faul zum Wegzappen und schaut einfach der Werbung zu. Huch! Ist das nicht Rainer Calmund, der da aus dem Wald geschwabbelt kommt? Tatsächlich, und er trifft sich mit einer jungen Maid auf der Wiese. Die beiden werfen sich ins Gras und essen Joghurt. Und der Bauer hat immer gedacht, Joghurt macht schlank. Oder was? Schlaubauer
040410 Columbo wird soeben unterbrochen vom Columbo Super Quiz. Für wen arbeitet Columbo: 1. Mordkommission? 2. Autobahnpolizei? Die wollen scheinbar unbedingt, dass man es herausfindet. Das ist doch kein Quiz. Sowas kann man doch nicht fragen, das ist doch viel zu einfach. Da ist garantiert ein Haken. Das ist hundertprozent sicher, dass hier etwas nicht stimmt. Das ist zu einfach. Finger weg. Da macht man besser nicht mit. Nachher hat man irgendwas am Hals. Da geht man lieber erst mal aufs Klo. Ha, Autobahnpolizei, wie blöd. Haben die sowas überhaupt in Amerika? Glaubensfrage
040410 Diese Browsermeldung zu Ostern lockt sogar den Bauern: Ex-Bischöfin Käßmann habe sich auf ihrer Trunkenheitsfahrt von Ex-Altkanzler Schröder begleiten lassen. Dabei weiss doch jeder: Keine Sixpacks mit dem Ex. Zunächst wurde von einem jungen Mann gemunkelt. Wahrscheinlich kein einziges graues Haar auf dem Kopf. Jetzt sind die Exegeten des flotten Rücktritts gefordert. War es ein panisches Fallenlassen, ein schlagartiges Erkennen der möglichen Folgen? War es z.B. die Angst, eine langjährige Ehe zu zerstören, die Aussicht, sich damit einen alten Knacker ans Bein gekettet zu haben? Hilfe! Wenn dann bei der Predigt der von allen guten Frauen verlassene Ex-Mitfahrer anfängt, die Käßmann zu stalken, indem er jedesmal hundstraurig in der ersten Bank hockt! Alle bekommen Mitleid mit dem, egal, ob Ex-Altkanzler oder ein anderer junger Mann. Da baut sich eine Mauer stummen Vorwurfs auf: Führungsmitglied der evangelischen Kirche schuld am Zölibat eines alten Mannes! Noch dazu an einem unfreiwilligen Zölibat. Der wäre ja schlimmer, als die freiwillige Ehelosigkeit bei den ökumenischen Partnerbrüdern und -schwestern. Wetterman
030410 Der tägliche Wetterbericht ist dem Bauern heilig. Ein Fernsehmoderator wurde jetzt in Saudi Arabien zum Tode verurteilt. Vergehen: Hexerei. Er habe die Zukunft vorausgesagt. Möglicherweise hat der Wetterbericht gestimmt. Eisenbahn, schwäbisch
030410 "Bahn wirft Reisende aus Zug" lockt der Browser und begeistert klickt der Bauer drauf. Enttäuschung: der IC stand am Karfreitag in Marburg und war bloss völlig überfüllt, so dass einige Reisende draußen bleiben mussten. Ursache sei "erhöhtes Fahrgastaufkommen" gewesen. Unverschämtheit. Die hocken doch am Karfreitag alle auf der Autobahn im Stau! Die DB ist sich keiner Schuld bewusst: "Der Zug war nicht kürzer als sonst", so die Mitteilung der Bahn. Er war auch nicht länger. Warum auch. Ökobauer
030410 Dabei absolut öko. Lebendes Moos am Toyota Carina, seit km 200000. Bauer auf dem Mond
030410 Der gegenüber der Mechanik einfühlfähige, technoempathische Bauer war jetzt damit auf dem Mond und befindet sich auf der Rückreise: Toyota Carina, 1.Motor, 1.Getriebe,1.Kupplung. Verbrauch immer noch 5,9 l Super. So geht Autofahren, ihr Gasfußpresser. Stallgeruch
300310 Soeben fragt die Tagesthemensprecherin, was die Menschen zu Scientology treibe, "eine Kirche, die ihre Mitglieder mit kuscheliger Emotionalität an sich bindet." Ja eben, das kann man schon fragen. Da hätten die Menschen auch in ihrer eigenen Kirche bleiben können. Körperliche Arbeit
300310 Körperliche Arbeit hält der Bauer für das effektivste Anti-Gewalt-Training. Dass es auch anders geht, steht im Stern. Einer der Holigans, die 98 den französischen Polizisten ins Koma prügelten, hatte im Gefängnis ein Anti-Gewalt-Training durchgeführt. Im Interview (Stern 12/2010) erklärte er auf die Frage, wie er jetzt mit aufgestauten Aggressionen umgehe: „Das funktioniert. Runterzählen von zehn nach eins, durchatmen, daran denken, wohin mich mein letzter Fehler gebracht hat. Und natürlich das Bewusstsein, dass man jeden Menschen, egal welcher Nationalität, Hautfarbe und Gesinnung, als Menschen zu akzeptieren hat.“ Auf die Frage: „Auch Fans von Borussia Dortmund?“ kam die Antwort: „Ja, sogar diese Zecken.“ Dieses Training hat also funktioniert. Aber nur, weil der Holigan es absolviert hat. Stern:„Was wäre passiert, wenn sie damals nicht erwischt worden wären?“ „Dann wäre ich vielleicht immer noch dabei, außer, weil ich langsam zu alt bin“. Neben Anti-Gewalt-Trainings für erwischte Holigans könnte man über eine Altersgrenze von Zuschauern nachdenken. Auch Hooligans sind Menschen, egal welcher Nationalität, Hautfarbe und Gesinnung. Auch und gerade Alt-Hooligans, die nicht mehr so können, wie sie wollen. Für diese Bevölkerungsschicht könnte man Para-Hoolis ausrichten. Hier können sie sich gegenseitig aus- statt in den Rollstuhl prügeln. Hools mit Depressionen treten ohne seelische Aufheller gegeneinander an und müssen sich Witze erzählen. Wer lacht, war gedopt. Hooligans mit Burn-out-Syndrom feuern die Mannschaft an und die mit dem Tinnitus machen die Lieder. Planwirtschaft
300310 Jetzt wird es morgens später hell, aber das Herzchenlicht reicht dem Bauern für den alten Stern: Laut einer Forsa-Umfrage sind fast drei Viertel der Deutschen dafür, dass Langzeitarbeitslose zu gemeinnütziger Arbeit herangezogen werden. Unter diesen drei Viertel Deutschen sind wiederum fast die Hälfte selber arbeitslos. Die wollen die absolute Mehrheit. Der Plan ist klar: wenn der Markt für gemeinnützige Arbeit von Sozialhilfesöldnern überschwemmt worden ist, verlieren dort die letzten Bezieher von Einkommen ihre Existenz und können dem Heer der Arbeitslosen beitreten. So funktioniert Planwirtschaft. Wer weckt die Hühner?
280310 Der Bauer war kein Freund der Sommerzeit. Bis man sich vegetativ auf diesen Rhythmus umgestellt hatte, war es schon wieder Winter. Inzwischen ist es egal. Seit die Kühe weg sind und sich der Bauer nicht mehr wirklich an einem Wirtschaftsprozess beteiligt, der zu Bankenblasen und Immobilienkrisen führt, schläft er einfach solange, bis er von selber aufwacht. Heute wirft er einen Blick ins Tagebuch von 1983: ".Jetzt haben wir schon drei Jahre Sommerzeit. Wilfried war von Anfang an dafür. Sein Argument: 'Dann bleibt's am Abend eine Stunde länger hell! Das stimmt! Schau: alle Leute stellen ihre Uhr eine Stunde vor, dann ist es um 19 Uhr so hell wie um 18 Uhr, denn eigentlich ist es ja erst 18 Uhr - so haben die Leute am Abend eine Stunde länger hell!' Auf meine Frage, warum die Leute ihre Uhr nicht gleich zehn Stunden vorstellen, dann bliebe es am Abend zehn Stunden länger hell, ernte ich verständnisloses Dreingucken. Ich präzisiere den Gedanken: "Oder so: die Leute stellen ihre Uhr stündlich eine Stunde vor, dann wird's nie mehr dunkel!" Daraufhin wandte sich Wilfried ohne Worte seiner Karriere zu und hat es auch zu was gebracht. Kulturwiese
280310 Beim Betrachten der Wiese denkt der Bauer an den Rasensport. Eine Fussballweltmeisterschaft steht an, die Schwangerschaften werden wie im Jahr 2006 exponentiell zunehmen. Was wir ums Verrecken gern wissen wollen: wie funktioniert der Mechanismus, der die Frauen anno 2006 dazu gebracht hat, das zu tun, was sie getan haben? Werden Frauen williger, wenn sie sehen, dass sich auch Männer schminken? Kommt es auf die Farben an? Wirkt schwarzrotgold euphorisierend? Verwechseln das dann die Frauen mit aphrodisierend? Bleibt der eigenfinanzierte Vaterschaftstest auch nach der nächsten WM verboten? Der Mann, der das herausfindet, kann sagen: mein Harem ist Deutschland. Gut, das sagen unsere türkischen Freunde auch, aber die kriegen bald ihr Gymnasium und dann heisst es erstmal: "schau auf Heckscheibe. Abbi habbi." Da kannst du tausendmal sagen: Abitur schreibt man aber nur mit einem B. „Eegall. Habbi Döner-Abbi, is mit alles.“ Erhöht temporäres Nationalgefühl den Drang zur Vermehrung? Wissen die Menschen im Überschwang der Gefühle überhaupt, was sie tun? Nicht dass es dann heisst: "ich weiss auch nicht, warum ich schwanger bin, da war doch nix." Das ist die älteste Formel der Menschheit. Da war doch nix. Wenn die Beziehung weitergehen soll: "Ach Schatz, da war doch nix. Das war doch bloss Sex." Beim einen nennt man es Missbrauch, beim andern freiwillig gestaltete Freizeit. Wie kommen wir eigentlich dazu, unsere Kultur über andere zu stellen, die tausende von Jahren mehr auf dem Buckel haben. Es ist doch eigentlich ganz ok, wenn man die Weiber nicht auch noch selber schlagen muss. Odeln als Kur
270310 Ja hört das denn gar nicht mehr auf? Wenn der Bauer odelt, dann riecht man den Frühling, wie er wirklich ist. "Das macht die Lungen stark", war der Wahlspruch des Seniorbauern und der Kleinbauer musste tief durchatmen. Wird Nötigung zu Gesundheit strafrechtlich verfolgt? Odelwald
280310 Der Bauer weist auf einen Freudschen Verschreiber hin: „Odenwaldschule“. Gemeint ist natürlich „Odenwaldschule“. Ach du lieber Gott. Wie schnell sind heute religiöse Gefühle verletzt. Wie schnell ist heute ein Gefühl religiös... Sack- und Packgeschichten für die Leithammel
270310 Das Morgenlicht fällt durchs Herzchen und der Bauer wechselt vom Stern zur Zeit. Dieser gelackte Stern ist einfach zu glatt. Bei der Zeit hat man wenigstens was in der Hand und die Textur ist aufnahmefähiger. Wenn man in diese ganzen Sack- und Packgeschichten hineinschmeckt, von den Internaten unter katholischer Fuchtel bis zur Hodenwaldschule im "freundlichen" (Hartmut von Hentig, Die Zeit 25.3.10, S. 19) Gemächt-Griff der protestantischen Mafia, dann kommt es einem vor, als sei die sadistische Nötigung mit sexuellem Charakter nicht nur ein bewährtes Mittel der Leithammel unserer Pädagogik, sondern dazu auch noch das einzige. Man kann nur hoffen, dass die wenigstens Kondome verwendet haben. Nicht, dass da auch noch massenhaft Kinder verseucht worden sind. Ob man die dann wegen Mord drankriegen könnte? Endlich mal keine nackten Weiber
260310 Der Bauer findet auf dem Häuschen mit dem Herz in der Tür den Stern von letzter Woche. Die Titelseite ziert wohltuenderweise keine Nacktheit in der meist bevorzugten weiblichen Form. Diesmal wird Nacktheit auf der Meta-Ebene dargestellt. "Ich war elf Jahre alt, als es geschah" munkelt die Schlag- und Streichelzeile. Die Seite ist voll von Portraits ehemaliger Missbrauchsopfer. Die Frauen sind diesmal sogar deutlich in der Minderheit. Die Personen schauen einem in die Augen und nur vollkommen gefühlsarme Betrachter könnten jetzt den Stern einfach im Regal stehen lassen. Da drängen sich sofort Fragen auf. Warum treten diese Opfer erst jetzt ins Licht der Stern-Öffentlichkeit? Wie sieht ihr Leben heute aus? Bei wem war das Trauma generell schädlich und bei wem hat es als Lernimpuls die Karriere beflügelt? Die geballte Masse der Opfer, die einem hier ins Gesichtsfeld tritt, ist ins Bild gesetzte Nötigung. Dieser Stern nötigt jeden Menschen mit sittlichem Empfinden zu Mitgefühl, Toleranz und Weiterhelfenwollen. Und Wissenwollen. Wie genau war das mit der sexuellen Nötigung bei den Leuten? Was genau hat man ihnen angetan? Geben die ihre Erfahrungen unglückselig zwanghaft immer weiter? Sind die austherapiert oder geht noch was? Bald wird das auch keiner mehr wissen wollen. Die Opferwahrnehmungsbereitschaft zeigt bereits deutschlandweite Ermüdungserscheinungen. In naher Zukunft kommt der Stern mit anderen Gesichtern auf der Titelseite heraus. Da ist der Bauer vielleicht sogar mit drauf. Seelisch schwer Unbeschädigte, die heute noch darunter leiden: "Ich war schon 21, als es immer noch nicht geschah." Bauernopfer
250310 Als potentielles billiges Opfer schärft der Bauer seine Wahrnehmung für den Wandel der Darbietungsrichtlinien. Mit Jörg Kachelmann gewinnt der sexuelle Missbrauch eine neue Opferqualität. Erst standen die quasi geschlossenen Abteilungen am Pranger, jetzt kommen die Normalos dran. Erst waren es die, die den Opfern gedroht haben, sie kommen nicht in den Himmel. Dann kamen die, welche beim gemeinsamen Duschen behauptet haben, es gebe überhaupt keinen Himmel. Mit Kachelmann kommen die, die den Opfern damit gedroht haben, der Himmel falle ihnen auf den Kopf. Morgen werden 90 Prozent aller Ehefrauen ihre Beziehung als ein Stockholm Syndrom erkennen. Und übermorgen 90 Prozent aller Ehemänner. Dann bekommen die Klöster einen übermäßig großen Zulauf und alles geht von vorne los. Sie tanzten den Souflaki
220310 Der Bauer pfeift auf Urlaub, noch dazu in Griechenland. Für ihn ist es unbegreiflich, wie sich sommers in der Hitze Menschen in in engen Flugzeugen zusammenballen, um in noch größerer Hitze die arbeitsfreie Zeit zu verbringen. Laut einer Umfrage der "Finacial Times" lehnen die Deutschen Hilfen für Griechenland noch rigoroser ab, als Hilfen für Italien oder Spanien. Fast ein Drittel der Deutschen findet sogar einen Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone in Ordnung. Das ist wieder typisch deutsch. Erst lassen sich die Günstigurlauber jahrelang in Griechenland hinten und vorne bedienen, saufen den ganzen Gäste-Uzo weg und tanzen Souflaki bis zum Umfallen. Am Ende geben sie viel zuwenig Trinkgeld, klar, dass das Land pleite geht. Und jetzt, wo das schlechte Gewissen anklopft, verstossen sie das ganze Land wie einen Ex-Lover, wenn der Neue angebissen hat. Beim nächsten Griechenland-Urlaub glauben sie, alles sei wieder gut. Wartet nur. Stadtjäger
220310 Die Jagdmethoden in der Stadt unterscheiden sich deutlich von denen auf dem Land. Während dort Kimme und Korn das Geschehen bestimmen, wird im urbanen Revier viel diffiziler gepirscht. Im Mülheimer Stadtteil Heimaterde ist eine hochexotische Monokelkobra aus ihrem Terrarium entwichen. Nach zwei Tagen Suche hatte die Feuerwehr die Wohnung komplett entkernt. Mangels Jagderfolg wurde nun das Haus für acht Wochen entmietet. Im ganzen Gebäude wird Mehl ausgestreut, um Spuren sichtbar zu machen. Außerdem legt die Feuerwehr doppelseitiges Klebeband aus. Erfolg ist programmiert: Am Ende hat das Mehl die Kakerlaken des ganzen Stadtteils angelockt, die sitzen als tonnenschwere Biomasse auf den Klebebändern. Die Kobra hat eine neue Heimaterde gefunden. Der bekannte Katastrophen-Zeichner Zeller sieht schon, wie ganz Mülheim evakuiert werden muss, auf allen Straßen wird Mehl ausgestreut und Klebeband verlegt. Wenn die Schlange dann immer noch nicht gefunden wird, wird Nordrhein-Westfalen zugemacht. Ko-Existenz auf dem Land
210310 In Kotzenbach, Oberpfalz, findet jeder Waidhandwerker den Respekt, der ihm gebührt, ganz egal, ob er auf zwei Beinen geht oder auf allen Vieren. Hier bekommt neben dem Jäger auch sein treuer Begleiter ein zünftiges Dach über dem Kopf. Laut Anregung von Zeichner Zeller www.darvins-illustrierte.de könnte es sich um eine Jagdlist handeln: der Jäger versteckt sich immer in der unteren Hütte, damit das Wild glaubt, er sei nicht da. Die Frage ist nur: wo bleibt solange der Hund? Fachkundige Antworten erbeten.
Do not!
180310 Der Bauer weiss: das menschelnde Gefühl ist oft besser als kaltes Berechnen. In Amerika sind schon zwei Flugzeuge beim Start abgestürzt, weil die Leute zu fett sind. Der Bordcomputer errechnet die Kerosinzufuhr anhand der Personenzahl, anstatt dass er sie erfühlt: "Die geben mir zweihundert Personen ein, gefühlt sind das aber doppelt so viele!". So spart er Sprit und das Flugzeug kommt nicht richtig hoch.
Die Amerikaner leiden so brutal unter ihrer Fettsucht, sie reden schon mit Risikolebensmitteln. Sie sagen zum Kringel: "Ich beiss dich!" Der Kringel fleht um Gnade, hat aber Probleme mit der Aussprache. Statt "Do not!" sagt er "Do nut!" Der Ami kapierts nicht und beisst rein.
Para-Lumpen
160310 Richtigstellung. Beim Durchblättern beschleicht den Bauern der Eindruck, dass Stadtbewohner an dem Beitrag zum schokoladig sabotierten Diopter eines behinderten Biathleten vom 15.3.10 an der Vorstellung Anstoss nehmen könnten, wie sich eifersüchtige Krüppel gegenseitig ins Visier scheissen. Der Bauer widerspricht dieser Auslegung ausdrücklich. Der Beitrag war nicht der Versuch, den Para-Sport in welcher Form auch immer ins Lächerliche zu ziehen. Schon der richtige Sport als Demonstration eines Leistungswillens innerhalb einer Auswahl von eng umgrenzten Bewegungsabläufen ist an sich lächerlich genug. Der Para-Sport ist ein Gebiet, welches einer toleranzbereiten Mehrheit unter körperlich Vollausgestatteten die Tolerierung einer Minderheit körperlich anders Begabter erlaubt. Menschen, die sich in jenen Gefilden emporgearbeitet haben, in denen sich vormals ausschliesslich die körperlich Bevorzugten tummelten, Gefilde, die ja sogar per Definitionem die Institution gewordene Verehrung intakter körperlicher Ausstattung darstellten, haben dasselbe Recht auf einen Platz auf dem Siegertreppchen und ehrlichen Jubel. Toleranz ist eine Errungenschaft von Demokratie, freier Marktwirtschaft und Glaubensfreiheit. Wenn ganz offensichtlich seelisch behinderte Menschen sogar Regierungsgeschäfte übernehmen dürfen, warum sollen sich dann nicht körperlich Behinderte auf dem Siegertreppchen bejubeln lassen? Das ist ein klares Abbild unserer Zeit, aber das sind alles andere als römische Verhältnisse. Es gibt Lumpen und Para-Lumpen. Leistung muss sich wieder lohnen. Und wenn in der geschlossenen Abteilung ein seelisch besonders Begabter seine Wände mit der körpereigenen Farbe bemalt, ist das nicht als Sabotage gemeint, sondern als Kunst. Und vielleicht auch als Sport. Zulieferer komplementär
160310 Bremspedalprobleme: Honda ruft 400000 Autos zurück - mit diesem Meldungskleinod überrascht den Bauern sein Browser heute. Toyota kann seinen Bremsenzulieferer jetzt an Honda ausliefern und Honda seinen Gaspedalzulieferer an Toyota. Wenn alles klappt, werden bald perfekte Mechano-Hybride den Markt erobern. Oder Asien rast ungebremst ins industrielle Aus. Mit Essen gespielt
150310 Dem Bauern sind Lebensmittel heilig. Jede Zweckentfremdung liegt ihm fern. Der fünfmalige Paralympics-Sieger im Biathlon,Oelsner, hatte wegen eines braunen Fremdkörpers in der Visiereinrichtung das Finale verpasst und spricht von Sabotage. "Da war Schokolade, Karamell oder etwas ähnliches im Diopter", erklärte der favoritisierte Thüringer. Für die urbane Öffentlichkeit ist das beruhigenderweise die wahrscheinlichere Lösung. Für einen Bauern wäre Schokolade zu wertvoll, um sie im Dunkeln, wo es sowieso keiner sieht, an eine Zieloptik zu verschwenden. Die Bauerntaktik ist sportlich. Wie hier das Zielvermögen des Saboteurs gegen die Zielfähigkeit des Opfers ausgespielt wird, lässt den olympischen Gedanken hell aufleuchten. Friss oder stirb
150310 Was der Bauer nicht kennt, das nimmt er nicht zu sich. Reisende Bauern des Nordens bewiesen das schon vor vielen hundert Jahren. In Dorset im Süden Englands wurde ein Massengrab mit über 50 geköpften Wikingern entdeckt. Die Schädel lagen zum Glück auch dabei. Die Zähne wurden auf chemische Überreste von Speisen untersucht. Die Forscher konnten über die Essensspuren die Toten eindeutig verschiedenen Regionen Skandinaviens zuordnen. Vielleicht hatten die Wikinger ihre Abneigung gegen das Essen der Gastgeber unverhohlen zum Ausdruck gebracht und der englische Koch hatte keinen Humor. Oder der Humor war damals noch schwärzer. An die Grenzen gehen
150310 N-tv, Börse, 9Uhr20, Bauernpflichtprogramm. Die blonde Moderatorin ist wach und quicklebendig: „Jetzt frag ich mal Uwe unsern Korrespondenten! Der DAX hat die Grenze von 6000 Punkten erreicht, aber wie geht’s denn dann weiter, nach den 6000 Punkten?“ Der Uwe faselt was, hinter ihm rankt sich der DAX über eine Tafel, aber eine klare Antwort gibt er nicht. Für den Bauern liegt das auf der Hand: nach 6000 kommt 7000, dann 8000 und wenn der DAX bei 9000 liegt, könnt ihr gern wieder fragen. Stallbeschallung
090310 Zufällig hat der Bauer den alten Degenhardt eingelegt bei der Stallbeschallung und ist bei Väterchen Franz genauso ergriffen wie sein Vieh. Es gibt tatsächlich deutsche Liedermacher, die sich zu Recht so nennen. Die magere Begleitmusik weckt raffiniert die Bereitschaft zum Zuhören. Die dünne Begleit-Gitarre oder die klägliche Orgel bei Tante Threse - wie stark das den Text zur Geltung bringt. Im Kontrast zur Begleitung ganz im Vordergrund die harte Stimme, die Aussprache von einer seltsamen Klarheit, die dem dialektverdruckten Bauern sofort deutlich macht: hier hat einer etwas zu sagen und tut das auch. Wie - nicht mehr aktuell, sechziger Jahre? Degenhardt kann mit wenigen Worten starke Bilder erzeugen im Kopf. Das schaffen die rezenten Doppelklicker und Blog-Mitschwätzer bloss auf ihren Bildschirmen und brauchen dazu ein Grafikprogramm. Die können ja nicht mehr sprechen vor lauter Rechtschreibreform. Die Leute geben wohl Töne von sich, irgendwie strukturiert und nach Mitteilung klingend, aber die Gedanken sind derart unscharf und neblig, dass, wenn jetzt bald der CIA oder die Russenchinesen die Telepathie erfinden, dieses Gedankengeschwurbel keiner entziffern kann. Immerhin. Das ist der Vorteil der Rechtschreibreform: telepathische Abhörsicherheit. Moment - vielleicht liesse sich der Grönemeyer wenigstens telepathisch verstehen? Der ganze aufgedröhnte Sangesquatsch im Rundfunk könnte telepathisch als das erkannt werden, was er ist: aufgedröhnter Sangesquatsch, Komposthaufen für das Karrierewachstum untalentierter Redakteure und Intendanten. Bitte weiterforschen. Im öffentlichen Bärendienst
080310 Allmählich wird der Bauer daraus schlau, was Deutschland in Afghanistan will: keine Fehler machen. Wegen dem Oberst, der am 4. September 2009 die Tanklastzüge bombardieren liess, mussten der Generalinspekteur und der damalige Verteidigungsminister zurücktreten. Der neue Kommandeur ist Ehrenkreuzträger in Gold und Silber. Wenn er Kundus übersteht, wird er General, spekuliert die ZEIT: „Er darf nur keinen Fehler machen. Ein Fehler, das ist alles, was es in die Nachrichten schafft: tote Zivilisten, deutsche Särge.“ Ok, Kommando zurück: nicht wegen dem bombardierten Tanklaster gab es die Rücktritte, sondern wegen den Nachrichten. Der Oberst kann demnach nichts dafür. Das Konzept, nicht in Erscheinung zu treten, ist eine altbewährte Strategie und Voraussetzung für die Karriere im öffentlichen Dienst. Nun bekommt das Leben neuen Sinn. Vielleicht wird Bauer Herrmann bald General. Der tritt in Afghanistan sowas von nicht in Erscheinung, da kann sich jeder Heeresinspektor ein Beispiel nehmen. Und jetzt schau an: Bauer Herrmann ist der, der in Afghanistan von Anfang an nicht dabei war! Und das weiß auch keiner. Jawoll! Vom Gefreiten der Reserve zum General! Raus aus der Mottenkiste mit dem kleinen Dienstanzug und dem einen Streifen auf der Schulter. Da sitzen bald einige goldene Sterne drauf mit Eichenlaub...Stillgestanden vor dem Spiegel im Bauernschrank! "Rrrriiiecht oich! Augngng rrradeee-ausss! Mpaniiie - Rührrroich!" Hey, das klappt ja noch! Und so nach Brüssel marschiert und die Milch in den Gulli gekippt: "Prässentiiiert die Kanister! Kiiiipp-ausss! Uuund: kippzwodreivier - kippzwodreivier..." Bauer sucht Komplimente
070310 Beim Surfen schiesst der Bauernbrowser wieder mal übers Ziel hinaus und landet bei einem Fondmanager: http://aktienhandel.septfilles.ch/. Dort öffnet sich ein flotter Schweizer und fragt: "Hat dir heute schon jemand gesagt, dass du eine wunderschöne Frau bist?" Guter Trick. Der Bauer zum Beispiel ist zwei Hundertstel Sekunden baff von einer derart dreist in die globale Welt gesetzten Offenbarung der brunzbescheuerten Art und Weise, wie heutzutage der aufstrebende Schweizer Jungmann seine Bettkontakte anbahnt. Aber dann beruhigt sich der Landmann wieder und freut sich über das Kompliment. Der Sonntag ist gerettet. Handy gesund
070310 Laut Meldung der Oberpfälzer Zeitung "Der neue Tag" vom 20.9.09 können Kühe schon 2010 über einen Sensor den Bauern per SMS kurz vor der Kalbung alarmieren. Das Handy gehört heute zur Landwirtschaft wie der Misthaufen und der Bulldog. Handystrahlung soll nicht nur keinen Krebs auslösen, sondern auch Alzheimer verhindern. Wie hat die Wissenschaft das entdeckt? Hat man die langjährigen Handynutzer ohne Alzheimer gezählt? Oder hat man die Alzheimerpatienten gezählt, die behaupten, sie hätten kein Handy - sie wüssten nicht mal, was das sei? Die hatten tatsächlich kein Handy in der Hosentasche. Und auch in der Wohnung lag kein Handy herum. Die Forscher hätten mal in den Kühlschrank schauen sollen. Oder in den Brotkasten. Hilfsgüter
060310 Als Hersteller von Nahrungsmitteln ist der Bauer sehr darauf erpicht, kein Gramm Essen verkommen zu lassen, der Teller wird immer leergeputzt. Dennoch spendet die Genossenschaft immer wieder Lebensmittel für Katastrophenopfer und sorgt für den optimalen Transport. Die rumänischen Behörden haben neulich in einem bulgarischen Lastwagen, der Hilfsgüter für Erdbebenopfer via Antwerpen nach Haiti transportieren sollte, 100 Kilogramm Heroin sichergestellt. Dem Fahrer drohen nun bis zu fünfundzwanzig Jahre Haft. Die Bulgaren sind konsterniert. Da stehen die Völkergemeinschaften in der Not zusammen, jeder gibt, was er hat, und dann ist es wieder nicht recht. Kein Bauernkrieg
060310 Alle Käßmannexegeten werden keinen Bauernkrieg auslösen, auch wenn sie noch so herumeifern: Die Bischöfin ist nicht zurückgetreten, weil sie alkoholisiert am Steuer gesessen hat. Sie ist zurückgetreten, weil sie dabei erwischt worden ist. Und jetzt ist gut. Bloggerdiebstahl
050310 Immer wenn dem Bauern die ZEIT unverlangt in den Hof geworfen wird, löst er das Drumherumrederätsel vom Magazin und dann ist auch gut. Heute aber hat er auch vorne reingeschaut. ZEIT-Schreiber Martenstein hat die Texte von Plagiatorin Hegemann (17) mit denen des Texturhebers Blogger Airen (älter) verglichen und findet die Hegemannschen Änderungen besser: "Der Nette Fucker stand nackt in der Tür und wisperte: Hey Airen! Bleib ruhig liegen! Alles ok!". Das hat Hegemann draus gemacht: "Im Türrahmen steht der ausschliesslich in Boxershorts steckende Mottosweatshirttyp und sagt: Bleib ruhig liegen, es ist alles in Ordnung." Martenstein findet die zweite Version besser, weil "Mottosweatshirtträger" genauer sei als "Netter Fucker". Woher kommt diese Neigung zu völliger Fehleinschätzung der Wirkung von Sprache? Zu lange in der ZEIT? Im Gegensatz zu "Blöder Wichser!" bezeichnet "Netter Fucker" sehr genau die Bereitschaft der freundlichen körperlichen Zuwendung zum Zwecke gemeinsamer Ekstase. Das kapiert jeder sofort. "Mottosweatshirtträger" dagegen ist eine holprige, verquaste Wortzusammenstopfung, die sich jemand aus den Fingern gesaugt hat, weil ihm Lebenserfahrung und somit empirisch verinnerlichte Bildhaftigkeit der Sprachgestaltung fehlt. Das Verb "wispern" passt laut Martenstein nicht zu einem "Netten Fucker". Wieso denn nicht? Jemand, der seine Lautstärke der empfindlichen Situation des frühen Morgens anpasst, ist doch viel netter, als ein "Fucker", der ohne Rücksicht rausplärrt, dass er sein "Mottosweatshirt" nicht finden kann. Wie schlecht die Hegemann ist, wird spätestens dann klar, wenn sie den Fremdtext so umformuliert: "Man hätte dir echt die Gedärme aus dem Körper schneiden können, und irgendwann wärst du dann aufgewacht ohne Tasche und mit 'nem 2 x 2 Quadratmeter großen Arschloch." Da müssen die Kids immer gleich Gedärme rausschneiden, um Eindruck zu schinden. Der erfahrenere Airen schreibt: "Ich hätte dir echt den Blinddarm rausnehmen können. Wäre dir das im Club passiert, wärst du irgendwann ohne Handy und mit sooo einem Arschloch aufgewacht!". Das klingt viel eher so, als habe es jemand gesprochen. Da weiß man sofort: der Typ war bewusstlos, die Schwulen im Club nehmen sich gegenseitig gern die Handys weg und können sehr nett ficken. Auch ohne dass der andere dazu ja sagen muss. Martenstein verwechselt Beobachtung mit Vokabelrandale. Er findet, die herausgeschnittenen Gedärme und das Quadratmeterarschloch seien genauer beobachtet. Das ist genauso, wie wenn jemand kreischende Weiber als "interessant" bezeichnet, dabei gehen sie einem bloss auf die Nerven. Die überkandidelte Rausschneiderei und die hektarmäßige Übertreibung der Analdehnung sind schon nicht mehr an den Haaren herbeigezogen, sondern kindisch unaufgeräumte Schlampigkeiten im Bild. Die Sprachbeispiele der pubertierenden Hegemann wirken wie der Blick in das Kinderzimmer einer alleinerziehenden interessanten Frau. Sau oder Sauna
030310 Als Saunagänger und Hummerverweigerer aus moralischen und ökonomischen Gründen ergreift den Bauern diese Meldung besonders: in der zentralrussischen Stadt Kirow hatten Mitte Februar zwei Saunagänger das Kühlbecken versehentlich auf 100 Grad gestellt. In Erwartung einer Abkühlung sprangen sie in die Brühe und starben den Hummertod, sogar ein Augenzeuge konnte sie nicht retten, er schaffte es nicht, sie aus dem kochenden Wasser zu ziehen. Wenn jemand da nicht mehr von selber rauskommt, ist es sowieso zu spät. Aber gut verständlich, dass sowas passieren kann. Da dampft das Becken - na und? Das tut es immer. Man hält den Zeh rein - es fühlt sich an, als wäre es ganz heiss, so kalt ist es. Man will kein Weichei sein, man springt rein und die Kälte bringt einen fast um. Bis man merkt, das ist ja heiss! - ist man schon tot. Zum Glück muss man bei uns die Kühlbecken nicht heizen, eher kühlen. Trotzdem schaut man jetzt besser nach, ob es da einen Einstellknopf für Temperatur gibt. Und vielleicht darf man Hummer doch essen. Drauf und dran, Spiess voran...
020310 ...setzt aufs Klosterdach den roten Hahn! - so beginnt ein Kampflied aus dem Bauernkrieg. Nicht nur Jesuiten geraten jetzt ins Visier der Öffentlichkeit. Im Benediktinerkloster Wechselburg (Mittelsachsen) wurden laut ZDF-Text nun drei Mönche mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden. Die Aufgaben sind von normalem Gewicht und gesund. Zeitgleich haben Münchner Staatsanwälte im Zuge der Ermittlungen gegen Missbrauch das Kloster Ettal durchsucht. Die Hoffnung, die Täter in flagranti erwischen zu können, wurde enttäuscht. Gibt es einen Maulwurf bei den Münchnern? Autobahnbauer
020310 "Deutsche Autobahn senkte sich um zwei Meter ab ", meldete der Bauer-Browser. Es handelt sich um einen jüngeren Teil der A3 am Wiesbadener Kreuz. Ursache: 80% des Zements waren unter der Hand verkauft und durch billigeres Material ersetzt worden. Möglicherweise müssen jetzt wegen Absenkungsgefahr alle Nachkriegsautobahnen geflutet werden. Lachende Hühner
020310 Wenn so ein Gockel seine Rede hält, da lachen ja die Hühner. Allerdings nur hinter vorgehaltenem Flügel, sonst ist später die ganze Herumbrüterei umsonst. Der Mensch darf lauthals lachen, auf dem Sofa, vor dem Fernseher, wenn der Politiker spricht und erst recht, wenn er im politischen Kabarett sitzt. Soeben wurde der Westerwelle von den Linken als rechter Hetzer bezeichnet. Das ist nicht so tragisch, wichtig ist, was macht jetzt das politische Kabarett draus? Da hat der Bauer großen Respekt. Wenn politisches Kabarett etwas bewirkt, dann ist die Architektur der politischen Landschaft, wie wir sie momentan haben, eine Auswirkung von politischem Kabarett. Wer weiss, was da noch kommt. Wir hatten ja schon in der Weimarer Republik politisches Kabarett. Hüftkopfmotor
020310 Als technikbegeisterten Bulldogbastler interessiert den Bauern der glatte Lauf vom Kolben im Zylinderkopf. Wenn sich Riefen in der Zylinderwand bilden, frisst jeder Kolben fest. Mehr als zweihundert künstliche Hüftgelenke wurden jetzt vom Lorettokrankenhaus in Freiburg zurückgerufen. Ihre Besitzer müssen sich einer Inspektion unterziehen, es droht Entzündungsgefahr durch Metallabrieb. Möglicherweise laufen die Gelenkköpfe unrund und müssen überholt werden. Bei Überholvorgängen in der Fußgängerzone kann es zu Aussetzern kommen. Gefährdet sind dabei Überholender wie Überholter. Die Klinik sollte eine Fusion mit der Vertragswerkstatt größerer Automarken erwägen. So kann man in Zukunft die Rückrufaktionen von Mensch und Auto verbinden. Wenn nach der Inspektion der Patient mit 120 kmh in der Fußgängerzone überholt, muß er zurückgerufen werden. Dann wurde wahrscheinlich der Hüftkopf mit dem Zylinderkopf verwechselt. Gluckeninstinkt
260210 Wenn der Bauer morgens aus der Tür tritt und "guckguckguck" macht, kommen die Glucken in hellen Haufen angetrippelt, pickbegierig und eifersüchtig auf jedes Krümelchen. Die aufgeflogene Autorin Hegemann hat den Gluckeninstinkt sogar beim Menschen wachgerufen. Heute bei Iris Radisch, einer der älteren Nutzniesserinnen des weiblichen Kulturetablissements in der ZEIT. Die Medienwelt wird von Radisch als Männerwelt entlarvt, das Herrenfeuilleton mit Kirchenvätern verglichen. Die Kritiker von Hegemann werden als dreschendeTotschläger dargestellt, als "gelte es, die Roten Khmer " abzuwehren. Warum nimmt Radisch hier die Khmer? Warum nicht die Taliban? Die gäbe es heute noch... wie? Die binden doch den Frauen ein Kopftuch um und das ist ein politisch korrekter Grund, deswegen ein Land mit Krieg zu überziehen? Wo auch mal Tankwagen bombardiert werden? Mit vielen toten Kindern als Kollateralschaden? Achso? Deswegen nimmt Radisch also lieber die toten roten Khmer her? Das glaube ich nicht. Das wäre ja nicht nur saudumm, sondern perfide. Als weiteres Märtyrerbeispiel wird Elke Heidenreich angeführt. Die wurde von M.R.Ranicki getadelt und in der Folge "aus dem Männerfernsehzirkus ausgeschlossen". Schon neulich wurde eine Frau aus dem Männeraltarzirkus ausgeschlossen, bloß weil sie das Männerritual Alkohol am Steuer durchgeführt hat. Jetzt sind in Hessen tausende pflegebedürftige evangelische Schäflein ohne Trost und müssen ohne weihevolle Armausbreiterin ihrem schmucklosen Glauben nachgehen. Die Frauen erkennen in der Männerwelt nie den Zeitpunkt für die richtige Bewegung. Die eine haut sofort ab, die andere krallt sich solange fest, bis die gesamte Partei mitabrutscht, was zur Folge hat, dass Hessen von einem unsäglichen Gockel regiert werden kann. Was wollen denn die Frauen in der Männerwelt? In so einer Männerwelt haben ja nicht einmal Männer etwas zu suchen. Bauernherrgott
240210 Die evangelische (sowieso) Bischöfin Käßmann wurde betrunken am Steuer bei einer Rotlichtversündigung ertappt. Daraufhin trat sie vom Amt zurück. Der Bauernherrgott ist halt doch katholisch. Der ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein bedauerte in seiner Funktion als Vizepräses der Evangelischen den Rücktritt von Frau Käßmann. Für Beckstein und andere bayerische Ex-Ministerpräsidenten sind zwei Maß Bier am Steuer noch lange kein Rücktrittsgrund. Im Gegenteil: »Von mir aus hätte sie bleiben können«, sagt er, außerdem habe sie »ergreifende Predigten« gehalten. Eine etwas undeutlichere Aussprache nimmt strengen Worten die Schärfe und wenn die Person genau dann von der Kanzel kippt, wenn man es erwartet, kann man Wetten gewinnen oder fühlt sich zumindest total ergriffen. Der Rücktritt geschah demnach nicht, weil Käßmann beim Autofahren angetrunken war, sondern weil sie erwischt wurde. Das Hauptmotiv war also bloß Angst vor den Kommentaren der Comedians. Würde einem bayrischen Ministerpräsidenten nie einfallen. Höchstens das Zitat: "Herrgott, Margot, bisch du griffig!" (M.Weckesser, 1972) Erklärung
210210 Wenn der Bauer während der Tagesschau an der Steuererklärung herumtabelliert, öffnet das Unterbewusste unmerklich die Pforte zur Hölle der Freudschen Fehlleistungen. "Die Schwarzgeld der Bundesregierung...". Die? Wieso "die" und nicht "das"? Freudscher Verhörer. Gesagt wurde natürlich: "die schwarzgelbe Bundesregierung..." und so weiter. Kondome zu gross?
170210 Männer kaufen oft zu grosse Kondome. Wer glaubt, das liege daran, dass ihnen ihre Frauen immer zu kleine Kondome kaufen, liegt falsch. Einer Studie der Zeitschrift "Sexually Transmitted Infections" zufolge sind Pornofilme schuld, diese verzerren die Wahrnehmung der eigenen Größe. Einer der leitenden Wissenschaftler, Bill Yarber, folgert daraus, dass "Frauen keinen Penisneid haben, sondern Männer". Er schlug vor, deshalb die kleinste Kondomgrösse als "Large" zu bezeichnen, eine mittlere Grösse als "Extra large" und so weiter. Auf gar keinen Fall gross, mittel und extraklein. Das ist logisch. Und analog zur entdiskriminierenden Bezeichnung von Berufen wie "Bauer" zu "Nährstofferzeugungsmanager" könnte man die Verwender von "Large" zu "Multifunktionskompetenzenträger" aufwerten. Bauernkunst
120210 Ein anonymer Telefonbieter bezahlte auf einer Versteigerung in London Anfang Februar für die Skulptur "Schreitender" (Giacometti, Schweiz) 65 Millionen Pfund Sterling. Der Rekordpreis gilt Kunstgewerblern wie dem schweizer Kunst-Professor Beat Wyss als Widerlegung der "von Schadenfreude geleiteten Auffassung", die Finanzkrise habe auch dem Kunstmarkt den Weg zu mehr Demut gezeigt. Ach woher denn. Den Kunstmarkt hat doch schon die Altbauern-Oma Anfang der zwanziger Jahre im letzten Jahrhundert in die Schranken gewiesen. Die hat damals für ein einziges Brot hundert Millionen Mark bezahlt, da war der "Schreitende" noch gar nicht gegossen. Gockelrespekt
120210 Respekt erwartet der Gockel, weil er so schön krähen kann und eine überwältigende Mehrheit der Hennen zollt ihm denselben uneingeschränkt. Das weiss der Gockel, ansonsten würde er sein Kikeriki gar nicht erst anstimmen. Menschen zollen bereits Respekt, wenn jemand aus mehrheitlichen Erwägungen heraus gar nicht erst anfängt, zu krähen. Innenminister de Maizière (CD-Partei mit dem U) sieht keine Mehrheit für sein Ziel, die Bundeswehr auch im Inneren des Landes einzusetzen. Für die Einschätzung der aktuellen Mehrheitsverhältnisse zollt ihm der SPD-Innenexperte Wiefelspütz Respekt: »Er kennt die Mehrheitsverhältnisse.« Das ist so, als wenn man einem Fähnchen Respekt zollt, weil es sich richtig herum in den Wind gehängt hat. Ein politisches Ziel wegen ungünstiger Mehrheitsverhältnisse nicht anzugehen, ist die leidige Politikerpraxis, aber nicht respektwürdig. Statt dass einer den Maizière lobt, dass er der einzige ist, der die Rolle der Bundeswehr erkannt hat: Einsatz im Inneren. Laut Grundgesetz dürfen unsere Soldaten ja gar nicht raus. Das tun sie aber die ganze Zeit und deswegen zollen wir dem Maizière Respekt. Wenn man da nur nicht immer so viele Tasten drücken müsste bei dem Namen. Systempflegesystem
100210 Zufällig liest der Jungbauer den Beipackzettel von seiner Sporttaschenseife. "Speick-Woman: die natürliche Aroma-Systempflege." Wenn die Frau ihr System pflegt, dann auf natürliche Weise und mit Aroma. Frauen achten einfach mehr auf sich. Wir Männer sollten uns an ihnen ein Beispiel nehmen. Auch wir haben ein Recht auf Systempflege. Der olfaktorische Unterschied von Privatleben und Beruf erhebt den Menschen über das Stallvieh. Almenparadiese
100210 Das Heu wird der Kuh langweilig, sie freut sich auf die Wiese und der Bauer knüpft eine Assoziation zu Almen in paradiesischer Bergeinsamkeit im nahen Süden: Schweiz! Alle reden von der Schweiz-CD, bzw. fangen schon an, die Schweiz-CD zu vergessen. Was ist eigentlich aus der Liechtenstein-CD geworden? Inwieweit hat das wirtschaftliche Ergebnis der Liechtenstein-CD die Neuverschuldung bekämpfen können? Möglicherweise stünde Griechenland viel besser da, wenn man dort das CD-Geschäft nicht sträflich vernachlässigt hätte. Die Frequenz wird schnell steigen. Von der kohlgedeckten Schwarzgeldaffäre bis Liechtenstein vergingen mehrere Jahrzehnte, von da bis zur Schweiz grad mal zwei Jahre. Morgen kommt eine CD aus der Karibik und übermorgen müllt der Browser stündlich irgendwelche Namen auf den Bildschirm. Na danke. Easy Lanzrider
090210 Bandidos und Hellsangels, zwei der führenden Motorradinstitutionen, liegen laut Tagesthemen (ARD) im Streit und der alte Bulldogrocker spitzt die Ohren. Ist es ein Konkurrenzkampf um das bessere Sozialsystem? Beide Vereinigungen setzen sich intensiv für die Rechte Hinterbliebener ein, indem sie den Hinterbliebenenstatus jeweils an die Konkurrenz weitergeben. Bei den Bandidos bekommen Mitglieder zusäzlich einen Kredit für ein Haus bezahlt, sie bekommen Krankenbesuche oder Gedächtniszelte. Die Hellsangels sind die ältere Gang, haben aber das bessere Krankenhaustagegeld, verfügen über einen Fuhrpark an schweren Herz-Lungenmaschinen, samt Zitterausgleich im Lenker. Jetzt haben die Krankenversicherungen schon wieder die Beiträge erhöht, Personalchefs antworten nicht mal auf eine Bewerbung. Wer aus Hunger eine Frikadelle klaut, wird entlassen und ist sozial verbrannt. Wer das Schwarzgeld aus seinem Frikadellenhandel in die Schweiz bringt, wird höchstens auf eine CD gebrannt. Ich hab doch den Einser, denkt der Bauer, ob ich doch noch mal die NSU-Max aus der Scheune hole? Oder hat man mit zweihundertfünfzig Kubik keine Chance? Die lachen mich doch aus. Vielleicht sollte einer die Initiative ergreifen und eine neue Gang gründen, zum Beispiel die Heavendevils (bis 17 PS). Wer macht mit? Gasfußstütze
050210 Der Bauer klemmt beim Bulldog das Gaspedal immer extra fest, wenn der Acker lang ist.Toyota ruft jetzt Millionen Autos zurück, weil das Gaspedal klemmt. Die Besitzer haben den Schaden bislang gar nicht bemerkt. „Gaspedal klemmt? Ich dachte, das sei der Tempostat.“ CD-Partei
050210 Dem Bauern ist eines klargeworden: Eine Partei, deren demokratische Kompetenz auf Verpetzen und Bestrafen basiert, ist auf Datenmaterial aus dem Untergrund angewiesen und muss schon im Namen auf das Speichermedium hinweisen. Damit der Kriminelle weiss, wohin er die CD schicken muss. An die CD Partei mit dem U. Vergeltung
040210 Eine Kuh hat ein Gedächtnis, wie ein Elefant. Ein emotionales Defizit trägt sie dem Bauern lebenslang nach, rächt sich mit Fusstritten oder Störrigkeit. In der Politik der Menschen läuft es ähnlich. Wie die SPD Schwankungen langjähriger Zugehörigkeit vergilt: Lafontaine verlässt die SPD und verliert die Prostata. Müntefering bleibt in der SPD und gewinnt eine von 72 Jungfrauen. Schröder bleibt nicht in Deutschland, aber in der SPD und bekommt weiße Haare. Gabriel verlässt die Basis, bleibt aber in der SPD und bekommt Nahles (nicht ansteckend). Die andern kennt man noch nicht. Milchmädchen, linksdrehend
040210 Warum mal nicht das Milchmädchen fragen, wenns ums Geld geht, denkt der Bauer. Die Linkspartei hat das Entlarven von Steuerflüchtlingen als ein Konzept zur Haushaltssanierung vorgelegt: eine Aufstockung der Kontrollinstanzen um eintausend Steuerfahnder brächten dem Staat zehn Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen - pro Jahr. Finanziell sind die Linken offenbar noch nicht so weit. Würde man nämlich die Steuerfahnder gleich um zehntausend aufstocken, hätte der Staat schon hundert Milliarden Euro - pro Jahr. Die Kommunen könnten aufatmen. Aber so entgehen uns 90 Milliarden pro Jahr, weil die Linken nicht weit genug vorausdenken. Bauernschlau
020210 Die Musikindustrie behauptet, die CD sei als Medium tot. Das kann ein schlauer Bauer so nicht gelten lassen. Dass man mit einer einzigen CD Millionen machen kann, beweist jetzt eine CD aus der Schweiz. Kalorienvergleich
"Ihr wichtigster Verbündeter beim Abnehmen ist Ihr Körper", liest der Bauer im Stern 04 /2010. Hier wird verschwiegen, dass der schärfste Gegner beim Zunehmen derselbe Körper ist. Das vorgestellte Tabellenwerk zum Energieumsatz heißt "Compendium of Physical Activities Tracking Guide", ein Forschungsergebnis der Univesity of South Carolina. Unter der Rubrik „Anstrengende körperliche Arbeit“ verbraucht eine Landwirtin mit 85 kg Eigengewicht 3550 kcal am Tag, der genauso schwere Bauer bringt es schon auf 4220 kcal. Vielleicht wurde bei ihm ein Kalorienvorschuss eingerechnet, er muß ja nachher auch in Brüssel die Milch wegschütten. Eine Frau von 85 kg verbraucht bei der täglichen Schreibtischarbeit 2260 kcal. Ein Mann von 85 kg verbraucht bei der täglichen Schreibtischarbeit aber schon 2970 kcal. Offenbar sind höhere Löhne für Männer irgendwie gerecht. Arbeit im Gehen/Stehen, Kellnerin, 85 kg: 2800 kcal; Arbeit im Gehen/Stehen, Kellner, 85 kg: 3450kcal. Fast ein Viertel an Energie mehr als eine Frau braucht hier der Mann für seinen Beruf. Einer Frau sagen die Gäste nicht so gern, dass das Essen nicht schmeckt. Das verlängert den Laufweg für männliche Bediener, sie bringen das Essen fast doppelt so oft zurück. Eine Frau bringt das Essen überhaupt nicht zurück. Auch der Geschlechtsverkehr wurde energetisch kalibirert. Sex verbraucht bei einem Körpergewicht von 70 kg 50 kcal, bei 85 kg 60 kcal. Anscheinend kommt es nicht darauf an, wer oben ist. Nebenbei kann man den Partner zu einer kalorisch bedingten Verbesserung seiner Performance motivieren. Für 30 Minuten Staubsaugen benötigt man bei einem Körpergewicht von 85 kg 150 kcal, aber wahrscheinlich nur, wenn man den Staubsauger dabei weglässt. Politikcomedy
310110 Den Bauern freut es, wenn seine Tiere grunzen oder muhen, auch wenn er nicht versteht, was gesagt wird. Der wahlmündige Bürger kann das nachvollziehen. Über eine Million mal wurde der Englischbeitrag vom scheidenden Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Oettinger, angeklickt. Restdeutschland hat sich anscheinend halb totgelacht. Wieso eigentlich? Die Baden-Württemberger sind wahlmündig, die wissen schon, was sie tun, wenn sie zur Urne schreiten. Sie lachen halt gern unkompliziert: Oettinger ist kein Politikkabarett. Höchstens Politikcomedy. Wetterfühlig
290110 Nicht nur Landwirt ist ein Beruf mit Wetterabhängigkeit. Heut hat es geschneit, schon heißt es: LKW-Stau auf der Bundesstrasse bei Bernkastel Kues. 20 LKW habe sich quergestellt, meldet der Verkehrsfunk. Aber doch nicht gleichzeitig, oder? Einer steht quer, ok. Da sagt sich der zweite LKW Fahrer: da vorne steht einer quer, da stell ich mich dazu. Der Dritte denkt: hey, da stehen zwei quer, ich mach mit! Der Vierte: Klar, bin dabei. Der Fünfte: Aber bitte nicht ohne mich! Der Sechste sagt sich, dass er jetzt auch nicht vorher rechts ran kann, da hupen die von hinten vielleicht. Jeder siebte LKW-Fahrer hat Abitur. Der Siebte sagt sich: A-Quadrat plus B-Quadrat in Klammer hoch zwei gleich A-Quadrat minus zwei AB plus B-Quadrat. Davon nehme ich jetzt die Quersumme - bin schon da. Und so weiter bis zwanzig. Das alles aufschreiben und als Streetstoryroman rausbringen. Kann man querlesen. Naturstall
230110 Als Stallinhaber kümmert sich der Bauer permanent um die Bedürfnisse seiner Bewohner. Wie machen es die Tierenutzer ohne festen Wohnsitz? Deren Stall ist die Natur. "Jagdzeit - den Walfängern auf der Spur" heisst der Film, den Trailer kann man anklicken. "Wenn er mir seine Lippen hingehalten hätte, dann hätte ich ihn geküsst," sagt der Mann, der soeben fast einen Wal gestreichelt hat. Stalkingopfer wissen, dass Streichler zu Küssern werden, wenn man sie zu nahe ranlässt. Dann drohen Herpes, Leberzirrhose, Schweinegrippe und überhaupt großes Ekelgefühl. Vielleicht stranden deshalb immer mehr Wale? Reisen bildet
210110 Statt zu reisen hört der Bauer Nachrichten: Die Griechen haben zugegeben, sie hätten in ihr Bruttosozialprodukt auch Prostitution und Schwarzarbeit eingerechnet. Starker Lernprozess. Viele haben bislang gedacht, das sei das Bruttosozialprodukt. Ja und nochmals Ja
210110 Der alleinstehende Bauer hat die Macht und klickt auf ARD, Traumschiff. Diese Wahl hätte ihm eine Frau sowieso nicht streitig gemacht. Auf dem Traumschiff hat Sandra, seit acht Jahren mit Michael verheiratet, hinter dem Rücken ihres Mannes mit dem Kapitän einen zweiten Hochzeitstermin für sich und Michael ausgemacht. Als sie Michael ihren Plan eröffnet, stimmt dieser ohne weiteres zu und Sandra weint vor Glück. Offenbar heiraten Frauen wegen der Form, Männer lassen sich dafür aus inhaltlichen Gründen scheiden. Die Scheidungsquote liegt hierzulande bei 50%. Das wiederholte Trennungsglück für Scheidungspaare - ein neuer Markt: "Schatz, wie wäre es mit einer Traumscheidung auf dem Traumschiff?" Da kann man danach auch wieder heiraten. Imitierte Nahrung
180110 Mit einer Meldung zu Schummelfleisch will den Bauern heute morgen der Browser schocken. Dabei weiss doch jeder, dass Nahrung inzwischen nur aus Imitaten besteht. Die echten Lebensmittel wandern als Protestmasse vor Brüsseler Parlamenten in die Kanalisation. Die Intelligenzmanufakturen sind jetzt gefordert. Das i-Pod kann nicht nur Bier machen, es könnte sicher auch Schinken, Butter und Käse. Vielleicht sogar Milch, 1,5% und 3,5%. Oder sie imitieren gleich das Sättigungsgefühl. Das geht doch auch per skype. Bald spielen sich die Menschen nicht nur sexuelle Höhepunkte vor, sondern auch noch die Sattheit nach dem Essen. Wie in echt
170110 Gestern am Bauernstammtisch: ein leibhaftiger SAP-ler wollte den Bauern vom i-Phone überzeugen. Er hat ein leeres Glas erscheinen lassen, das sich mit Bier füllte, dann hat er das i-Phone wie ein reales Glas gehoben und geneigt, wobei es sich mit dem Geräusch ausströmenden Bieres leerte - am Schluss hat das i-Phone dann laut gerülpst. Auf die Frage, ob man das i-Phone auch mit alkoholfreiem Bier füllen könne, wusste er allerdings keine Antwort. Planwirtschaft
170110 Die Staatsverschuldung ist so hoch, dass Schäuble den Etat erst einmal ohne Steuersenkung plant. Das bedeutet: die Steuersenkung findet statt, nur taucht sie in der Rechnung nicht auf. Noch nicht. Der Plan: wenn die Wirtschaft angesprungen ist, wird offiziell korrigiert und alle sind bereit, den Trick zu verzeihen. So funktioniert FDP. Stallfrieden
170110 Im Unterschied zum Mensch kann das Vieh nicht lügen - oder es lügt so gut, dass der Mensch es nicht merkt. Das schafft Vertrauen zwischen den Bündnispartnern und Frieden in Stall und Hof. Anders beim Menschen: Wie sich herausstellt, hat der deutsche Oberst die Unwahrheit gesagt, um den US-Piloten zum Bombardement der Tanklaster zu veranlassen. Akzeptieren uns die USA jetzt nicht mehr als vertrauenswürdigen Bündnispartner? Müssen wir aus Afghanistan raus? Humane Schlachtung
130110" Mit mehr als zehn Schüssen wurde der Arzt regelrecht hingerichtet", formuliert die Frauenstimme soeben in der Sendung "Brisant". Was sind denn das für Vorstellungen, wundert sich der Bauer. Jeder bolzenschusserfahrene Sterbehelfer für Hornvieh weiß, dass ein einziger Schuss genügen muß. Genau das wäre das Regelrechte gewesen. Zehn Schüsse bedeuten eine regelwidrige Hinrichterei, ein mafiöses Geballere, das nichts mit Regeln und Richten zu tun hat. Make-Up im Stall
090110 Eine Londoner Studie im "Telegraph" belegt, dass Männer übertriebenes Make-Up von Frauen abtörnt. Der Bauer bleibt diesbezüglich seinem weiblichen Mitarbeiter gegenüber neutral, solange das Stallvieh nicht erschreckt wird. Man wundert sich, welche Ergebnisse zuweilen frühmorgens im Badezimmer erzielt werden, wenn die Zeit reicht. In manchen Fällen würden eventuell die Taliban das Make-Up als Alternative zum Schleier anerkennen. Bergbauernhilfe
070110 Viagra wird neuerdings von Bergsteigern eingesetzt, gegen Lungenödeme in grossen Höhen. Da schaffen auch schlechte Kletterer ihre Achttausender. Der Seniorbauer kann sich vorstellen, welche Witze die Träger-Sherpas machen: "Gestern hab ich wieder einen hochgekriegt, hey, ich hab geglaubt, den krieg ich nie mehr runter." Das geht voll in Ordnung. Wenn ein Witz über der Gürtellinie liegt, dann der. Immerhin achttausend Meter. Fliegenplage
050110
Der Rekordwolkenkratzer Burj Chalifa in Dubai könnte zum Ziel von Terroristen werden, warnen besorgte Stimmen. Der Seniorbauer weiß: das ist doch die Absicht. Solche Türme sind als Terroristenklatschen konzipiert und holen desto mehr Terroristen vom Himmel, je tiefer sie hineinragen. Bald haben Terroristen sogar in der Stratosphäre keine Chance mehr. Faulsein für alle!
301209 Unter "Die Wiederentdeckung der Muße" schreibt Ulrich Schnabel übers Nichtstun in der ZEIT. Der nicht zweckorientierte Müßiggang gelte als unproduktiv und öde, darunter litten selbst "solche, die ein Übermaß an Zeit haben: Arbeitslose, Hartz Vier Empfänger, Zwangsentschleunigte." Woher weiß der denn, dass die viel Zeit haben? Rentner haben bekanntlich viel weniger Zeit, als im Berufsleben. Die können ihre Besorgungen nicht mehr in der Bürozeit erledigen. Ja glaubt der denn, dass Arbeitslose und Hartz-Vier Empfänger bloß nebenbei ein paar Handykommandos rauslassen, um die Feten auf ihren Yachten zu organisieren? Was glaubt denn der, was das für ein Stress ist, schon ein einziges Partygirl zu casten! Und die Kontakte zu pflegen für die pharmazeutischen Bedürfnisse der Teilnehmer! Oder die zwei Akkorde auf das Keyboard zu stammeln und die Kontoauszüge zu studieren, ob die GEMA-Tantiemen richtig geflossen sind! Wenn die ZEIT-Schreiber einfach mal damit anfangen, bloß noch ein Zehntel der Buchstabenvielfalt in den Computer zu hacken, würde sich durch Vermeidung von scheinbarer Produktivität und Wortödnis dem Leser das wohltuende Gefühl mitteilen: Der hat ja wirklich etwas zu sagen. Einfach mal den Schnabel halten. Love and Peace im Trockengebiet
291209 US-Heeresgeneralmajor Anthony Cucolo hat US-Soldatinnen im Irak eine Schwangerschaft bei Strafe verboten. Es sei eine "Belastung für die Kameraden". Bei uns entspräche das der zentralen Dienstverordnung "Bestrafung von Selbstverstümmelung". Diese Diskriminierung der Gebärfähigkeit der Frau wird vom Kongress nicht hingenommen. Die Schwangeren bleiben wegen Gleichberechtigung im Einsatz. Es werden Wickeltische im Bunker eingerichtet. Die Panzer bekommen einen Aufkleber: Baby an Bord und dürfen nicht mehr beschossen werden. Die Panzerhaubitzen werden mit den vollen Windeln geladen. Das Babyphon steht im Schützengraben, die Taliban kriegen nachts kein Auge mehr zu. Wie immer schlagen die bald mit denselben Waffen zurück. Durch die Wüste hallen die Kampfschreie beim fucking for peace, die Orgasmusvortäuschungen schwellen zu einer gigantischen Fata Morgasmana und bald wird die Taktik vom Overkill ersetzt durch die Taktik vom Overbirth. Der Sandkasten ist gross genug. Mit den Hühnern schlafen gehen
261209 Ok, Film geguckt und jetzt weiss ich, warum solche Filme wie "Mach's noch einmal, Sam!" nicht für Jugendliche unter sechzehn geeignet sein sollen. Man ist beim SWR-Fernsehen der Auffassung, Kinder gehören um zehn ins Bett. Altenteilgeeignet
261209 Der Bauer zappt ins SWR-Fernsehen: »Die folgende Sendung ist für Zuschauer unter sechzehn Jahren nicht geeignet.« Warum denn nicht? Das sagen die nie dazu! Schon allein deshalb bleib ich dran. Der Film beginnt, schwarzweiß. Vielleicht ist das der Grund? Weil die Jugend Farbe braucht? Jetzt doch kurz mal auf TXT, Der Film heißt »Machs’ nocheinmal Sam«. Ich blick’s nicht mehr. Bitte, kann mir jemand helfen? Wieso geht das unter sechzehn nicht? Wegen dem Machs nocheinmal? Weil die Fünfzehnjährigen es dann einfach nocheinmal machen? Solange es jemand verlangt? Und dann an Erschöpfung sterben? Trockendünger
261209 Soeben hat der Bauer mal ins ZDF geguckt: Traumschiff. Die eine Blondine rührt in der Bowle und sagt zum Schönling: "Ich habe Landgang!" Also sowas. Dass die Leute gleich so direkt mit persönlichen Malaisen herausrücken. Vielleicht um Vertrautheit herzustellen? Das geht doch den überhaupt nichts an. Schnell weg. Moral
221209 Für die Ungenauigkeit beim Kommentar zu den drei Toten beim Brand im Kölner Sterbehospiz möchte sich der Bauer entschuldigen. Ob das Mordopfer sein könnten, ist natürlich keine moralische Frage. Sondern eine Juristische. Wir warten jetzt allerdings täglich auf die Meldung: Mehrere Tote in Sterbehospiz, ganz ohne Brand. Drei Tote in Kölner Sterbehospiz
191209 In der täglichen Flut von Meldungen stechen immer welche heraus, die den Bauern zum Nachdenken anregen. N-24 berichtet soeben von drei Toten bei einem Brand in einem Kölner Sterbehospiz. Tote in einem Sterbehospiz waren bislang keinem Sender eine Nachricht wert. Vielleicht war das ein Abenteuer-Hospiz? Also der Bauer würde sowas nicht wollen. Ihm persönlich würde ein einfaches, stilles und ausgesprochen unbetreutes Dahinscheiden voll und ganz genügen. Es erhebt sich natürlich die moralische Frage: wenn einer das Feuer gelegt hat, ist es dann Mord? Oder bloß Zerstörung von Inventar?
Weißweihnacht für Ochs und Esel
161209
Der Bauer denkt an den Winterweizen und wundert sich, wie die armen Wettervorhersager momentan bedrängt werden, ob es weiße Weihnachten gibt! Ist es wirklich das, was die Nation so brennend interessiert? So brennend, wie der Kurzschluss im Leuchtkerzenstrang? Gibt es weiße Weihnachten? Dann klingt das Interesse mehr wie ein knisterndes Schmurgeln und stinkt nach Plastik. Ist das jetzt wirklich die vom Volk gefühlte Bedrohung durch den Klimawandel: keine weiße Weihnacht? O Mann. Kann man den Leuten nicht ein paar Schneekanonen in die Fußgängerzone stellen? Aber da hält sich kein Schnee, der schmilzt ja sofort weg, weil die Fußhängerzone beheizt wird: Die Türen vom Kaufhof stehen sperrangelweit offen. Es ist ihnen zu warm drinnen. Im Sommer übrigens genauso: da stehen die Löcher genauso weit auf, da ist es den Idioten drinnen auch zu warm, obwohl es draußen noch wärmer ist. Aber dagegen kann man nichts sagen, das geht in Richtung Meinungsfreiheit und das ist Grundlage für Demokratie.
Friede den Ställen
161209
Der weltoffene Altbauer frisst am liebsten altes Brot und liest die alte Zeitung. Wieso sollte das denn weniger wahr sein, was da drin steht? , Z.B. im Kommentar der WELT vom 14.12.09, wo Zu Guttenberg als der einzige Minister gelobt wird, der "offen" von Krieg spricht bzw. "das K-Wort in den Mund" nimmt. Möglicherweise ist er deshalb V-Minister geworden - und der Altbauer hatte immer gedacht, K zu führen sei der deutschen Armee per G-Gesetz verboten. Jetzt sind wir also im K, und das, obwohl hierzulande seit Jahrzehnten staatlich bestallte und mit üppigen Pensionen auf Lebenszeit abgesicherte politische Kabarettisten das Volk auf allen Kanälen aufrütteln. Oder kapiert der Altbauer da was nicht? Vielleicht sollten uns die P-Kabarettisten mal den K erklären. Altes Testament und Dynamitgeld
101209 Der Altbauer kennt sein altes Testament und muß sich über das ZDF wundern: Die ZDF-Korrespondentin sagt soeben über Obamas Dynamitpreisabholung in Oslo: "Hier hat Goliath den kleinen David besucht" - deswegen seien die Norweger erfüllt von "stillem Stolz". Wenn sie ihren Vergleich ernst meint, dann war der Plan, dass der Kleine den Grossen in eine einsame Gegend lockt und dann schmeisst er ihm einen Stein an den Kopf. Hoffentlich hinkt der Vergleich der ZDF-Dame im Endergebnis so, wie schnell zusammengebaute Vergleiche immer hinken. Oder wie Zwerge, denen der eigene Stein auf den Fuss gefallen ist. Urlaub vorurteilsfrei
071209 Bauern machen nie Urlaub. Dieses Vorurteil wird bei Milchwegschüttfreizeiten in Brüssel krass widerlegt. Dennoch bleibt das Thema Urlaub vorurteilsbelastet. Obdachloser prellt Luxushotels: Mit diesem Vorurteil als Schlagzeile berichtet der Mannheimer Morgen heute von einem obdachlosen Tunesier, der sich als Sekretär von arabischen Scheichs ausgegeben habe, mit dem Auftrag, für seine Chefs eine Reise durch Paris zu organisieren. Er schlief als "Vorhut" tagelang in Luxushotels und trank Champagner auf Kosten der Concierges. Er habe sich genauso ausgedrückt wie ein Protokoll-Verantwortlicher für arabische Würdenträger, gab ein betrogener Concierge zu Protokoll: freundlich, aber auch ungeduldig, sehr autoritär und in der Lage, großen Druck auszuüben. Vielleicht war das gar kein Betrüger. Der war echt und nächstes Mal kommen die Scheichs auch dazu, wenn ihnen die Hotels die Flugtickets bezahlen. Saubere Schweine
081209 Jetzt ist das erste Schwein in Deutschland mit Schweinegrippe infiziert worden. Wahrscheinlich wurde das Tier von einem Menschen angesteckt. Daran sieht man, wie reinlich Schweine eigentlich sind. Es war das bislang einzige Schwein, das sich nicht richtig die Pfoten gewaschen hat. Nix Vetterleswirtschaft
071209 Der Landwirtschaftsbetreiber liest soeben: Wirtschaftsminister Brüderle fliegt nach China, um dort Wirtschaftsgespräche zu führen. Der wird diesen Know-How-Kopierern mal richtig ins Gewissen reden. Wir machen jetzt keine Vetterleswirtschaft mehr. Urbane Hochzeitshuper
061209 Wenn der Bauer in die Stadt zu Besuch kommt, wundert er sich immer wieder über die hupenden Hochzeitsumzüge. Warum hupen die Männer in der Stadt immer so, wenn sie zur Hochzeit fahren? Wollen sie das Gemecker der werdenden Gattin übertönen? Oder geht es um die Verscheuchung böser Geister? Beziehungsweise um die Verscheuchung der Schwiegermutter? Oder sind die Kolonnenteilnehmer wütend, weil da vorne an der Spitze wieder zufällig ein fremder Trottel fährt, der so schleicht, dass noch der ganze Hochzeitstermin platzt? Vielleicht stellen sich die hupenden Heiratsbegleiter auch freiwillig an den Pranger und wollen uns warnen. Oder es sind eifersüchtige Mitbewerber einer Monokultigesellschaft, in der es üblich ist, seine Ansprüche an die Braut vor der Heirat akustisch anzumelden, beziehungsweise abzumelden. Dann bedeutet das Hupen: bin ich froh, dass die ein andrer nimmt. Oder die beiden Hochzeiter vorne kennen die hinteren gar nicht und hupen einfach zurück. Notruftaste für Seniorbauer
041209 Als das "perfekte Geschenk für die ältere Generation", also auch für mich, bewirbt die Telekom ein neues Handy, welches keine überflüssige Extras aufweise, dafür einen Notrufknopf. Auf der Abbildung erkennt man tatsächlich nur zwei Knöpfe: der eine trägt das grüne Telefon, welches bekanntlich zum Freiton führt (FreiTON! Mit N, nicht mit D, ihr doofen Wortspieler!), der andere trägt ein rotes Telefon. Ist das der Notrufknopf? Oder nur der Knopf zum Wiederauflegen? Was passiert, wenn ich mitten im Gespräch einen Notruf absetzen will, aber das Telefonat nicht unterbrechen möchte? Was passiert überhaupt, wenn ich den Notrufknopf drücke? Wird dann das Handy automatisch geortet? Landet eventuell ein SWAT-Kommando und macht den ganzen Aldi nieder? 'Entschuldigung, falsch verbunden.' Das will man sich doch als Senior nicht aufs Gewissen laden. Da sterbe ich lieber unauffällig weg, den Daumen demonstrativ auf dem Notrufknopf, damit es im Nachruf heisst: 'Heldenhaft hat er auf den Notruf verzichtet, um eine größere Opferzahl zu vermeiden. Es danken die Belegschaft vom Aldi und alle Kunden. Große Mahnkerzenaufstellung um 18Uhr. Mahnkerzen im Angebot.' Wahrscheinlich kommt aber bloß die Stimme vom Navi und sagt: "Dieser Notruf wird Ihnen präsentiert von der Telekom. Achtung, zur Qualitätssicherung können einzelne Gespräche mitgeschnitten werden. Wenn Sie nicht einverstanden sind, weisen Sie bitte den Notarzt darauf hin." Herr Doktor? Nein, ich möchte nicht mitgeschnitten werden. Ich habe mich soeben selber geschnitten. Kommen Sie bitte trotzdem? Krippenvorspiel
291109 Krawatten eignen sich kaum als Weihnachtsgeschenk, sie gelten als frauenfeindlich, weil sie wie ein Wegweiser wirken: "Da geht's zum Glück!" Frauenfeindlich ist dabei die vorauseilende Annahme, die Frauen wüssten das nicht selber. Schenkbar sind dagegen sogenannte Gürtelkrawatten. Sie werden an den Hosenbund geknotet und weisen nach oben. So signalisiert der Mann: "Mit mir kann man auch reden!" Letalfaktoren
231109 Beim letzten Zugspitzlauf sind zwei Läufer an Unterkühlung gestorben, die, wie alle Mitläufer auch, in T-Shirt und kurzen Hosen die dreitausend Höhenmeter im Schneesturm überwinden wollten. Der Veranstalter wurde erstinstanzlich zu knapp vierzehntausend Euro Strafe verurteilt, jetzt geht er in Berufung. Im Jahr 2008 gab es mehrere tausend Tote auf deutschen Autobahnen, die ihren Mobilitätsbedarf trotz ungünstigen Witterungsbedingungen bzw. ungeeigneter emotionaler Disposition befriedigen wollten. Der Veranstalter wurde bislang noch nicht verklagt. Altenwirtschaft
231109 Die freie Marktwirtschaft hat gesiegt, der Steuerzahler gibt klein bei. Er trägt milliardenschwere Subventionen von West-Kombinaten, wie Opel, Quelle, Banken, damit die Standorte weiter Zeug produzieren können, das keiner kauft. Immerhin gibt es bei uns schon Anpassungen für die Senioren. Die Renten werden zwar geschmälert, dafür werden die Gänge im Supermarkt deutlich breiter. So haut sich keiner mehr den Schädel an den Regalen an, wenn er umkippt. Die Preise werden grösser geschrieben. So erkennt der Senior auch ohne Lupe: "Kann ich mir nicht leisten." Die Handytastatur wird so gross, dass keiner mehr danebenzittert, wenn er per Telefon seinen Ausreiseantrag stellt. Wirtschaft
221109 Die Welt der Marktstrategen wird immer schwieriger zu verstehen. Mediamarkt gewährt jetzt Null Prozent auf alles. Da kann ich ja gleich das zahlen, was drauf steht. Die Linken hatten die Parole: "Keine Rente mit siebenundsechzig!" Wie ungerecht. Da wirst du siebenundsechzig und dann sowas. Schäuble (CDU) sagt soeben: "Die Finanzkrise wird die Welt so stark verändern wie der Fall der Mauer." Also überhaupt nicht. Die DDR hatte Insolvenz angemeldet, da lag ihre Nettoverschuldung gerade mal bei 1 Prozent gegenüber derjenigen, die sich der freie Westen bis heute aufgeladen hat. Und der meldet keine Insolvenz an. Bei wem denn auch. Mauerbauer
211109 Aus Betonresten der Berliner Mauer haben Homöopathen als eine C30 Verdünnung den Wirkstoff „Murus Berlinensis“ hergestellt. Dieser Beton wurde unter politischen Motiven zusammengemischt, welche sich laut Theorie im Stoff niederschlagen. Das Medikament hilft folglich dem Wall-Type, der sich von der Aussenwelt abschottet, bzw. es wirkt gegen das Borderline-Syndrom, das keine Grenzen kennt. Das klingt theoriekonsequent, wenn der Mörtel von System-Befürwortern zubereitet wurde. Der Bauer bleibt skeptisch. Was, wenn der Beton von Regimegegnern zwangsgemischt worden war? Dann führt das Mittel bei autoritären Typen zu Spontan-Verkalkungen. Schadenfreude? Aufpassen! Diejenigen, die das gut finden, verkalken nämlich als erste. Und vergessen die Pointe. Um was gings nochmal? Deutschdemokratisches Altenteil
091109
Da nickt der Seniorbauer:
CDU-Politiker haben gefordert, ehemaligen Stasimitarbeitern die Rente zu kürzen. Das ist im Ansatz richtig gedacht: hätten diese Stasimitarbeiter richtig gearbeitet, stünde die Mauer heute noch und wir bräuchten denen überhaupt keine Rente zu zahlen. Schöner saufen
041109 Gestern war ich mit einer Frau unterwegs, die trank bloß Weißweinschorle und wurde von Schorle zu Schorle immer schöner. Ich persönlich zicke momentan alkoholmäßig eher ein bisschen rum und fand das deshalb sehr liebenswert, dass sich mal jemand für mich schönsäuft. Rindviecher
041109
Im Unterschied zum Stallvieh blitzt der freie Wille immer wieder auf beim Menschen. Viele glauben ganz fest, dass sie ihre Entscheidungen aus sich selber heraus finden und nicht von einem drängenden Partner zu irgendeinem Scheiß genötigt werden. Und wenn doch, dann wars wenigstens Liebe.
Eine Studie belegt, dass die Rate an HIV-Neuinfektionen bei Älteren rapide zunimmt. Schockierend: mit "älter" sind Menschen ab vierzig gemeint. Frechheit. Wieso steigt überhaupt die Rate bei Älteren? Kriegen die vor lauter Schüttellähmung die Packung nicht auf? Viele sind schon stolz, wenn sie zum zweiten Mal an dem Abend sagen können: Ich hab eine aufgerissen.
Oder sagen diese Leute: mein Leben ist sowieso vorbei, jetzt bin ich vierzig, vor fünfhundert Jahren war man mit vierzig schon tot! Diese Leute waren schon mit dreissig so tot, die wären vor fünfhundert Jahren gar nicht erst auf die Welt gekommen. Milchquelle
021109 Während die kleinen Milchbauern stumm in die Pleite gehen, jammern die Großen über den Preisverfall. Das ist ein Kennzeichen der freien Marktwirtschaft: die Reichen leiden besonders stark unter der Krise. Erst meldet Quelle Insolvenz an, dann bricht gestern auch noch das Quelleportal wegen Überlastung zusammen. Vermutlich wollte Frau Schickedanz nochmal günstig einkaufen. Glück allein
291009
Das Buch von Dr. Eckard von Hirschhausen: "Glück kommt selten allein" vermittelt schon im Titel den höheren Wert von Partnersex. Die Leute lesen sowas gerne, vor allem die Singles und glauben ihm aufs Wort, wenn er schreibt: "Glück ist ansteckend." In der Realität merken das viele erst dann, wenn sie den Laborbericht bekommen. Tierliebe
281009
Wenn der Bulle vom Nebenbuhler vertrieben wird, geben sich die Kühe dem Sieger genauso intensiv hin, wie dem Ex. Als hätte er nie existiert. In Wahrheit wird der Bulle immer nur benutzt. Wenn der Bulle schon vorher gewusst hätte, dass die Hingabe nicht persönlich gemeint ist, würde er sich das mit dem Rivalenkampf eventuell überlegen. Es ist bloß Sex, es ist nicht Liebe. Das darf man nicht mit dem Menschen vergleichen. Hier fehlt der Herdentrieb, jedenfalls offiziell.
Promisk lebende alleinstehende Menschen vögeln nicht einfach nur rum, sie betrügen nur ihren zukünftigen festen Partner unbekannterweise schon jetzt, um sich für seine Fehler und Ungerechtigkeiten vorauseilend zu rächen. Das ist große Liebe. Bauer sucht was
271009
Gestern lief die neue Bauer sucht Frau Staffel an. Laut TZ-München konnten sich neben Frauen diesmal auch homosexuelle Bauern bewerben, doch habe sich während des Castings kein geeigneter Kandidat gefunden. Obwohl viele Männer geschrieben haben, dass sie sich einen Bauern wünschen.
Zum erstenmal war eine Bäuerin dabei. Für den naiven Zuschauer sah diese Bäuerin auf den ersten Blick aus, wie ein Mann. Diese Bäuerin bekam auch gleich zwei Bewerber zum Testen. Das Testergebnis wird spannend. Immerhin gibt es drei Möglichkeiten: Bauer? Bäuerin? Oder 1:1 unentschieden und Verlängerung? Mietfrei im Stall
271009 Der Bauer will bloß den Milchpreis checken, da schmiert ihm flink sein Browser was in die Wahrnehmung: "Miss Obdachlos gekürt. Preis: ein Jahr mietfreies Wohnen." Und schon fängt er an, Gedanken zu wälzen, der Bauer, statt Milchkannen einzumotten. Preis ist immerhin Preis. OK, diese Art von Preis war schon vorher nichts besonderes und schnell gewonnen. Ein Jahr mietfreies Wohnen gibts dank dem Ergebnis der letzten Bundestagstagswahl wohl bald schon für den unerlaubten Verzehr einer firmeneigenen Frikadelle oder die private Verwendung von Büromaterial. Wobei Grossbetrüger wie der Milliardenverzocker "Peanuts" Schneider schon nach einigen Wochen wieder mietintensiv in der selber bezahlten Wohnung übernachten müssen: man nennt das offenen Vollzug. Aber bei Schneider, Schreiber oder den ganz legalen Heuschrecken wird eh nichts selber bezahlt, höchstens selber zusammengestohlen. Die wohnen praktisch von vornherein mietfrei. Wenn Obdachlose ausgezeichnet werden, dann nur, weil Preisverleiher soziale Adern haben und jemanden in die Funktion preisen wollen. Das ist doch nichts Schlimmes, hey! Der Hang zum Siegertreppchen ist tief in der Volksseele verwurzelt, das kann man caritativ verwenden und schon ist das schlechte Gewissen weg. Wenn Miss Obdachlos nächstes Jahr wieder rausgeschmissen wird, heißt es: "Jetzt hab dich mal nicht so, immerhin warst du berühmt!" Vielleicht kommt bald schon "Miss Brustkrebs". Oder "Mister Inkonti". Oder der "Little-Verkehrsunfall", ein Förderpreis für minderjährige Opfer von Zeugungsinkontinenz. Oder "Miss Missgeburt." Ok, nehm ich zurück. Wortspiel. Der Saustall kennt kein Zölibat
251009 Der Bauer kann wegen dem Milchpreis nicht schlafen und zappt in den heutigen Tatort Münster. Dort eröffnet die Problematik von heimlichen Vaterschaften katholischer Priester dunklen Mächten der Seele eine Pforte in die Welt. Es ist ja auch wirklich schlimm. Bei den Priestern gibt es scheints eine Dunkelziffer von 50%, vielleicht sollte mal einer schauen, ob die Sakristei einen Keller hat. Dass doch immer wieder die untauglichsten Menschen in Berufen, die nichts für sie sind, Karriere machen wollen. Moderatoren wirken im Rundfunk, die lispeln und/oder können das R weder kehlig aussprechen noch rollen; beim Fernsehen schrecken einen Meteorologinnen, die Figuren tragen, wo das Jackett auch im Sommer aussieht wie ein Wintermantel; in der Schule Lehrer, die ihr bisschen Wissen per Power Point Präsentation in Portiönchen aufteilen müssen, damit sie die Zeit rumkriegen bis zur Pause bzw. Pension; Männer, die gegen Bezahlung - also festes Gehalt und Pensionsberechtigung - bei einer religiösen Gemeinschaft einen Arbeitsvertrag unterschreiben, der ihre Sexualität unterbindet und dann glauben, sie halten es nicht aus, aber statt auszutreten und nach ihrer unweigerlich kurz darauf folgenden Scheidung („Schatz, du hast dich verändert!“) zölibatär zu leben, wie Millionen anderer Männer im besten Alter, gründen sie heimlich Familien und hintergehen den Arbeitgeber. Traurig, traurig und ganz sicher ein Quell von Hyperaktivität, Depression, Prekariat und all dem Übel, aber lachen konnte man doch wieder bei dem Spruch vom Kommissar: "Alle sagen Vater zum Priester, nur die eigenen Kinder sagen Onkel." Stoiber live
201009 Apropos CSU: Stoiber spricht soeben auf Phönix in seiner Funktion als Brüsseler Entbürokratisierer. Er trägt ein Mikrofon-headset wie ein Comedian und sieht aus wie ein Stoiber-Parodist. Aber keiner lacht. Jeder denkt instinktiv: da gibts bessere. Altagrarminister als großer Seher
201009 Jetzt stellt sich heraus: die FDP zu wählen, damit die Steuern gesenkt werden, ist wie irgendeinem Präsidenten den Friedensnobelpreis zu verleihen, damit es mehr Frieden gibt. Vorauseilender geht nicht. Höchstens bei Steuersenkungen. Altagrarier Seehofer verkündigt bzw. verkündet soeben eine Steuersenkung anno 2011. Die Frage, wie solche Steuersenkung gegenfinanziert wird, quittiert er mit einem Lächeln. Das ist ja auch Unsinn, eine Steuersenkung braucht nicht gegenfinanziert zu werden, sondern höchstens finanziert. Das desaströse Wahlergebnis hat den Steuersenkungsverkündiger CSU-intern einer hohen Erwartungshaltung ausgesetzt, möglicherweise hat der negative seelische Impuls die seherischen Fähigkeiten Seehofers ausgelöst. Die humane Kompetenz der schwer angeschlagenen CSU, die diesen Mann weiterhin an ihrer Spitze duldet, ist bewundernswert. Schliesslich handelt es sich bei Seehofer um einen jungen Vater und da kann beruflicher Stress leicht auf das Kindswohl durchschlagen. Hut ab, CSU. Stallhaltung als Kulturatavismus
191009 Die Stallhaltung ist auf dem Land gang und gäbe, in der Stadt eher selten. Aber dennoch schlägt dieser auf dem Land frei ausgelebte Drang, durch Fortbewegungsbehinderung Besitzansprüche zu verdeutlichen, sowie organismusspezifische Ressourcen zu nutzen, immer wieder auf die städtische Kultur durch. Wieder wurde eine Frau befreit, die 18 Jahre eingesperrt worden war und mit der der Einsperrer Kinder gezeugt hat. Entführer Garrido hatte im kalifornischen Antioch in einem Verschlag in seinem Hinterhof das Opfer über 18 Jahre festgehalten. Vor Gericht bekannte sich der Entführer als »nicht schuldig«. Wahrscheinlich fordert er jetzt auch noch die ausstehenden Mietzahlungen für den gesamten Zeitraum plus Zinsen. Einsame Bauern glücklicher?
Werbung für Fleischprodukte
121009
Als Mitglied des Nährstandes wundert man sich über das immer noch grassierende Nichtverständnis der Mechanismen von Angebot und Nachfrage bei tragenden Säulen der freien Marktwirtschaft.
Einer Sekretärin wurde gekündigt wegen Verzehrs einer firmeneigenen Frikadelle. Wie doof ist das denn.
Erst wenn einer Sekretärin wegen Nichtverzehrs einer firmeneigenen Frikadelle gekündigt wird, erst dann hat ein Hersteller sein Produkt erkannt. Das wäre doch mal eine Frikadellenwerbung: "Unsere Frikadellen sind die Besten. Sie schaffen es nicht mal bis zur Wursttheke." Arme Sau
111009
Wieder so eine Browserneuigkeit, die besorgt macht: "Wahlversprechen beginnen zu bröckeln", so lautet die Info, womit der Schlagzeilenkomponist versucht, meine Aufmerksamkeit zu kitzeln. Arme Sau. Das Internet macht ganz offenbar einsam und desinformiert. Da hocken die Internetmacher isoliert irgendwo im Netz und glauben immer noch, da draussen hätte jemand eine Partei wegen ihrer Versprechen bzw. Versprechungen gewählt. Das Internet erscheint einem plötzlich wie ein Dschungel auf einer Insel, in dem versprengte Einzelkämpfer herumlauern, täglich ihre Granaten putzen und nicht wissen, dass der Krieg schon lange aus ist. Instinkt und freier Wille
111009
So unterscheidet sich das Vieh vom Menschen: Instinkt versus Vernunft, Trieb gegen Verstand, das unfreiwillig Triebgesteuerte gegen das freiwillig Triebgesteuerte, das menschliche Wissenkönnen gegen das tierische Daranglaubenmüssen. Dass der freie Wille sich die Gattung Mensch als Heimstadt ausgesucht hat und eben nicht das Vieh, merkt man besonders fein in den schönen Künsten. Kaum hat Autorin Müller den Nobelpreis für Literatur zugesprochen bekommen, waren ihre Bücher innerhalb weniger Stunden in den Buchhandlungen ausverkauft. Jahrelang lag die Müller wie Blei in den Regalen. Die Menschen haben geglaubt: 'das Zeug taugt nichts, das kauf ich nicht.' Urplötzlich aber blitzt der freie Wille auf, pflanzt sich durch die Reihen fort, wie eine Grippewelle. Jeder sagt: "das will ich haben!" und schon ist alles ausverkauft. Jetzt ist klar: der freie Wille wächst nicht am Angebot, sondern an der Nachfrage. Bauernmode untenrum
051009
Es gibt jetzt Dirndl Dessous, verrät dem Landwirt sein Browser. Der Anklick-Trick lautet: "Dirndl-Dessous. Sexy Unterwäsche für die Wiesn: wirklich notwendig?"
Für die Wiesn sicher nicht, höchstens für die Aprèswiesn. Da kann Irritation aufkommen, weil sich der Brechreflex timingmäßig wahrscheinlich genau dann ereignet, wenn das Dirndl-Dessous in voller Pracht zum Vorschein kommt. Dann fragt sie kleinkaut: "Ist es wegen meinem Dirndl-Dessous?" und er, großmütig: "A geh weida, mir woar eh scho schlecht."
Alles im Lot und nur das Dirndl-Dessous ist hin. Quotenrechner
011009
Da staunt der Landmann: Die SPD habe vor allem bei Hauptschulabsolventen und Rentnern gut abgeschnitten. So steht es in der Bauern-Zeitung. Ja woher weiss man denn das? Gibt es jetzt Videoüberwachung in der Kabine? Zum Schutz vor Gewalt? Oder machen ehemalige Hauptschüler und Werktätige dickere Kreuze? Nein, sagt mein Statistikberater, das könne man mathematisch errechnen. Aber dann kann man auch das theoretische Wahlverhalten der Nichtwähler errechnen, also von denen, die eine politische Meinung haben, aber nicht glauben, durch das Ankreuzen von Zetteln etwas zu erreichen. Beim nächstenmal sind die Computer so gut, da muss keiner mehr extra in die Kabine. Das Ergebnis wird von vornherein errechnet. Dann liegt die Wahlbeteiligung bei hundert Prozent und dann siehts gleich ganz anders aus. Kennenlernsprüche auf dem Land
Friedliebende Stiere
240909
Der Stier kennt seit Millionen Jahren nur zwei Motive für spontane Gewaltaktionen: Rotes Tuch in Verbindung mit debilem Zweibeiner, der es schwenkt.
Die Staatsanwaltschaft dagegen kennt seit kurzem zwei neue Motive für menschlichen Amoklauf: "Hass auf die Menschheit". Bzw.: "Keine Freundin gekriegt". Hass auf die Menschheit entsteht, wenn man beim Überholen vom LKW dem daherrasenden privatinsolventen Familienvanbesitzer den Weg nicht sofort freimacht. Wenn der jetzt aus Wut eine Massenkarambolage anzettelt oder dann daheim seine Familie auslöscht, ist der Langsamfahrer schuld. Motiv I ist also klar einsehbar. Bei Motiv II herrscht noch Klärungsbedarf:
Manche laufen Amok, weil sie keine Freundin gekriegt haben. Andere laufen Amok, weil sie eine haben.
Jetzt könnt ihr wählen gehen. Wählen gehen
230909
Der neueste Amokläufer kam mit Axt und Messer in die Schule, ein Gewaltvideo war also ganz sicher nicht die Trainingsgrundlage. Oder gibts Karl May schon als Gewaltvideo? Vielleicht wäre es nie so weit gekommen, wenn sich der Vertrauenslehrer zu einer Blutsbrüderschaft bereit erklärt hätte.
Der Nächste kommt mit Faustkeil und Reibeholz zum Feuermachen. Der hat zuviel Historienschauspiel geguckt. Wie entsteht all diese Gewalt? Das steht in der Apothekenumschau vom 15.9.09. Gastkolumnistin Dr. Marianne Koch erklärt die mörderische Aggressionsbereitschaft von Jugendlichen. Es ginge ihr nicht um diejenigen Jugendlichen, die nach tagelangen Computergewaltspielen in die Schule rennen und Massaker anrichten. Sondern um die Anderen - gibts die denn? Jawoll, das seien die normalen Kinder und Enkel, die ihre Lebenszeit vor Monitoren zersitzen. Zitiert wird der Hirnforscher und Psychiatrieprofessor Dr. Manfred Spitzer: "Fernsehen macht dick, dumm und gewalttätig." Allein diese Behauptung, so frisch und fromm in den Raum gerotzt, lässt den Professor als ein dickes Männlein erscheinen, der bis nachts vor dem PC...sorry, Apple hockt und Krankenkassentabellen ausfüllt. Und wehe, jemand platzt ihm dabei ins Arbeitszimmer, dann setzt es aber eine Watschen links und rechts.
Wenn es so ist, dass Fernsehen dick und dumm und gewalttätig macht, dann sollte die Jugend pausenlos fernsehen. Lieber ein Amoklauf von einem dummen Fettsack, der schon nach der ersten Treppe vor dem Sekretariat seinen Herzeinfarkt bekommt, als ein kluges Terrorkonzept eines durchtrainierten Intelligenzbolzens. Jugend vor die Bildschirme!
Frau Dr. Koch rät uns, mit der Jugend einen klaren Zeitrahmen zu vereinbaren, damit sich die Jugend auch in der realen Welt bewege, um soziale Kompetenz zu erwerben. Diese reale Welt sei neben dem Umgang mit "wirklichen" Freunden der Sport. Ausgerechnet der Sport. Was ist denn am Sport real? Eine Welt, in der 11 ausgewachsene Männer oder Frauen einer aufgeblasenen Lederkugel hinterherpurzelbaumen? Erwachsene, die ungeniert auf den Rasen rotzen und tiefe Schuldgefühle bekommen, wenn sie den Ball mit der Hand berühren? Die sich andererseits nichts dabei denken, wenn sie sich beim Freistoss vor allen Kameras ans Gemächt packen - ans eigene? Die sich gegenseitig gern das Trikot vom Leib zupfen, aber nur wenns der Papa Schiedsrichter nicht sieht? Und wenn sie erwischt werden, gesenkten Hauptes das eingespeichelte Spielfeld verlassen, statt erleichtert heimzugehen und den Rechner einschalten für einen netten Chat?
Oder ein Gewaltvideo mit viel Ballerei und Gesprenge. Hockt euch vor den Fernseher, werdet genauso dick, dumm und gewalttätig, wie es eine mit den Medien verbrachte Lebenszeit erlaubt. Das macht demokratiefähig.
Jetzt könnt ihr wählen gehen. Kommunikation im Tierreich
220909 Mithilfe eines Sensors in der Gebärmutter können Kühe vor dem Kalben eine SMS an den Bauern senden. Das Gerät wurde auf der internationalen Züchtermesse in Rennes vorgestellt und soll dem Bauern helfen, Zeit zu sparen. So wird er weltweit informiert, wenn die Fruchtblase platzt, und kann entscheiden, ob er die Milchwegschütt-Demo in Brüssel weiter durchzieht oder zu seiner Kuh nach Hause eilt. Das französische Unternehmen Media geht noch einen Schritt weiter: die Sonde sendet dem Bauern eine SMS, wenn die Kuh für eine Befruchtung bereit ist. In Planung ist eine Alternative, falls die Kuh für eine Befruchtung nicht bereit ist. Dann geht die SMS direkt an den Stier und lautet: „Wir müssen reden!“ bzw.: „Lass uns Freunde bleiben!“ (Quelle: Der Neue Tag, 19/20Sep09, S.6) Das Rind als Freund
080909
Wenn der Bauer auf Deichwanderschaft geht, nimmt er seine besten Freunde mit. Allerdings sollte er resistent sein gegenüber schwankenden Freundschaftsverhältnissen. Wenn die Reisegruppe aus drei Teilnehmern besteht, können sich Allianzen bilden, was man als Ausgeschlossener besonders während der Pausen zu spüren bekommt. Besser, man geht zu zweit oder zu viert. Heu mit Geschmack
070909
Das Vieh frisst sich auf der Weide immer um den Hahnenfuss herum. Das Bittergras im Heu nimmt das Vieh im Stall eben in Kauf, solange das gute Gras überwiegt. Beim Mensch ist es umgekehrt. Das merkt man beim Kaufen von Tonträgern. Für ein bisschen Geschmack muss man den ganzen faden Rest mitschlucken. Auch mit den Parteien ist es wie mit einer CD. Da ist immer nur ein Stück drauf, das einem wirklich gefällt, den Rest nimmt man in Kauf. Es wird Zeit, dass mal ein Produzent auf die Idee kommt, einen Polit-Super-Sampler zu machen, z.B. Gysi plus Künast, etwas neueste Merkel und von mir aus Steinmeier, aber nur kurz. Oder sogar statt Merkel ein Rüttgers-Solo. Wie er klarmacht, dass die deutsche Arbeitsmoral um soviel besser ist als die der Rumänen und sich im nächsten Track gleich dafür entschuldigt. Das Rüttgers-Solo klicken dann die klassischen SPD-Wähler am häufigsten an, aber nur mit Kopfhörer. Und nur bis zur Entschuldigung. Schweizer Käse aus der Wüste
040909
Die schweizer Almbauer werden derzeit umgeschult auf Milchproduktion in wüstenähnlichen Gebieten, denn Gaddafi hat die Auflösung der Schweiz gefordert. Sein Sohn hatte Hotelangestellte misshandelt und wurde dafür gerügt - ein Affront, der nur mit der Zerschlagung des alpenländischen Kantonkonglomerats gesühnt werden kann. Das schweizerische Staatsterritorium solle an die Nachbarländer verteilt werden. Die Schweizer lehnen Gaddafis Vorschlag mehrheitlich ab, zeigen sich aber kompromissbereit. Die Schweiz hat jetzt damit begonnen, die lybischen Nummernkonten aufzulösen und an die Nachbarländer zu verteilen.
Gaddafi fordert jetzt die Auflösung der Nachbarländer der Schweiz wegen nachweislicher Annahme von Blutgeld aus Drogenhandel und Waffenschmuggel. Die Schweiz wird reinstalliert, die Nachbarländer werden an die Schweiz verteilt. Als Gewinner werden die schweizer Almbauern dastehen. Sie bekommen ihre Saharamilch mit Erdöl aufgewogen. Dem Traktor unter die Haube geschaut
240809 Soviel zur Umweltprämie: 400000 KM, Toyota Carina, Baujahr 94, immer noch 5,8 l Super auf 100km, 1.Motor, 1.Getriebe, 1. Kupplung, Werkstattkosten: 1 Inspektion im Jahr; Guck auf die Tanknadel :zwischen ganz voll und halb voll bei 316 km = 1100 km bei Tank leer (60l): Klar, dass mir den jeder abkaufen will, keine Chance. Lernt erst mal Autofahren, Ihr ElektrischeFensterhebernutzer und KlimaanlagendurchdieGegendfahrer: Drehzahl niedrig halten, Schwung ausnutzen und die Drängler-Prolls meiden. Dann müsst ihr auch nicht wegen den Schulden fürs Neufahrzeug nächstes Jahr schon wieder Privatinsolvenz anmelden. Und blöd gucken, wenn das Elektroauto kommt. Landfunk als Alternative
Lichtenergie auf dem Land
230809
Die Europäer sollen Energie sparen. Die Glühlampenherstellung versiegt im September, verfügt hat das Glühlampenverbot die EU-Energiekommission auf Druck der deutschen Bundesregierung.
Deutschland ist ein Land, indem ununterbrochen die Ampeln leuchten, auch nachts um drei. Der Verkehr schläft, die Ampeln halten Wache und schalten unerbittlich von Grün auf Rot, wenn du einsamer Pilger vom Gig nach Hause reist, auf der Landstrasse, weil das gemütlicher ist als auf der Autobahn, wo auch um drei Uhr nachts die rechte Spur strotzt vor rollendem Konsumgut und dich die fetten Vans amokbereiter, hochverschuldeter Familienväter von der Mittelspur lichthupen. Und weil du nachts um drei nicht mutterseelenallein auf dem Land an einer roten Ampel herumhocken willst, gibst du Gas, um da vorne die Grünphase noch zu erwischen und dann bricht urplötzlich ein Lichtschwall ins Auto, da wirds ganz warm im Gesicht, in deinem Gesicht, welches jetzt in dem Kasten kurz vor der Ampel gespeichert ist samt deiner Temposünde.
Das war mit Sicherheit kein Energiesparlampenblitz, dafür kam er zu schnell. So ein Blitz kostet soviel Energie, damit könnten sieben Abwrackprämiengeschädigte, die sich sehenden Auges gegen einen Judaslohn für Jahrzehnte verschuldet haben, mit dem Weib und der kompletten nutzlosen Brut nach Mallorca fliegen und gleich dortbleiben, samt dem bescheuerten Familienvan.
Klar, dass da alle anderen Energie sparen müssen, nur so können die Ampeln weiter leuchten und uns in die Blitzfalle locken, uns Nachtreisende, die euch die Krise bezahlen, die bald noch viel schlimmer wird. Und weil die Steuerausfälle noch lange weitergehen, ist unser Schneeballsystem zwischen den platzenden Bankenblasen auf uns angewiesen, die wahren Devisenbringer, die wir uns von Ampel zu Ampel durch das Land tasten. Seid wenigstens ein bisschen dankbar und gedenkt unser, wenn ihr jetzt bald diesen Spardreck in die Fassungen schraubt. Bauer als Ackerprofiler
220809
Der richtige Glaube weist den Weg zum irdischen Glück, das weiss der fromme Bauer und liest neben dem Bauernblatt auch mal die richtungsweisende WELT, in der heute Thomas Müller, ein bekannter Profiler aus Österreich, im WELT-Interview die wichtigsten Stationen auf dem Weg zum Bombenbastler aufzeigt: "Wer zuhause von Frau, Mutter, Freundin empfangen wird, die sagt, 'komm die Suppe ist fertig, lass uns zu Abend essen,' der wird nicht erst sagen: 'gleich Schatz, ich leg erst noch die Bombe weg."
Isolation und Vereinsamung gehe laut Müller dem Amoklauf immer voran und zu demjenigen von Winnenden könne man den Eltern böse Fragen stellen, etwa: "Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihren Kindern das Abendgebet gesprochen? Da wird es bei meinen Vorträgen meistens sehr still..."sagt Thomas Müller. Offenbar haben die Zuhörer die ganze Zeit gequatscht und an dieser Stelle wird ihnen klar, dass die meisten Kinder ab der Pubertät ihre Abendgebete lieber alleine sprechen und auch keine Geschichten mehr vorgelesen haben wollen. Ausserdem hocken die richtigen Bombenbastler fernsehpräsent in grossen Städten und setzen ihre Basteleien ganz offiziell und nie ohne direktes Mandat von ganz, ganz oben ein, z.B. um fehlende Lizenzen für den vermuteten Besitz von Massenvernichtungswaffen zu sanktionieren. Aber bevor noch Zweifel aufkommen, fällt der Blick des Lesers auf die Meldung schräg rechts, neben dem Interview: "TÜRKEI - Mann tötet seine Frau und fünf Familienmitglieder." Prompter gehts nicht. Bei dieser Amoktat in der Schwarzmeerprovinz Zonguldak hat der 22-jährige Täter wohl schon sein ganzes Leben fünfmal am Tag in Gemeinschaft gebetet, ein einsam und isoliert gesprochenes Abendgebet war sicher nicht die Ursache. Vielleicht war die Suppe kalt? Reiseleder oder Heukneuel?
200809
Immer im August hat der Stadbewohner Zeit, beim Urlaub auf dem Bauernhof dem Gastwirt beim Heuwenden zu helfen oder sich mit dessen alten Büchern zu beschäftigen. Man hat ja bezahlt. Schau an, schau an, was der alles hat. Lange nicht mehr Karl May gelesen, diesen großen Erzähler. Zentnerschwere Regalreihen aus dem Wilden Westen und der Wüste stehen an der Wand, man kennt die Geschichten auswendig, denn einen grossen Teil seiner Jahre zwischen acht und 13 hat man damit verbracht, herauszufinden, ob Old Shatterhand im Wilden Westen Klopapier benutzt hat oder Blätter, bzw. Sand in der Sahara. Ja und? Was rümpft man da die Nase? Bitte - was ist an einem Stück Klopapier verwerflicher als an einem Stück abgezogener Kopfhaut? Vielleicht verfügte der Reiseschriftsteller damaliger Zeiten ja über ein Reiseleder, hygienisch verpackt und wiederverwendbar. Praktischerweise einfach ein Stück Schnittabfall der Lederleggins, mit Fransen, einer groben Seite und einer weichen. Keiner berichtet einem was davon, aber deswegen zu schliessen, dass es das nicht gab, wäre voreilig. Das Kulturgefühl jener Zeit hat solcherlei Dinge des täglichen Verrichtens ignoriert, die Feuchtgebiete waren noch feucht vom Blut erschlagener Feinde bzw. Freunde und nicht von Rückständen menstruierender Frauen. So ein Bindenbericht hätte mich damals genausowenig interessiert wie heute, aber inzwischen wird man von Abhandlungen über die Schleimhautprozesse der MitmenschInnen geradezu bedrängt. Da soll man sich nicht für das Arschputzleder von Old Shatterhand interessieren dürfen?
Folgekosten der Schweinehaltung senken
170809
Die Schweineerkältung springt seit kurzem auch ausserhalb der Koben auf Menschen über. Hier hilft kein Lamentieren, sondern nur aktive Immunisierung durch Massenkontakt. Die Bussikultur blüht seit Jahren und macht Menschen zu Petrischalen. Die Immunisierungsvorkämpfer haben ihren bezahlten Urlaub genutzt, sich in die Kulturen gehockt und viral voll getankt. Jetzt gehen die Ferien zuende, die Pauschalurlauber reimportieren ihren infizierten Nachwuchs und die Schulen werden in ihrem Kampf von den Eltern einmal mehr alleine gelassen. Doch unverdrossen hängen die Rektoren Plakate auf die schwarzen Bretter, worauf Verhaltensregeln die Schweinegrippe bekämpfen helfen. Vor allem soll man sich unermüdlich bei jeder Gelegenheit die Hände waschen.
Was von der Grippewelle bleibt, sind seelische Krankheitsbilder. Menschen mit latentem Waschzwang werden die Opfer dieser Grippe sein, Menschen, die sich sowieso innerlich immer schon als Schwein gesehen haben, werden offiziell täglich bestätigt und zu armen Schweinen gemacht. Wenigstens sind sie dann gegen die Grippe immun. Artgerechte Haltung
170809
Was die Menschen immer interessiert, ist der Stand der Tiererettung. Heute kommt im Infoterminal der Post Heidelberg die Meldung samt Foto, wie ein aus einem Zirkus geretteter Löwe seine Retterin und Pflegemutter küsst. Er versucht halt, die Schnauze durch die Gitterstäbe zu kriegen, um Unterwerfung gegenüber artwidrigen Verhaltensanforderungen zu demonstrieren. Das ist nichts Besonderes, so wird der Friede im Käfig erhalten und es gibt immer ausreichend zu essen. Das machen alle Männer so. Die Meldung vom Kusslöwen ist laut Google vom Januar 2007. Wie erklärt man sich diesen Schönheitsfehler angesichts global gültiger Aktualitätskriterien? Beim nächsten Kuscheltest (Februar 2007?) hat der Löwe möglicherweise deutliche Kussfortschritte gezeigt. Nach einem einzigen Zungenkuss war die bessere Hälfte der Pflegerin beim Löwen. Die schlechtere Hälfte hat danach Fotos verweigert. Sie kommt vielleicht bald als Sonderbriefmarke. Den Löwen haben Retterinnen inzwischen freigelassen, damit er in der Savanne den Löwinnen zeigt, dass es mehr gibt als immer nur Sex. Traktor für die kleinen Städter
100809 Während die Großen aufs Quad hocken, wenn sie zu doof zum Motorradfahren sind, steigen die Kleinen souverän aufs Laufrad. Sie haben dieses Easy-Rider Gefühl auf Stützrädern nicht nötig. Sie treiben sich ehrlich mit den Füßen an und bremsen mit der Schuhsohle oder notfalls barfuß, im Gegensatz zum blöden Quadler. Der bremst mit dem Hinterkopf bzw. den Arschbacken, wenn der Salto vorwärts erstmal komplett gelingt. Im Magazin der oberpfälzer Zeitung „Der neue Tag“ werden heute die verschiedenen Laufradtypen für Kinder besprochen. Es gibt den einfachen Grundtyp, der bei den Endverbrauchern am besten ankommt, weil er das Kind einfach nur schnell macht. Kinder pfeifen auf Klimaanlage oder elektrische Fensterheber, sie stehen auf selbergemachte Geschwindigkeit. Wenn man zusätzlich gelegentlich noch eine Kurve machen kann – "sag, was braucht das Glück noch mehr?" (Ringsgwandl). Ein Hersteller stattet seine Mobile mit einer Piratenflagge aus, voll im Trend. Morgen kommt die Bundeswehrflagge. Damit darf man dann die Piraten versenken. Manche Modelle verfügen über Bremsen, die aber laut Fachleuten gleich abgebaut werden sollten, weil sie Kinder nur irritieren. Kinder bremsen am liebsten mit dem eigenen Körper, genau wie die Erwachsenen auf dem Quad. Außerdem kann sich der „Bautenzug um den Lenker wickeln“, w1248696522 ...mehr >> Die Kuschelkuh
250709 Wenn die Milch wertlos wird, müssen die Kühe neu strukturiert werden. Eine Bäuerin im Sauerland vermietet ihre Kühe an Touristen zum Kuscheln. Die Kuschelkuh ist so beliebt, die Gäste müssen vorausbuchen. Das hätte man doch auch bei Opel tun können. Statt einem Konzern Milliarden hinterherzuwerfen, damit er weiter Zeug produziert, das keiner kauft, hätte unser Wirtschaftsmini |