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Stallbeschallung

090310 Zufällig hat der Bauer den alten Degenhardt eingelegt bei der Stallbeschallung und ist bei Väterchen Franz genauso ergriffen wie sein Vieh. Es gibt tatsächlich deutsche Liedermacher, die sich zu Recht so nennen. Die magere Begleitmusik weckt raffiniert die Bereitschaft zum Zuhören. Die dünne Begleit-Gitarre oder die klägliche Orgel bei Tante Threse - wie stark das den Text zur Geltung bringt. Im Kontrast zur Begleitung ganz im Vordergrund die harte Stimme, die Aussprache von einer seltsamen Klarheit, die dem dialektverdruckten Bauern sofort deutlich macht: hier hat einer etwas zu sagen und tut das auch. Wie - nicht mehr aktuell, sechziger Jahre? Degenhardt kann mit wenigen Worten starke Bilder erzeugen im Kopf. Das schaffen die rezenten Doppelklicker und Blog-Mitschwätzer bloss auf ihren Bildschirmen und brauchen dazu ein Grafikprogramm. Die können ja nicht mehr sprechen vor lauter Rechtschreibreform. Die Leute geben wohl Töne von sich, irgendwie strukturiert und nach Mitteilung klingend, aber die Gedanken sind derart unscharf und neblig, dass, wenn jetzt bald der CIA oder die Russenchinesen die Telepathie erfinden, dieses Gedankengeschwurbel keiner entziffern kann. Immerhin. Das ist der Vorteil der Rechtschreibreform: telepathische Abhörsicherheit. Moment - vielleicht liesse sich der Grönemeyer wenigstens telepathisch verstehen? Der ganze aufgedröhnte Sangesquatsch im Rundfunk könnte telepathisch als das erkannt werden, was er ist: aufgedröhnter Sangesquatsch, Komposthaufen für das Karrierewachstum untalentierter Redakteure und Intendanten. Bitte weiterforschen.
Im öffentlichen Bärendienst

080310 Allmählich wird der Bauer daraus schlau, was Deutschland in Afghanistan will: keine Fehler machen. Wegen dem Oberst, der am 4. September 2009 die Tanklastzüge bombardieren liess, mussten der Generalinspekteur und der damalige Verteidigungsminister zurücktreten. Der neue Kommandeur ist Ehrenkreuzträger in Gold und Silber. Wenn er Kundus übersteht, wird er General, spekuliert die ZEIT: „Er darf nur keinen Fehler machen. Ein Fehler, das ist alles, was es in die Nachrichten schafft: tote Zivilisten, deutsche Särge.“ Ok, Kommando zurück: nicht wegen dem bombardierten Tanklaster gab es die Rücktritte, sondern wegen den Nachrichten. Der Oberst kann demnach nichts dafür. Das Konzept, nicht in Erscheinung zu treten, ist eine altbewährte Strategie und Voraussetzung für die Karriere im öffentlichen Dienst. Nun bekommt das Leben neuen Sinn. Vielleicht wird Bauer Herrmann bald General. Der tritt in Afghanistan sowas von nicht in Erscheinung, da kann sich jeder Heeresinspektor ein Beispiel nehmen. Und jetzt schau an: Bauer Herrmann ist der, der in Afghanistan von Anfang an nicht dabei war! Und das weiß auch keiner. Jawoll! Vom Gefreiten der Reserve zum General! Raus aus der Mottenkiste mit dem kleinen Dienstanzug und dem einen Streifen auf der Schulter. Da sitzen bald einige goldene Sterne drauf mit Eichenlaub...Stillgestanden vor dem Spiegel im Bauernschrank! "Rrrriiiecht oich! Augngng rrradeee-ausss! Mpaniiie - Rührrroich!" Hey, das klappt ja noch! Und so nach Brüssel marschiert und die Milch in den Gulli gekippt: "Prässentiiiert die Kanister! Kiiiipp-ausss! Uuund: kippzwodreivier - kippzwodreivier..."
Bauer sucht Komplimente

070310 Beim Surfen schiesst der Bauernbrowser wieder mal übers Ziel hinaus und landet bei einem Fondmanager: http://aktienhandel.septfilles.ch/. Dort öffnet sich ein flotter Schweizer und fragt: "Hat dir heute schon jemand gesagt, dass du eine wunderschöne Frau bist?" Guter Trick. Der Bauer zum Beispiel ist zwei Hundertstel Sekunden baff von einer derart dreist in die globale Welt gesetzten Offenbarung der brunzbescheuerten Art und Weise, wie heutzutage der aufstrebende Schweizer Jungmann seine Bettkontakte anbahnt. Aber dann beruhigt sich der Landmann wieder und freut sich über das Kompliment. Der Sonntag ist gerettet.
Handy gesund

070310 Laut Meldung der Oberpfälzer Zeitung "Der neue Tag" vom 20.9.09 können Kühe schon 2010 über einen Sensor den Bauern per SMS kurz vor der Kalbung alarmieren. Das Handy gehört heute zur Landwirtschaft wie der Misthaufen und der Bulldog. Handystrahlung soll nicht nur keinen Krebs auslösen, sondern auch Alzheimer verhindern. Wie hat die Wissenschaft das entdeckt? Hat man die langjährigen Handynutzer ohne Alzheimer gezählt? Oder hat man die Alzheimerpatienten gezählt, die behaupten, sie hätten kein Handy - sie wüssten nicht mal, was das sei? Die hatten tatsächlich kein Handy in der Hosentasche. Und auch in der Wohnung lag kein Handy herum. Die Forscher hätten mal in den Kühlschrank schauen sollen. Oder in den Brotkasten.
Hilfsgüter

060310 Als Hersteller von Nahrungsmitteln ist der Bauer sehr darauf erpicht, kein Gramm Essen verkommen zu lassen, der Teller wird immer leergeputzt. Dennoch spendet die Genossenschaft immer wieder Lebensmittel für Katastrophenopfer und sorgt für den optimalen Transport. Die rumänischen Behörden haben neulich in einem bulgarischen Lastwagen, der Hilfsgüter für Erdbebenopfer via Antwerpen nach Haiti transportieren sollte, 100 Kilogramm Heroin sichergestellt. Dem Fahrer drohen nun bis zu fünfundzwanzig Jahre Haft. Die Bulgaren sind konsterniert. Da stehen die Völkergemeinschaften in der Not zusammen, jeder gibt, was er hat, und dann ist es wieder nicht recht.
Kein Bauernkrieg

060310 Alle Käßmannexegeten werden keinen Bauernkrieg auslösen, auch wenn sie noch so herumeifern: Die Bischöfin ist nicht zurückgetreten, weil sie alkoholisiert am Steuer gesessen hat. Sie ist zurückgetreten, weil sie dabei erwischt worden ist. Und jetzt ist gut.
Bloggerdiebstahl

050310 Immer wenn dem Bauern die ZEIT unverlangt in den Hof geworfen wird, löst er das Drumherumrederätsel vom Magazin und dann ist auch gut. Heute aber hat er auch vorne reingeschaut. ZEIT-Schreiber Martenstein hat die Texte von Plagiatorin Hegemann (17) mit denen des Texturhebers Blogger Airen (älter) verglichen und findet die Hegemannschen Änderungen besser: "Der Nette Fucker stand nackt in der Tür und wisperte: Hey Airen! Bleib ruhig liegen! Alles ok!". Das hat Hegemann draus gemacht: "Im Türrahmen steht der ausschliesslich in Boxershorts steckende Mottosweatshirttyp und sagt: Bleib ruhig liegen, es ist alles in Ordnung." Martenstein findet die zweite Version besser, weil "Mottosweatshirtträger" genauer sei als "Netter Fucker". Woher kommt diese Neigung zu völliger Fehleinschätzung der Wirkung von Sprache? Zu lange in der ZEIT? Im Gegensatz zu "Blöder Wichser!" bezeichnet "Netter Fucker" sehr genau die Bereitschaft der freundlichen körperlichen Zuwendung zum Zwecke gemeinsamer Ekstase. Das kapiert jeder sofort. "Mottosweatshirtträger" dagegen ist eine holprige, verquaste Wortzusammenstopfung, die sich jemand aus den Fingern gesaugt hat, weil ihm Lebenserfahrung und somit empirisch verinnerlichte Bildhaftigkeit der Sprachgestaltung fehlt. Das Verb "wispern" passt laut Martenstein nicht zu einem "Netten Fucker". Wieso denn nicht? Jemand, der seine Lautstärke der empfindlichen Situation des frühen Morgens anpasst, ist doch viel netter, als ein "Fucker", der ohne Rücksicht rausplärrt, dass er sein "Mottosweatshirt" nicht finden kann. Wie schlecht die Hegemann ist, wird spätestens dann klar, wenn sie den Fremdtext so umformuliert: "Man hätte dir echt die Gedärme aus dem Körper schneiden können, und irgendwann wärst du dann aufgewacht ohne Tasche und mit 'nem 2 x 2 Quadratmeter großen Arschloch." Da müssen die Kids immer gleich Gedärme rausschneiden, um Eindruck zu schinden. Der erfahrenere Airen schreibt: "Ich hätte dir echt den Blinddarm rausnehmen können. Wäre dir das im Club passiert, wärst du irgendwann ohne Handy und mit sooo einem Arschloch aufgewacht!". Das klingt viel eher so, als habe es jemand gesprochen. Da weiß man sofort: der Typ war bewusstlos, die Schwulen im Club nehmen sich gegenseitig gern die Handys weg und können sehr nett ficken. Auch ohne dass der andere dazu ja sagen muss. Martenstein verwechselt Beobachtung mit Vokabelrandale. Er findet, die herausgeschnittenen Gedärme und das Quadratmeterarschloch seien genauer beobachtet. Das ist genauso, wie wenn jemand kreischende Weiber als "interessant" bezeichnet, dabei gehen sie einem bloss auf die Nerven. Die überkandidelte Rausschneiderei und die hektarmäßige Übertreibung der Analdehnung sind schon nicht mehr an den Haaren herbeigezogen, sondern kindisch unaufgeräumte Schlampigkeiten im Bild. Die Sprachbeispiele der pubertierenden Hegemann wirken wie der Blick in das Kinderzimmer einer alleinerziehenden interessanten Frau.
Sau oder Sauna

030310 Als Saunagänger und Hummerverweigerer aus moralischen und ökonomischen Gründen ergreift den Bauern diese Meldung besonders: in der zentralrussischen Stadt Kirow hatten Mitte Februar zwei Saunagänger das Kühlbecken versehentlich auf 100 Grad gestellt. In Erwartung einer Abkühlung sprangen sie in die Brühe und starben den Hummertod, sogar ein Augenzeuge konnte sie nicht retten, er schaffte es nicht, sie aus dem kochenden Wasser zu ziehen. Wenn jemand da nicht mehr von selber rauskommt, ist es sowieso zu spät. Aber gut verständlich, dass sowas passieren kann. Da dampft das Becken - na und? Das tut es immer. Man hält den Zeh rein - es fühlt sich an, als wäre es ganz heiss, so kalt ist es. Man will kein Weichei sein, man springt rein und die Kälte bringt einen fast um. Bis man merkt, das ist ja heiss! - ist man schon tot. Zum Glück muss man bei uns die Kühlbecken nicht heizen, eher kühlen. Trotzdem schaut man jetzt besser nach, ob es da einen Einstellknopf für Temperatur gibt. Und vielleicht darf man Hummer doch essen.
Drauf und dran, Spiess voran...

020310 ...setzt aufs Klosterdach den roten Hahn! - so beginnt ein Kampflied aus dem Bauernkrieg. Nicht nur Jesuiten geraten jetzt ins Visier der Öffentlichkeit. Im Benediktinerkloster Wechselburg (Mittelsachsen) wurden laut ZDF-Text nun drei Mönche mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden. Die Aufgaben sind von normalem Gewicht und gesund. Zeitgleich haben Münchner Staatsanwälte im Zuge der Ermittlungen gegen Missbrauch das Kloster Ettal durchsucht. Die Hoffnung, die Täter in flagranti erwischen zu können, wurde enttäuscht. Gibt es einen Maulwurf bei den Münchnern?
Autobahnbauer

020310 "Deutsche Autobahn senkte sich um zwei Meter ab ", meldete der Bauer-Browser. Es handelt sich um einen jüngeren Teil der A3 am Wiesbadener Kreuz. Ursache: 80% des Zements waren unter der Hand verkauft und durch billigeres Material ersetzt worden. Möglicherweise müssen jetzt wegen Absenkungsgefahr alle Nachkriegsautobahnen geflutet werden.
Lachende Hühner

020310 Wenn so ein Gockel seine Rede hält, da lachen ja die Hühner. Allerdings nur hinter vorgehaltenem Flügel, sonst ist später die ganze Herumbrüterei umsonst. Der Mensch darf lauthals lachen, auf dem Sofa, vor dem Fernseher, wenn der Politiker spricht und erst recht, wenn er im politischen Kabarett sitzt. Soeben wurde der Westerwelle von den Linken als rechter Hetzer bezeichnet. Das ist nicht so tragisch, wichtig ist, was macht jetzt das politische Kabarett draus? Da hat der Bauer großen Respekt. Wenn politisches Kabarett etwas bewirkt, dann ist die Architektur der politischen Landschaft, wie wir sie momentan haben, eine Auswirkung von politischem Kabarett. Wer weiss, was da noch kommt. Wir hatten ja schon in der Weimarer Republik politisches Kabarett.
Hüftkopfmotor

020310 Als technikbegeisterten Bulldogbastler interessiert den Bauern der glatte Lauf vom Kolben im Zylinderkopf. Wenn sich Riefen in der Zylinderwand bilden, frisst jeder Kolben fest. Mehr als zweihundert künstliche Hüftgelenke wurden jetzt vom Lorettokrankenhaus in Freiburg zurückgerufen. Ihre Besitzer müssen sich einer Inspektion unterziehen, es droht Entzündungsgefahr durch Metallabrieb. Möglicherweise laufen die Gelenkköpfe unrund und müssen überholt werden. Bei Überholvorgängen in der Fußgängerzone kann es zu Aussetzern kommen. Gefährdet sind dabei Überholender wie Überholter. Die Klinik sollte eine Fusion mit der Vertragswerkstatt größerer Automarken erwägen. So kann man in Zukunft die Rückrufaktionen von Mensch und Auto verbinden. Wenn nach der Inspektion der Patient mit 120 kmh in der Fußgängerzone überholt, muß er zurückgerufen werden. Dann wurde wahrscheinlich der Hüftkopf mit dem Zylinderkopf verwechselt.
Gluckeninstinkt

260210 Wenn der Bauer morgens aus der Tür tritt und "guckguckguck" macht, kommen die Glucken in hellen Haufen angetrippelt, pickbegierig und eifersüchtig auf jedes Krümelchen. Die aufgeflogene Autorin Hegemann hat den Gluckeninstinkt sogar beim Menschen wachgerufen. Heute bei Iris Radisch, einer der älteren Nutzniesserinnen des weiblichen Kulturetablissements in der ZEIT. Die Medienwelt wird von Radisch als Männerwelt entlarvt, das Herrenfeuilleton mit Kirchenvätern verglichen. Die Kritiker von Hegemann werden als dreschendeTotschläger dargestellt, als "gelte es, die Roten Khmer " abzuwehren. Warum nimmt Radisch hier die Khmer? Warum nicht die Taliban? Die gäbe es heute noch... wie? Die binden doch den Frauen ein Kopftuch um und das ist ein politisch korrekter Grund, deswegen ein Land mit Krieg zu überziehen? Wo auch mal Tankwagen bombardiert werden? Mit vielen toten Kindern als Kollateralschaden? Achso? Deswegen nimmt Radisch also lieber die toten roten Khmer her? Das glaube ich nicht. Das wäre ja nicht nur saudumm, sondern perfide. Als weiteres Märtyrerbeispiel wird Elke Heidenreich angeführt. Die wurde von M.R.Ranicki getadelt und in der Folge "aus dem Männerfernsehzirkus ausgeschlossen". Schon neulich wurde eine Frau aus dem Männeraltarzirkus ausgeschlossen, bloß weil sie das Männerritual Alkohol am Steuer durchgeführt hat. Jetzt sind in Hessen tausende pflegebedürftige evangelische Schäflein ohne Trost und müssen ohne weihevolle Armausbreiterin ihrem schmucklosen Glauben nachgehen. Die Frauen erkennen in der Männerwelt nie den Zeitpunkt für die richtige Bewegung. Die eine haut sofort ab, die andere krallt sich solange fest, bis die gesamte Partei mitabrutscht, was zur Folge hat, dass Hessen von einem unsäglichen Gockel regiert werden kann. Was wollen denn die Frauen in der Männerwelt? In so einer Männerwelt haben ja nicht einmal Männer etwas zu suchen.
Bauernherrgott

240210 Die evangelische (sowieso) Bischöfin Käßmann wurde betrunken am Steuer bei einer Rotlichtversündigung ertappt. Daraufhin trat sie vom Amt zurück. Der Bauernherrgott ist halt doch katholisch. Der ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein bedauerte in seiner Funktion als Vizepräses der Evangelischen den Rücktritt von Frau Käßmann. Für Beckstein und andere bayerische Ex-Ministerpräsidenten sind zwei Maß Bier am Steuer noch lange kein Rücktrittsgrund. Im Gegenteil: »Von mir aus hätte sie bleiben können«, sagt er, außerdem habe sie »ergreifende Predigten« gehalten. Eine etwas undeutlichere Aussprache nimmt strengen Worten die Schärfe und wenn die Person genau dann von der Kanzel kippt, wenn man es erwartet, kann man Wetten gewinnen oder fühlt sich zumindest total ergriffen. Der Rücktritt geschah demnach nicht, weil Käßmann beim Autofahren angetrunken war, sondern weil sie erwischt wurde. Das Hauptmotiv war also bloß Angst vor den Kommentaren der Comedians. Würde einem bayrischen Ministerpräsidenten nie einfallen. Höchstens das Zitat: "Herrgott, Margot, bisch du griffig!" (M.Weckesser, 1972)
Erklärung

210210 Wenn der Bauer während der Tagesschau an der Steuererklärung herumtabelliert, öffnet das Unterbewusste unmerklich die Pforte zur Hölle der Freudschen Fehlleistungen. "Die Schwarzgeld der Bundesregierung...". Die? Wieso "die" und nicht "das"? Freudscher Verhörer. Gesagt wurde natürlich: "die schwarzgelbe Bundesregierung..." und so weiter.
Kondome zu gross?

170210 Männer kaufen oft zu grosse Kondome. Wer glaubt, das liege daran, dass ihnen ihre Frauen immer zu kleine Kondome kaufen, liegt falsch. Einer Studie der Zeitschrift "Sexually Transmitted Infections" zufolge sind Pornofilme schuld, diese verzerren die Wahrnehmung der eigenen Größe. Einer der leitenden Wissenschaftler, Bill Yarber, folgert daraus, dass "Frauen keinen Penisneid haben, sondern Männer". Er schlug vor, deshalb die kleinste Kondomgrösse als "Large" zu bezeichnen, eine mittlere Grösse als "Extra large" und so weiter. Auf gar keinen Fall gross, mittel und extraklein. Das ist logisch. Und analog zur entdiskriminierenden Bezeichnung von Berufen wie "Bauer" zu "Nährstofferzeugungsmanager" könnte man die Verwender von "Large" zu "Multifunktionskompetenzenträger" aufwerten.
Bauernkunst

120210 Ein anonymer Telefonbieter bezahlte auf einer Versteigerung in London Anfang Februar für die Skulptur "Schreitender" (Giacometti, Schweiz) 65 Millionen Pfund Sterling. Der Rekordpreis gilt Kunstgewerblern wie dem schweizer Kunst-Professor Beat Wyss als Widerlegung der "von Schadenfreude geleiteten Auffassung", die Finanzkrise habe auch dem Kunstmarkt den Weg zu mehr Demut gezeigt. Ach woher denn. Den Kunstmarkt hat doch schon die Altbauern-Oma Anfang der zwanziger Jahre im letzten Jahrhundert in die Schranken gewiesen. Die hat damals für ein einziges Brot hundert Millionen Mark bezahlt, da war der "Schreitende" noch gar nicht gegossen.
Gockelrespekt

120210 Respekt erwartet der Gockel, weil er so schön krähen kann und eine überwältigende Mehrheit der Hennen zollt ihm denselben uneingeschränkt. Das weiss der Gockel, ansonsten würde er sein Kikeriki gar nicht erst anstimmen. Menschen zollen bereits Respekt, wenn jemand aus mehrheitlichen Erwägungen heraus gar nicht erst anfängt, zu krähen. Innenminister de Maizière (CD-Partei mit dem U) sieht keine Mehrheit für sein Ziel, die Bundeswehr auch im Inneren des Landes einzusetzen. Für die Einschätzung der aktuellen Mehrheitsverhältnisse zollt ihm der SPD-Innenexperte Wiefelspütz Respekt: »Er kennt die Mehrheitsverhältnisse.« Das ist so, als wenn man einem Fähnchen Respekt zollt, weil es sich richtig herum in den Wind gehängt hat. Ein politisches Ziel wegen ungünstiger Mehrheitsverhältnisse nicht anzugehen, ist die leidige Politikerpraxis, aber nicht respektwürdig. Statt dass einer den Maizière lobt, dass er der einzige ist, der die Rolle der Bundeswehr erkannt hat: Einsatz im Inneren. Laut Grundgesetz dürfen unsere Soldaten ja gar nicht raus. Das tun sie aber die ganze Zeit und deswegen zollen wir dem Maizière Respekt. Wenn man da nur nicht immer so viele Tasten drücken müsste bei dem Namen.
Systempflegesystem

100210 Zufällig liest der Jungbauer den Beipackzettel von seiner Sporttaschenseife. "Speick-Woman: die natürliche Aroma-Systempflege." Wenn die Frau ihr System pflegt, dann auf natürliche Weise und mit Aroma. Frauen achten einfach mehr auf sich. Wir Männer sollten uns an ihnen ein Beispiel nehmen. Auch wir haben ein Recht auf Systempflege. Der olfaktorische Unterschied von Privatleben und Beruf erhebt den Menschen über das Stallvieh.
Almenparadiese

100210 Das Heu wird der Kuh langweilig, sie freut sich auf die Wiese und der Bauer knüpft eine Assoziation zu Almen in paradiesischer Bergeinsamkeit im nahen Süden: Schweiz! Alle reden von der Schweiz-CD, bzw. fangen schon an, die Schweiz-CD zu vergessen. Was ist eigentlich aus der Liechtenstein-CD geworden? Inwieweit hat das wirtschaftliche Ergebnis der Liechtenstein-CD die Neuverschuldung bekämpfen können? Möglicherweise stünde Griechenland viel besser da, wenn man dort das CD-Geschäft nicht sträflich vernachlässigt hätte. Die Frequenz wird schnell steigen. Von der kohlgedeckten Schwarzgeldaffäre bis Liechtenstein vergingen mehrere Jahrzehnte, von da bis zur Schweiz grad mal zwei Jahre. Morgen kommt eine CD aus der Karibik und übermorgen müllt der Browser stündlich irgendwelche Namen auf den Bildschirm. Na danke.
Easy Lanzrider

090210 Bandidos und Hellsangels, zwei der führenden Motorradinstitutionen, liegen laut Tagesthemen (ARD) im Streit und der alte Bulldogrocker spitzt die Ohren. Ist es ein Konkurrenzkampf um das bessere Sozialsystem? Beide Vereinigungen setzen sich intensiv für die Rechte Hinterbliebener ein, indem sie den Hinterbliebenenstatus jeweils an die Konkurrenz weitergeben. Bei den Bandidos bekommen Mitglieder zusäzlich einen Kredit für ein Haus bezahlt, sie bekommen Krankenbesuche oder Gedächtniszelte. Die Hellsangels sind die ältere Gang, haben aber das bessere Krankenhaustagegeld, verfügen über einen Fuhrpark an schweren Herz-Lungenmaschinen, samt Zitterausgleich im Lenker. Jetzt haben die Krankenversicherungen schon wieder die Beiträge erhöht, Personalchefs antworten nicht mal auf eine Bewerbung. Wer aus Hunger eine Frikadelle klaut, wird entlassen und ist sozial verbrannt. Wer das Schwarzgeld aus seinem Frikadellenhandel in die Schweiz bringt, wird höchstens auf eine CD gebrannt. Ich hab doch den Einser, denkt der Bauer, ob ich doch noch mal die NSU-Max aus der Scheune hole? Oder hat man mit zweihundertfünfzig Kubik keine Chance? Die lachen mich doch aus. Vielleicht sollte einer die Initiative ergreifen und eine neue Gang gründen, zum Beispiel die Heavendevils (bis 17 PS). Wer macht mit?
Gasfußstütze

050210 Der Bauer klemmt beim Bulldog das Gaspedal immer extra fest, wenn der Acker lang ist.Toyota ruft jetzt Millionen Autos zurück, weil das Gaspedal klemmt. Die Besitzer haben den Schaden bislang gar nicht bemerkt. „Gaspedal klemmt? Ich dachte, das sei der Tempostat.“
CD-Partei

050210 Dem Bauern ist eines klargeworden: Eine Partei, deren demokratische Kompetenz auf Verpetzen und Bestrafen basiert, ist auf Datenmaterial aus dem Untergrund angewiesen und muss schon im Namen auf das Speichermedium hinweisen. Damit der Kriminelle weiss, wohin er die CD schicken muss. An die CD Partei mit dem U.
Vergeltung

040210 Eine Kuh hat ein Gedächtnis, wie ein Elefant. Ein emotionales Defizit trägt sie dem Bauern lebenslang nach, rächt sich mit Fusstritten oder Störrigkeit. In der Politik der Menschen läuft es ähnlich. Wie die SPD Schwankungen langjähriger Zugehörigkeit vergilt: Lafontaine verlässt die SPD und verliert die Prostata. Müntefering bleibt in der SPD und gewinnt eine von 72 Jungfrauen. Schröder bleibt nicht in Deutschland, aber in der SPD und bekommt weiße Haare. Gabriel verlässt die Basis, bleibt aber in der SPD und bekommt Nahles (nicht ansteckend). Die andern kennt man noch nicht.
Milchmädchen, linksdrehend

040210 Warum mal nicht das Milchmädchen fragen, wenns ums Geld geht, denkt der Bauer. Die Linkspartei hat das Entlarven von Steuerflüchtlingen als ein Konzept zur Haushaltssanierung vorgelegt: eine Aufstockung der Kontrollinstanzen um eintausend Steuerfahnder brächten dem Staat zehn Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen - pro Jahr. Finanziell sind die Linken offenbar noch nicht so weit. Würde man nämlich die Steuerfahnder gleich um zehntausend aufstocken, hätte der Staat schon hundert Milliarden Euro - pro Jahr. Die Kommunen könnten aufatmen. Aber so entgehen uns 90 Milliarden pro Jahr, weil die Linken nicht weit genug vorausdenken.
Bauernschlau

020210  Die Musikindustrie behauptet, die CD sei als Medium tot. Das kann ein schlauer Bauer so nicht gelten lassen. Dass man mit einer einzigen CD Millionen machen kann, beweist jetzt eine CD aus der Schweiz.
Kalorienvergleich

"Ihr wichtigster Verbündeter beim Abnehmen ist Ihr Körper", liest der Bauer im Stern 04 /2010. Hier wird verschwiegen, dass der schärfste Gegner beim Zunehmen derselbe Körper ist. Das vorgestellte Tabellenwerk zum Energieumsatz heißt "Compendium of Physical Activities Tracking Guide", ein Forschungsergebnis der Univesity of South Carolina. Unter der Rubrik „Anstrengende körperliche Arbeit“ verbraucht eine Landwirtin mit 85 kg Eigengewicht 3550 kcal am Tag, der genauso schwere Bauer bringt es schon auf 4220 kcal. Vielleicht wurde bei ihm ein Kalorienvorschuss eingerechnet, er muß ja nachher auch in Brüssel die Milch wegschütten. Eine Frau von 85 kg verbraucht bei der täglichen Schreibtischarbeit 2260 kcal. Ein Mann von 85 kg verbraucht bei der täglichen Schreibtischarbeit aber schon 2970 kcal. Offenbar sind höhere Löhne für Männer irgendwie gerecht. Arbeit im Gehen/Stehen, Kellnerin, 85 kg: 2800 kcal; Arbeit im Gehen/Stehen, Kellner, 85 kg: 3450kcal. Fast ein Viertel an Energie mehr als eine Frau braucht hier der Mann für seinen Beruf. Einer Frau sagen die Gäste nicht so gern, dass das Essen nicht schmeckt. Das verlängert den Laufweg für männliche Bediener, sie bringen das Essen fast doppelt so oft zurück. Eine Frau bringt das Essen überhaupt nicht zurück. Auch der Geschlechtsverkehr wurde energetisch kalibirert. Sex verbraucht bei einem Körpergewicht von 70 kg 50 kcal, bei 85 kg 60 kcal. Anscheinend kommt es nicht darauf an, wer oben ist. Nebenbei kann man den Partner zu einer kalorisch bedingten Verbesserung seiner Performance motivieren. Für 30 Minuten Staubsaugen benötigt man bei einem Körpergewicht von 85 kg 150 kcal, aber wahrscheinlich nur, wenn man den Staubsauger dabei weglässt.

 

Politikcomedy

310110 Den Bauern freut es, wenn seine Tiere grunzen oder muhen, auch wenn er nicht versteht, was gesagt wird. Der wahlmündige Bürger kann das nachvollziehen. Über eine Million mal wurde der Englischbeitrag vom scheidenden Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Oettinger, angeklickt. Restdeutschland hat sich anscheinend halb totgelacht. Wieso eigentlich? Die Baden-Württemberger sind wahlmündig, die wissen schon, was sie tun, wenn sie zur Urne schreiten. Sie lachen halt gern unkompliziert: Oettinger ist kein Politikkabarett. Höchstens Politikcomedy.
Wetterfühlig

290110 Nicht nur Landwirt ist ein Beruf mit Wetterabhängigkeit. Heut hat es geschneit, schon heißt es: LKW-Stau auf der Bundesstrasse bei Bernkastel Kues. 20 LKW habe sich quergestellt, meldet der Verkehrsfunk. Aber doch nicht gleichzeitig, oder? Einer steht quer, ok. Da sagt sich der zweite LKW Fahrer: da vorne steht einer quer, da stell ich mich dazu. Der Dritte denkt: hey, da stehen zwei quer, ich mach mit! Der Vierte: Klar, bin dabei. Der Fünfte: Aber bitte nicht ohne mich! Der Sechste sagt sich, dass er jetzt auch nicht vorher rechts ran kann, da hupen die von hinten vielleicht. Jeder siebte LKW-Fahrer hat Abitur. Der Siebte sagt sich: A-Quadrat plus B-Quadrat in Klammer hoch zwei gleich A-Quadrat minus zwei AB plus B-Quadrat. Davon nehme ich jetzt die Quersumme - bin schon da. Und so weiter bis zwanzig. Das alles aufschreiben und als Streetstoryroman rausbringen. Kann man querlesen.
Naturstall

230110 Als Stallinhaber kümmert sich der Bauer permanent um die Bedürfnisse seiner Bewohner. Wie machen es die Tierenutzer ohne festen Wohnsitz? Deren Stall ist die Natur. "Jagdzeit - den Walfängern auf der Spur" heisst der Film, den Trailer kann man anklicken. "Wenn er mir seine Lippen hingehalten hätte, dann hätte ich ihn geküsst," sagt der Mann, der soeben fast einen Wal gestreichelt hat. Stalkingopfer wissen, dass Streichler zu Küssern werden, wenn man sie zu nahe ranlässt. Dann drohen Herpes, Leberzirrhose, Schweinegrippe und überhaupt großes Ekelgefühl. Vielleicht stranden deshalb immer mehr Wale?
Reisen bildet

210110 Statt zu reisen hört der Bauer Nachrichten: Die Griechen haben zugegeben, sie hätten in ihr Bruttosozialprodukt auch Prostitution und Schwarzarbeit eingerechnet. Starker Lernprozess. Viele haben bislang gedacht, das sei das Bruttosozialprodukt.
Ja und nochmals Ja

210110 Der alleinstehende Bauer hat die Macht und klickt auf ARD, Traumschiff. Diese Wahl hätte ihm eine Frau sowieso nicht streitig gemacht. Auf dem Traumschiff hat Sandra, seit acht Jahren mit Michael verheiratet, hinter dem Rücken ihres Mannes mit dem Kapitän einen zweiten Hochzeitstermin für sich und Michael ausgemacht. Als sie Michael ihren Plan eröffnet, stimmt dieser ohne weiteres zu und Sandra weint vor Glück. Offenbar heiraten Frauen wegen der Form, Männer lassen sich dafür aus inhaltlichen Gründen scheiden. Die Scheidungsquote liegt hierzulande bei 50%. Das wiederholte Trennungsglück für Scheidungspaare - ein neuer Markt: "Schatz, wie wäre es mit einer Traumscheidung auf dem Traumschiff?" Da kann man danach auch wieder heiraten.
Imitierte Nahrung

180110 Mit einer Meldung zu Schummelfleisch will den Bauern heute morgen der Browser schocken. Dabei weiss doch jeder, dass Nahrung inzwischen nur aus Imitaten besteht. Die echten Lebensmittel wandern als Protestmasse vor Brüsseler Parlamenten in die Kanalisation. Die Intelligenzmanufakturen sind jetzt gefordert. Das i-Pod kann nicht nur Bier machen, es könnte sicher auch Schinken, Butter und Käse. Vielleicht sogar Milch, 1,5% und 3,5%. Oder sie imitieren gleich das Sättigungsgefühl. Das geht doch auch per skype. Bald spielen sich die Menschen nicht nur sexuelle Höhepunkte vor, sondern auch noch die Sattheit nach dem Essen.
Wie in echt

170110 Gestern am Bauernstammtisch: ein leibhaftiger SAP-ler wollte den Bauern vom i-Phone überzeugen. Er hat ein leeres Glas erscheinen lassen, das sich mit Bier füllte, dann hat er das i-Phone wie ein reales Glas gehoben und geneigt, wobei es sich mit dem Geräusch ausströmenden Bieres leerte - am Schluss hat das i-Phone dann laut gerülpst. Auf die Frage, ob man das i-Phone auch mit alkoholfreiem Bier füllen könne, wusste er allerdings keine Antwort.
Planwirtschaft

170110 Die Staatsverschuldung ist so hoch, dass Schäuble den Etat erst einmal ohne Steuersenkung plant. Das bedeutet: die Steuersenkung findet statt, nur taucht sie in der Rechnung nicht auf. Noch nicht. Der Plan: wenn die Wirtschaft angesprungen ist, wird offiziell korrigiert und alle sind bereit, den Trick zu verzeihen. So funktioniert FDP.
Stallfrieden

170110 Im Unterschied zum Mensch kann das Vieh nicht lügen - oder es lügt so gut, dass der Mensch es nicht merkt. Das schafft Vertrauen zwischen den Bündnispartnern und Frieden in Stall und Hof. Anders beim Menschen: Wie sich herausstellt, hat der deutsche Oberst die Unwahrheit gesagt, um  den US-Piloten zum Bombardement der Tanklaster zu veranlassen. Akzeptieren uns die USA jetzt nicht mehr als vertrauenswürdigen Bündnispartner? Müssen wir aus Afghanistan raus?
Humane Schlachtung

130110"  Mit mehr als zehn Schüssen wurde der Arzt regelrecht hingerichtet", formuliert die Frauenstimme soeben in der Sendung "Brisant". Was sind denn das für Vorstellungen, wundert sich der Bauer. Jeder bolzenschusserfahrene Sterbehelfer für Hornvieh weiß, dass ein einziger Schuss genügen muß. Genau das wäre das Regelrechte gewesen. Zehn Schüsse bedeuten eine regelwidrige Hinrichterei, ein mafiöses Geballere, das nichts mit Regeln und Richten zu tun hat.
Make-Up im Stall

090110  Eine Londoner Studie im "Telegraph" belegt, dass Männer übertriebenes Make-Up von Frauen abtörnt. Der Bauer bleibt diesbezüglich seinem weiblichen Mitarbeiter gegenüber neutral, solange das Stallvieh nicht erschreckt wird. Man wundert sich, welche Ergebnisse zuweilen frühmorgens im Badezimmer erzielt werden, wenn die Zeit reicht. In manchen Fällen würden eventuell die Taliban das Make-Up als Alternative zum Schleier anerkennen.

Bergbauernhilfe

070110 Viagra wird neuerdings von Bergsteigern eingesetzt, gegen Lungenödeme in grossen Höhen. Da schaffen auch schlechte Kletterer ihre Achttausender. Der Seniorbauer kann sich vorstellen, welche Witze die Träger-Sherpas machen: "Gestern hab ich wieder einen hochgekriegt, hey, ich hab geglaubt, den krieg ich nie mehr runter." Das geht voll in Ordnung. Wenn ein Witz über der Gürtellinie liegt, dann der. Immerhin achttausend Meter.
Fliegenplage

050110
Der Rekordwolkenkratzer Burj Chalifa in Dubai könnte zum Ziel von Terroristen werden, warnen besorgte Stimmen. Der Seniorbauer weiß: das ist doch die Absicht. Solche Türme sind als Terroristenklatschen konzipiert und holen desto mehr Terroristen vom Himmel, je tiefer sie hineinragen. Bald haben Terroristen sogar in der Stratosphäre keine Chance mehr.
Faulsein für alle!

301209 Unter "Die Wiederentdeckung der Muße" schreibt Ulrich Schnabel übers Nichtstun in der ZEIT. Der nicht zweckorientierte Müßiggang gelte als unproduktiv und öde, darunter litten selbst "solche, die ein Übermaß an Zeit haben: Arbeitslose, Hartz Vier Empfänger, Zwangsentschleunigte." Woher weiß der denn, dass die viel Zeit haben? Rentner haben bekanntlich viel weniger Zeit, als im Berufsleben. Die können ihre Besorgungen nicht mehr in der Bürozeit erledigen. Ja glaubt der denn, dass Arbeitslose und Hartz-Vier Empfänger bloß nebenbei ein paar Handykommandos rauslassen, um die Feten auf ihren Yachten zu organisieren? Was glaubt denn der, was das für ein Stress ist, schon ein einziges Partygirl zu casten! Und die Kontakte zu pflegen für die pharmazeutischen Bedürfnisse der Teilnehmer! Oder die zwei Akkorde auf das Keyboard zu stammeln und die Kontoauszüge zu studieren, ob die GEMA-Tantiemen richtig geflossen sind! Wenn die ZEIT-Schreiber einfach mal damit anfangen, bloß noch ein Zehntel der Buchstabenvielfalt in den Computer zu hacken, würde sich durch Vermeidung von scheinbarer Produktivität und Wortödnis dem Leser das wohltuende Gefühl mitteilen: Der hat ja wirklich etwas zu sagen. Einfach mal den Schnabel halten.
Love and Peace im Trockengebiet

291209 US-Heeresgeneralmajor Anthony Cucolo hat US-Soldatinnen im Irak eine Schwangerschaft bei Strafe verboten. Es sei eine "Belastung für die Kameraden". Bei uns entspräche das der zentralen Dienstverordnung "Bestrafung von Selbstverstümmelung". Diese Diskriminierung der Gebärfähigkeit der Frau wird vom Kongress nicht hingenommen. Die Schwangeren bleiben wegen Gleichberechtigung im Einsatz. Es werden Wickeltische im Bunker eingerichtet. Die Panzer bekommen einen Aufkleber: Baby an Bord und dürfen nicht mehr beschossen werden. Die Panzerhaubitzen werden mit den vollen Windeln geladen. Das Babyphon steht im Schützengraben, die Taliban kriegen nachts kein Auge mehr zu. Wie immer schlagen die bald mit denselben Waffen zurück. Durch die Wüste hallen die Kampfschreie beim fucking for peace, die Orgasmusvortäuschungen schwellen zu einer gigantischen Fata Morgasmana und bald wird die Taktik vom Overkill ersetzt durch die Taktik vom Overbirth. Der Sandkasten ist gross genug.
Mit den Hühnern schlafen gehen

261209 Ok, Film geguckt und jetzt weiss ich, warum solche Filme wie "Mach's noch einmal, Sam!" nicht für Jugendliche unter sechzehn geeignet sein sollen. Man ist beim SWR-Fernsehen der Auffassung, Kinder gehören um zehn ins Bett.
Altenteilgeeignet

261209 Der Bauer zappt ins SWR-Fernsehen: »Die folgende Sendung ist für Zuschauer unter sechzehn Jahren nicht geeignet.« Warum denn nicht? Das sagen die nie dazu! Schon allein deshalb bleib ich dran. Der Film beginnt, schwarzweiß. Vielleicht ist das der Grund? Weil die Jugend Farbe braucht? Jetzt doch kurz mal auf TXT, Der Film heißt »Machs’ nocheinmal Sam«. Ich blick’s nicht mehr. Bitte, kann mir jemand helfen? Wieso geht das unter sechzehn nicht? Wegen dem Machs nocheinmal? Weil die Fünfzehnjährigen es dann einfach nocheinmal machen? Solange es jemand verlangt? Und dann an Erschöpfung sterben?
Trockendünger

261209 Soeben hat der Bauer mal ins ZDF geguckt: Traumschiff. Die eine Blondine rührt in der Bowle und sagt zum Schönling: "Ich habe Landgang!" Also sowas. Dass die Leute gleich so direkt mit persönlichen Malaisen herausrücken. Vielleicht um Vertrautheit herzustellen? Das geht doch den überhaupt nichts an. Schnell weg.
Moral

221209 Für die Ungenauigkeit beim Kommentar zu den drei Toten beim Brand im Kölner Sterbehospiz möchte sich der Bauer entschuldigen. Ob das Mordopfer sein könnten, ist natürlich keine moralische Frage. Sondern eine Juristische. Wir warten jetzt allerdings täglich auf die Meldung: Mehrere Tote in Sterbehospiz, ganz ohne Brand.
Drei Tote in Kölner Sterbehospiz

191209

In der täglichen Flut von Meldungen stechen immer welche heraus, die den Bauern zum Nachdenken anregen.

N-24 berichtet soeben von drei Toten bei einem Brand in einem Kölner Sterbehospiz. Tote in einem Sterbehospiz waren bislang keinem Sender eine Nachricht wert. Vielleicht war das ein Abenteuer-Hospiz? Also der Bauer würde sowas nicht wollen. Ihm persönlich würde ein einfaches, stilles und ausgesprochen unbetreutes Dahinscheiden voll und ganz genügen. Es erhebt sich natürlich die moralische Frage: wenn einer das Feuer gelegt hat, ist es dann Mord? Oder bloß Zerstörung von Inventar?

 

Weißweihnacht für Ochs und Esel

161209
Der Bauer denkt an den Winterweizen und wundert sich, wie die armen Wettervorhersager momentan bedrängt werden, ob es weiße Weihnachten gibt! Ist es wirklich das, was die Nation so brennend interessiert? So brennend, wie der Kurzschluss im Leuchtkerzenstrang? Gibt es weiße Weihnachten? Dann klingt das Interesse mehr wie ein knisterndes Schmurgeln und stinkt nach Plastik. Ist das jetzt wirklich die vom Volk gefühlte Bedrohung durch den Klimawandel: keine weiße Weihnacht? O Mann. Kann man den Leuten nicht ein paar Schneekanonen in die Fußgängerzone stellen? Aber da hält sich kein Schnee, der schmilzt ja sofort weg, weil die Fußhängerzone beheizt wird: Die Türen vom Kaufhof stehen sperrangelweit offen. Es ist ihnen zu warm drinnen. Im Sommer übrigens genauso: da stehen die Löcher genauso weit auf, da ist es den Idioten drinnen auch zu warm, obwohl es draußen noch wärmer ist. Aber dagegen kann man nichts sagen, das geht in Richtung Meinungsfreiheit und das ist Grundlage für Demokratie.
 
Friede den Ställen

161209
Der weltoffene Altbauer frisst am liebsten altes Brot und liest die alte Zeitung. Wieso sollte das denn weniger wahr sein, was da drin steht? , Z.B. im Kommentar der WELT vom 14.12.09, wo Zu Guttenberg als der einzige Minister gelobt wird, der "offen" von Krieg spricht bzw. "das K-Wort in den Mund" nimmt. Möglicherweise ist er deshalb V-Minister geworden - und der Altbauer hatte immer gedacht, K zu führen sei der deutschen Armee per G-Gesetz verboten. Jetzt sind wir also im K, und das, obwohl hierzulande seit Jahrzehnten staatlich bestallte und mit üppigen Pensionen auf Lebenszeit abgesicherte politische Kabarettisten das Volk auf allen Kanälen aufrütteln. Oder kapiert der Altbauer da was nicht? Vielleicht sollten uns die P-Kabarettisten mal den K erklären.
Altes Testament und Dynamitgeld

101209 Der Altbauer kennt sein altes Testament und muß sich über das ZDF wundern: Die ZDF-Korrespondentin sagt soeben über Obamas Dynamitpreisabholung in Oslo: "Hier hat Goliath den kleinen David besucht" - deswegen seien die Norweger erfüllt von "stillem Stolz". Wenn sie ihren Vergleich ernst meint, dann war der Plan, dass der Kleine den Grossen in eine einsame Gegend lockt und dann schmeisst er ihm einen Stein an den Kopf. Hoffentlich hinkt der Vergleich der ZDF-Dame im Endergebnis so, wie schnell zusammengebaute Vergleiche immer hinken. Oder wie Zwerge, denen der eigene Stein auf den Fuss gefallen ist.
Urlaub vorurteilsfrei

071209 Bauern machen nie Urlaub. Dieses Vorurteil wird bei Milchwegschüttfreizeiten in Brüssel krass widerlegt. Dennoch bleibt das Thema Urlaub vorurteilsbelastet. Obdachloser prellt Luxushotels: Mit diesem Vorurteil als Schlagzeile berichtet der Mannheimer Morgen heute von einem obdachlosen Tunesier, der sich als Sekretär von arabischen Scheichs ausgegeben habe, mit dem Auftrag, für seine Chefs eine Reise durch Paris zu organisieren. Er schlief als "Vorhut" tagelang in Luxushotels und trank Champagner auf Kosten der Concierges. Er habe sich genauso ausgedrückt wie ein Protokoll-Verantwortlicher für arabische Würdenträger, gab ein betrogener Concierge zu Protokoll: freundlich, aber auch ungeduldig, sehr autoritär und in der Lage, großen Druck auszuüben. Vielleicht war das gar kein Betrüger. Der war echt und nächstes Mal kommen die Scheichs auch dazu, wenn ihnen die Hotels die Flugtickets bezahlen.
Saubere Schweine

081209 Jetzt ist das erste Schwein in Deutschland mit Schweinegrippe infiziert worden. Wahrscheinlich wurde das Tier von einem Menschen angesteckt. Daran sieht man, wie reinlich Schweine eigentlich sind. Es war das bislang einzige Schwein, das sich nicht richtig die Pfoten gewaschen hat.
Nix Vetterleswirtschaft

071209 Der Landwirtschaftsbetreiber liest soeben: Wirtschaftsminister Brüderle fliegt nach China, um dort Wirtschaftsgespräche zu führen. Der wird diesen Know-How-Kopierern mal richtig ins Gewissen reden. Wir machen jetzt keine Vetterleswirtschaft mehr.
Urbane Hochzeitshuper

061209 Wenn der Bauer in die Stadt zu Besuch kommt, wundert er sich immer wieder über die hupenden Hochzeitsumzüge. Warum hupen die Männer in der Stadt immer so, wenn sie zur Hochzeit fahren? Wollen sie das Gemecker der werdenden Gattin übertönen? Oder geht es um die Verscheuchung böser Geister? Beziehungsweise um die Verscheuchung der Schwiegermutter? Oder sind die Kolonnenteilnehmer wütend, weil da vorne an der Spitze wieder zufällig ein fremder Trottel fährt, der so schleicht, dass noch der ganze Hochzeitstermin platzt? Vielleicht stellen sich die hupenden Heiratsbegleiter auch freiwillig an den Pranger und wollen uns warnen. Oder es sind eifersüchtige Mitbewerber einer Monokultigesellschaft, in der es üblich ist, seine Ansprüche an die Braut vor der Heirat akustisch anzumelden, beziehungsweise abzumelden. Dann bedeutet das Hupen: bin ich froh, dass die ein andrer nimmt. Oder die beiden Hochzeiter vorne kennen die hinteren gar nicht und hupen einfach zurück.
Notruftaste für Seniorbauer

041209 Als das "perfekte Geschenk für die ältere Generation", also auch für mich, bewirbt die Telekom ein neues Handy, welches keine überflüssige Extras aufweise, dafür einen Notrufknopf. Auf der Abbildung erkennt man tatsächlich nur zwei Knöpfe: der eine trägt das grüne Telefon, welches bekanntlich zum Freiton führt (FreiTON! Mit N, nicht mit D, ihr doofen Wortspieler!), der andere trägt ein rotes Telefon. Ist das der Notrufknopf? Oder nur der Knopf zum Wiederauflegen? Was passiert, wenn ich mitten im Gespräch einen Notruf absetzen will, aber das Telefonat nicht unterbrechen möchte? Was passiert überhaupt, wenn ich den Notrufknopf drücke? Wird dann das Handy automatisch geortet? Landet eventuell ein SWAT-Kommando und macht den ganzen Aldi nieder? 'Entschuldigung, falsch verbunden.' Das will man sich doch als Senior nicht aufs Gewissen laden. Da sterbe ich lieber unauffällig weg, den Daumen demonstrativ auf dem Notrufknopf, damit es im Nachruf heisst: 'Heldenhaft hat er auf den Notruf verzichtet, um eine größere Opferzahl zu vermeiden. Es danken die Belegschaft vom Aldi und alle Kunden. Große Mahnkerzenaufstellung um 18Uhr. Mahnkerzen im Angebot.' Wahrscheinlich kommt aber bloß die Stimme vom Navi und sagt: "Dieser Notruf wird Ihnen präsentiert von der Telekom. Achtung, zur Qualitätssicherung können einzelne Gespräche mitgeschnitten werden. Wenn Sie nicht einverstanden sind, weisen Sie bitte den Notarzt darauf hin." Herr Doktor? Nein, ich möchte nicht mitgeschnitten werden. Ich habe mich soeben selber geschnitten. Kommen Sie bitte trotzdem?
Krippenvorspiel

291109 Krawatten eignen sich kaum als Weihnachtsgeschenk, sie gelten als frauenfeindlich, weil sie wie ein Wegweiser wirken: "Da geht's zum Glück!" Frauenfeindlich ist dabei die vorauseilende Annahme, die Frauen wüssten das nicht selber. Schenkbar sind dagegen sogenannte Gürtelkrawatten. Sie werden an den Hosenbund geknotet und weisen nach oben. So signalisiert der Mann: "Mit mir kann man auch reden!"
Letalfaktoren

231109 Beim letzten Zugspitzlauf sind zwei Läufer an Unterkühlung gestorben, die, wie alle Mitläufer auch, in T-Shirt und kurzen Hosen die dreitausend Höhenmeter im Schneesturm überwinden wollten. Der Veranstalter wurde erstinstanzlich zu knapp vierzehntausend Euro Strafe verurteilt, jetzt geht er in Berufung. Im Jahr 2008 gab es mehrere tausend Tote auf deutschen Autobahnen, die ihren Mobilitätsbedarf trotz ungünstigen Witterungsbedingungen bzw. ungeeigneter emotionaler Disposition befriedigen wollten. Der Veranstalter wurde bislang noch nicht verklagt.
Altenwirtschaft

231109 Die freie Marktwirtschaft hat gesiegt, der Steuerzahler gibt klein bei. Er trägt milliardenschwere Subventionen von West-Kombinaten, wie Opel, Quelle, Banken, damit die Standorte weiter Zeug produzieren können, das keiner kauft. Immerhin gibt es bei uns schon Anpassungen für die Senioren. Die Renten werden zwar geschmälert, dafür werden die Gänge im Supermarkt deutlich breiter. So haut sich keiner mehr den Schädel an den Regalen an, wenn er umkippt. Die Preise werden grösser geschrieben. So erkennt der Senior auch ohne Lupe: "Kann ich mir nicht leisten." Die Handytastatur wird so gross, dass keiner mehr danebenzittert, wenn er per Telefon seinen Ausreiseantrag stellt.
Wirtschaft

221109 Die Welt der Marktstrategen wird immer schwieriger zu verstehen. Mediamarkt gewährt jetzt Null Prozent auf alles. Da kann ich ja gleich das zahlen, was drauf steht. Die Linken hatten die Parole: "Keine Rente mit siebenundsechzig!" Wie ungerecht. Da wirst du siebenundsechzig und dann sowas. Schäuble (CDU) sagt soeben: "Die Finanzkrise wird die Welt so stark verändern wie der Fall der Mauer." Also überhaupt nicht. Die DDR hatte Insolvenz angemeldet, da lag ihre Nettoverschuldung gerade mal bei 1 Prozent gegenüber derjenigen, die sich der freie Westen bis heute aufgeladen hat. Und der meldet keine Insolvenz an. Bei wem denn auch.
Mauerbauer

211109 Aus Betonresten der Berliner Mauer haben Homöopathen als eine C30 Verdünnung den Wirkstoff „Murus Berlinensis“ hergestellt. Dieser Beton wurde unter politischen Motiven zusammengemischt, welche sich laut Theorie im Stoff niederschlagen. Das Medikament hilft folglich dem Wall-Type, der sich von der Aussenwelt abschottet, bzw. es wirkt gegen das Borderline-Syndrom, das keine Grenzen kennt. Das klingt theoriekonsequent, wenn der Mörtel von System-Befürwortern zubereitet wurde. Der Bauer bleibt skeptisch. Was, wenn der Beton von Regimegegnern zwangsgemischt worden war? Dann führt das Mittel bei autoritären Typen zu Spontan-Verkalkungen. Schadenfreude? Aufpassen! Diejenigen, die das gut finden, verkalken nämlich als erste. Und vergessen die Pointe. Um was gings nochmal?
Deutschdemokratisches Altenteil

091109
Da nickt der Seniorbauer:
CDU-Politiker haben gefordert, ehemaligen Stasimitarbeitern die Rente zu kürzen. Das ist im Ansatz richtig gedacht: hätten diese Stasimitarbeiter richtig gearbeitet, stünde die Mauer heute noch und wir bräuchten denen überhaupt keine Rente zu zahlen.
Schöner saufen

041109

Gestern war ich mit einer Frau unterwegs, die trank bloß Weißweinschorle und wurde von Schorle zu Schorle immer schöner. Ich persönlich zicke momentan alkoholmäßig eher ein bisschen rum und fand das deshalb sehr liebenswert, dass sich mal jemand für mich schönsäuft.

 

Rindviecher

041109
Im Unterschied zum Stallvieh blitzt der freie Wille immer wieder auf beim Menschen. Viele glauben ganz fest, dass sie ihre Entscheidungen aus sich selber heraus finden und nicht von einem drängenden Partner zu irgendeinem Scheiß genötigt werden. Und wenn doch, dann wars wenigstens Liebe.
Eine Studie belegt, dass die Rate an HIV-Neuinfektionen bei Älteren rapide zunimmt. Schockierend: mit "älter" sind Menschen ab vierzig gemeint. Frechheit. Wieso steigt überhaupt die Rate bei Älteren? Kriegen die vor lauter Schüttellähmung die Packung nicht auf? Viele sind schon stolz, wenn sie zum zweiten Mal an dem Abend sagen können: Ich hab eine aufgerissen.
Oder sagen diese Leute: mein Leben ist sowieso vorbei, jetzt bin ich vierzig, vor fünfhundert Jahren war man mit vierzig schon tot! Diese Leute waren schon mit dreissig so tot, die wären vor fünfhundert Jahren gar nicht erst auf die Welt gekommen.
Milchquelle

021109

Während die kleinen Milchbauern stumm in die Pleite gehen, jammern die Großen über den Preisverfall. Das ist ein Kennzeichen der freien Marktwirtschaft: die Reichen leiden besonders stark unter der Krise. Erst meldet Quelle Insolvenz an, dann bricht gestern auch noch das Quelleportal wegen Überlastung zusammen. Vermutlich wollte Frau Schickedanz nochmal günstig einkaufen.

Glück allein

291009
Das Buch von Dr. Eckard von Hirschhausen: "Glück kommt selten allein" vermittelt schon im Titel den höheren Wert von Partnersex. Die Leute lesen sowas gerne, vor allem die Singles und glauben ihm aufs Wort, wenn er schreibt: "Glück ist ansteckend." In der Realität merken das viele erst dann, wenn sie den Laborbericht bekommen.
Tierliebe

281009
Wenn der Bulle vom Nebenbuhler vertrieben wird, geben sich die Kühe dem Sieger genauso intensiv hin, wie dem Ex. Als hätte er nie existiert. In Wahrheit wird der Bulle immer nur benutzt. Wenn der Bulle schon vorher gewusst hätte, dass die Hingabe nicht persönlich gemeint ist, würde er sich das mit dem Rivalenkampf eventuell überlegen. Es ist bloß Sex, es ist nicht Liebe. Das darf man nicht mit dem Menschen vergleichen. Hier fehlt der Herdentrieb, jedenfalls offiziell.
Promisk lebende alleinstehende Menschen vögeln nicht einfach nur rum, sie betrügen nur ihren zukünftigen festen Partner unbekannterweise schon jetzt, um sich für seine Fehler und Ungerechtigkeiten vorauseilend zu rächen. Das ist große Liebe.
Bauer sucht was

271009
Gestern lief die neue Bauer sucht Frau Staffel an. Laut TZ-München konnten sich neben Frauen diesmal auch homosexuelle Bauern bewerben, doch habe sich während des Castings kein geeigneter Kandidat gefunden. Obwohl viele Männer geschrieben haben, dass sie sich einen Bauern wünschen.
Zum erstenmal war eine Bäuerin dabei. Für den naiven Zuschauer sah diese Bäuerin auf den ersten Blick aus, wie ein Mann. Diese Bäuerin bekam auch gleich zwei Bewerber zum Testen. Das Testergebnis wird spannend. Immerhin gibt es drei Möglichkeiten: Bauer? Bäuerin? Oder 1:1 unentschieden und Verlängerung?
Mietfrei im Stall

271009

Der Bauer will bloß den Milchpreis checken, da schmiert ihm flink sein Browser was in die Wahrnehmung: "Miss Obdachlos gekürt. Preis: ein Jahr mietfreies Wohnen." Und schon fängt er an, Gedanken zu wälzen, der Bauer, statt Milchkannen einzumotten. Preis ist immerhin Preis. OK, diese Art von Preis war schon vorher nichts besonderes und schnell gewonnen. Ein Jahr mietfreies Wohnen gibts dank dem Ergebnis der letzten Bundestagstagswahl wohl bald schon für den unerlaubten Verzehr einer firmeneigenen Frikadelle oder die private Verwendung von Büromaterial. Wobei Grossbetrüger wie der Milliardenverzocker "Peanuts" Schneider schon nach einigen Wochen wieder mietintensiv in der selber bezahlten Wohnung übernachten müssen: man nennt das offenen Vollzug. Aber bei Schneider, Schreiber oder den ganz legalen Heuschrecken wird eh nichts selber bezahlt, höchstens selber zusammengestohlen. Die wohnen praktisch von vornherein mietfrei. Wenn Obdachlose ausgezeichnet werden, dann nur, weil Preisverleiher soziale Adern haben und jemanden in die Funktion preisen wollen. Das ist doch nichts Schlimmes, hey! Der Hang zum Siegertreppchen ist tief in der Volksseele verwurzelt, das kann man caritativ verwenden und schon ist das schlechte Gewissen weg. Wenn Miss Obdachlos nächstes Jahr wieder rausgeschmissen wird, heißt es: "Jetzt hab dich mal nicht so, immerhin warst du berühmt!" Vielleicht kommt bald schon "Miss Brustkrebs". Oder "Mister Inkonti". Oder der "Little-Verkehrsunfall", ein Förderpreis für minderjährige Opfer von Zeugungsinkontinenz. Oder "Miss Missgeburt." Ok, nehm ich zurück. Wortspiel.

 

Der Saustall kennt kein Zölibat

251009

Der Bauer kann wegen dem Milchpreis nicht schlafen und zappt in den heutigen Tatort Münster. Dort eröffnet die Problematik von heimlichen Vaterschaften katholischer Priester dunklen Mächten der Seele eine Pforte in die Welt. Es ist ja auch wirklich schlimm. Bei den Priestern gibt es scheints eine Dunkelziffer von 50%, vielleicht sollte mal einer schauen, ob die Sakristei einen Keller hat. 

Dass doch immer wieder die untauglichsten Menschen in Berufen, die nichts für sie sind, Karriere machen wollen.

Moderatoren wirken im Rundfunk, die lispeln und/oder können das R weder kehlig aussprechen noch rollen; beim Fernsehen schrecken einen Meteorologinnen, die Figuren tragen, wo das Jackett auch im Sommer aussieht wie ein Wintermantel; in der Schule Lehrer, die ihr bisschen Wissen per Power Point Präsentation in Portiönchen aufteilen müssen, damit sie die Zeit rumkriegen bis zur Pause bzw. Pension; Männer, die gegen Bezahlung - also festes Gehalt und Pensionsberechtigung -  bei einer religiösen Gemeinschaft  einen Arbeitsvertrag unterschreiben, der ihre Sexualität unterbindet und dann glauben, sie halten es nicht aus, aber statt auszutreten und nach ihrer unweigerlich kurz darauf folgenden Scheidung („Schatz, du hast dich verändert!“) zölibatär zu leben, wie Millionen anderer Männer im besten Alter, gründen sie heimlich Familien und hintergehen den Arbeitgeber.

Traurig, traurig und ganz sicher ein Quell von Hyperaktivität, Depression, Prekariat und all dem Übel, aber lachen konnte man doch wieder bei dem Spruch vom Kommissar: "Alle sagen Vater zum Priester, nur die eigenen Kinder sagen Onkel."

Stoiber live

201009

Apropos CSU: Stoiber spricht soeben auf Phönix in seiner Funktion als Brüsseler Entbürokratisierer. Er trägt ein Mikrofon-headset wie ein Comedian und sieht aus wie ein Stoiber-Parodist. Aber keiner lacht. Jeder denkt instinktiv: da gibts bessere.

Altagrarminister als großer Seher

201009

Jetzt stellt sich heraus: die FDP zu wählen, damit die Steuern gesenkt werden, ist wie irgendeinem Präsidenten den Friedensnobelpreis zu verleihen, damit es mehr Frieden gibt. Vorauseilender geht nicht. Höchstens bei Steuersenkungen. Altagrarier Seehofer verkündigt bzw. verkündet soeben eine Steuersenkung anno 2011. Die Frage, wie solche Steuersenkung gegenfinanziert wird, quittiert er mit einem Lächeln. Das ist ja auch Unsinn, eine Steuersenkung braucht nicht gegenfinanziert zu werden, sondern höchstens finanziert. Das desaströse Wahlergebnis hat den Steuersenkungsverkündiger CSU-intern einer hohen Erwartungshaltung ausgesetzt, möglicherweise hat der negative seelische Impuls die seherischen Fähigkeiten Seehofers ausgelöst. Die humane Kompetenz der schwer angeschlagenen CSU, die diesen Mann weiterhin an ihrer Spitze duldet, ist bewundernswert. Schliesslich handelt es sich bei Seehofer um einen jungen Vater und da kann beruflicher Stress leicht auf das Kindswohl durchschlagen. Hut ab, CSU.  

Stallhaltung als Kulturatavismus

191009

Die Stallhaltung ist auf dem Land gang und gäbe, in der Stadt eher selten. Aber dennoch schlägt dieser auf dem Land frei ausgelebte Drang, durch Fortbewegungsbehinderung Besitzansprüche zu verdeutlichen, sowie organismusspezifische Ressourcen zu nutzen, immer wieder auf die städtische Kultur durch. Wieder wurde eine Frau befreit, die 18 Jahre eingesperrt worden war und mit der der Einsperrer Kinder gezeugt hat. Entführer Garrido hatte im kalifornischen Antioch in einem Verschlag in seinem Hinterhof das Opfer über 18 Jahre festgehalten. Vor Gericht bekannte sich der Entführer als »nicht schuldig«. Wahrscheinlich fordert er jetzt auch noch die ausstehenden Mietzahlungen für den gesamten Zeitraum plus Zinsen.

Einsame Bauern glücklicher?

131009

Zeichner Zeller weiß, warum: www.darvins-illustrierte.de

Werbung für Fleischprodukte

121009
Als Mitglied des Nährstandes wundert man sich über das immer noch grassierende Nichtverständnis der Mechanismen von Angebot und Nachfrage bei tragenden Säulen der freien Marktwirtschaft.
Einer Sekretärin wurde gekündigt wegen Verzehrs einer firmeneigenen Frikadelle. Wie doof ist das denn.
Erst wenn einer Sekretärin wegen Nichtverzehrs einer firmeneigenen Frikadelle gekündigt wird, erst dann hat ein Hersteller sein Produkt erkannt. Das wäre doch mal eine Frikadellenwerbung: "Unsere Frikadellen sind die Besten. Sie schaffen es nicht mal bis zur Wursttheke."
Arme Sau

111009
Wieder so eine Browserneuigkeit, die besorgt macht: "Wahlversprechen beginnen zu bröckeln", so lautet die Info, womit der Schlagzeilenkomponist versucht, meine Aufmerksamkeit zu kitzeln. Arme Sau. Das Internet macht ganz offenbar einsam und desinformiert. Da hocken die Internetmacher isoliert irgendwo im Netz und glauben immer noch, da draussen hätte jemand eine Partei wegen ihrer Versprechen bzw. Versprechungen gewählt. Das Internet erscheint einem plötzlich wie ein Dschungel auf einer Insel, in dem versprengte Einzelkämpfer herumlauern, täglich ihre Granaten putzen und nicht wissen, dass der Krieg schon lange aus ist.
Instinkt und freier Wille

111009
So unterscheidet sich das Vieh vom Menschen: Instinkt versus Vernunft, Trieb gegen Verstand, das unfreiwillig Triebgesteuerte gegen das freiwillig Triebgesteuerte, das menschliche Wissenkönnen gegen das tierische Daranglaubenmüssen. Dass der freie Wille sich die Gattung Mensch als Heimstadt ausgesucht hat und eben nicht das Vieh, merkt man besonders fein in den schönen Künsten. Kaum hat Autorin Müller den Nobelpreis für Literatur zugesprochen bekommen, waren ihre Bücher innerhalb weniger Stunden in den Buchhandlungen ausverkauft. Jahrelang lag die Müller wie Blei in den Regalen. Die Menschen haben geglaubt: 'das Zeug taugt nichts, das kauf ich nicht.' Urplötzlich aber blitzt der freie Wille auf, pflanzt sich durch die Reihen fort, wie eine Grippewelle. Jeder sagt: "das will ich haben!" und schon ist alles ausverkauft. Jetzt ist klar: der freie Wille wächst nicht am Angebot, sondern an der Nachfrage.
Bauernmode untenrum

051009
Es gibt jetzt Dirndl Dessous, verrät dem Landwirt sein Browser. Der Anklick-Trick lautet: "Dirndl-Dessous. Sexy Unterwäsche für die Wiesn: wirklich notwendig?"
Für die Wiesn sicher nicht, höchstens für die Aprèswiesn. Da kann Irritation aufkommen, weil sich der Brechreflex timingmäßig wahrscheinlich genau dann ereignet, wenn das Dirndl-Dessous in voller Pracht zum Vorschein kommt. Dann fragt sie kleinkaut: "Ist es wegen meinem Dirndl-Dessous?" und er, großmütig: "A geh weida, mir woar eh scho schlecht."
Alles im Lot und nur das Dirndl-Dessous ist hin.
Quotenrechner

011009
Da staunt der Landmann: Die SPD habe vor allem bei Hauptschulabsolventen und Rentnern gut abgeschnitten. So steht es in der Bauern-Zeitung. Ja woher weiss man denn das? Gibt es jetzt Videoüberwachung in der Kabine? Zum Schutz vor Gewalt? Oder machen ehemalige Hauptschüler und Werktätige dickere Kreuze? Nein, sagt mein Statistikberater, das könne man mathematisch errechnen. Aber dann kann man auch das theoretische Wahlverhalten der Nichtwähler errechnen, also von denen, die eine politische Meinung haben, aber nicht glauben, durch das Ankreuzen von Zetteln etwas zu erreichen. Beim nächstenmal sind die Computer so gut, da muss keiner mehr extra in die Kabine. Das Ergebnis wird von vornherein errechnet. Dann liegt die Wahlbeteiligung bei hundert Prozent und dann siehts gleich ganz anders aus.
Kennenlernsprüche auf dem Land

290909

Wie wirbt der Landmann heute? Zeichner Zeller hat sich umgehört: www.darvins-illustrierte.de

Friedliebende Stiere

240909
Der Stier kennt seit Millionen Jahren nur zwei Motive für spontane Gewaltaktionen: Rotes Tuch in Verbindung mit debilem Zweibeiner, der es schwenkt.
Die Staatsanwaltschaft dagegen kennt seit kurzem zwei neue Motive für menschlichen Amoklauf: "Hass auf die Menschheit". Bzw.: "Keine Freundin gekriegt". Hass auf die Menschheit entsteht, wenn man beim Überholen vom LKW dem daherrasenden privatinsolventen Familienvanbesitzer den Weg nicht sofort freimacht. Wenn der jetzt aus Wut eine Massenkarambolage anzettelt oder dann daheim seine Familie auslöscht, ist der Langsamfahrer schuld. Motiv I ist also klar einsehbar. Bei Motiv II herrscht noch Klärungsbedarf:
Manche laufen Amok, weil sie keine Freundin gekriegt haben. Andere laufen Amok, weil sie eine haben.
Jetzt könnt ihr wählen gehen. 
Wählen gehen

230909
Der neueste Amokläufer kam mit Axt und Messer in die Schule, ein Gewaltvideo war also ganz sicher nicht die Trainingsgrundlage. Oder gibts Karl May schon als Gewaltvideo? Vielleicht wäre es nie so weit gekommen, wenn sich der Vertrauenslehrer zu einer Blutsbrüderschaft bereit erklärt hätte.
Der Nächste kommt mit Faustkeil und Reibeholz zum Feuermachen. Der hat zuviel Historienschauspiel geguckt. Wie entsteht all diese Gewalt? Das steht in der Apothekenumschau vom 15.9.09. Gastkolumnistin Dr. Marianne Koch erklärt die mörderische Aggressionsbereitschaft von Jugendlichen. Es ginge ihr nicht um diejenigen Jugendlichen, die nach tagelangen Computergewaltspielen in die Schule rennen und Massaker anrichten. Sondern um die Anderen - gibts die denn? Jawoll, das seien die normalen Kinder und Enkel, die ihre Lebenszeit vor Monitoren zersitzen. Zitiert wird der Hirnforscher und Psychiatrieprofessor Dr. Manfred Spitzer: "Fernsehen macht dick, dumm und gewalttätig." Allein diese Behauptung, so frisch und fromm in den Raum gerotzt, lässt den Professor als ein dickes Männlein erscheinen, der bis nachts vor dem PC...sorry, Apple hockt und Krankenkassentabellen ausfüllt. Und wehe, jemand platzt ihm dabei ins Arbeitszimmer, dann setzt es aber eine Watschen links und rechts.
Wenn es so ist, dass Fernsehen dick und dumm und gewalttätig macht, dann sollte die Jugend pausenlos fernsehen. Lieber ein Amoklauf von einem dummen Fettsack, der schon nach der ersten Treppe vor dem Sekretariat seinen Herzeinfarkt bekommt, als ein kluges Terrorkonzept eines durchtrainierten Intelligenzbolzens. Jugend vor die Bildschirme!
Frau Dr. Koch rät uns, mit der Jugend einen klaren Zeitrahmen zu vereinbaren, damit sich die Jugend auch in der realen Welt bewege, um soziale Kompetenz zu erwerben. Diese reale Welt sei neben dem Umgang mit "wirklichen" Freunden der Sport. Ausgerechnet der Sport. Was ist denn am Sport real? Eine Welt, in der 11 ausgewachsene Männer oder Frauen einer aufgeblasenen Lederkugel hinterherpurzelbaumen? Erwachsene, die ungeniert auf den Rasen rotzen und tiefe Schuldgefühle bekommen, wenn sie den Ball mit der Hand berühren? Die sich andererseits nichts dabei denken, wenn sie sich beim Freistoss vor allen Kameras ans Gemächt packen - ans eigene? Die sich gegenseitig gern das Trikot vom Leib zupfen, aber nur wenns der Papa Schiedsrichter nicht sieht? Und wenn sie erwischt werden, gesenkten Hauptes das eingespeichelte Spielfeld verlassen, statt erleichtert heimzugehen und den Rechner einschalten für einen netten Chat?
Oder ein Gewaltvideo mit viel Ballerei und Gesprenge. Hockt euch vor den Fernseher, werdet genauso dick, dumm und gewalttätig, wie es eine mit den Medien verbrachte Lebenszeit erlaubt. Das macht demokratiefähig.
Jetzt könnt ihr wählen gehen.
Kommunikation im Tierreich

220909

Mithilfe eines Sensors in der Gebärmutter können Kühe vor dem Kalben eine SMS an den Bauern senden. Das Gerät wurde auf der internationalen Züchtermesse in Rennes vorgestellt und soll dem Bauern helfen, Zeit zu sparen. So wird er weltweit informiert, wenn die Fruchtblase platzt, und kann entscheiden, ob er die Milchwegschütt-Demo in Brüssel weiter durchzieht oder zu seiner Kuh nach Hause eilt. Das französische Unternehmen Media geht noch einen Schritt weiter: die Sonde sendet dem Bauern eine SMS, wenn die Kuh für eine Befruchtung bereit ist.

In Planung ist eine Alternative, falls die Kuh für eine Befruchtung nicht bereit ist. Dann geht die SMS direkt an den Stier und lautet: „Wir müssen reden!“ bzw.: „Lass uns Freunde bleiben!“  (Quelle: Der Neue Tag, 19/20Sep09, S.6)

Das Rind als Freund

080909
Wenn der Bauer auf Deichwanderschaft geht, nimmt er seine besten Freunde mit. Allerdings sollte er resistent sein gegenüber schwankenden Freundschaftsverhältnissen. Wenn die Reisegruppe aus drei Teilnehmern besteht, können sich Allianzen bilden, was man als Ausgeschlossener besonders während der Pausen zu spüren bekommt. Besser, man geht zu zweit oder zu viert.
Heu mit Geschmack

070909
Das Vieh frisst sich auf der Weide immer um den Hahnenfuss herum. Das Bittergras im Heu nimmt das Vieh im Stall eben in Kauf, solange das gute Gras überwiegt. Beim Mensch ist es umgekehrt. Das merkt man beim Kaufen von Tonträgern. Für ein bisschen Geschmack muss man den ganzen faden Rest mitschlucken. Auch mit den Parteien ist es wie mit einer CD. Da ist immer nur ein Stück drauf, das einem wirklich gefällt, den Rest nimmt man in Kauf. Es wird Zeit, dass mal ein Produzent auf die Idee kommt, einen Polit-Super-Sampler zu machen, z.B. Gysi plus Künast, etwas neueste Merkel und von mir aus Steinmeier, aber nur kurz. Oder sogar statt Merkel ein Rüttgers-Solo. Wie er klarmacht, dass die deutsche Arbeitsmoral um soviel besser ist als die der Rumänen und sich im nächsten Track gleich dafür entschuldigt. Das Rüttgers-Solo klicken dann die klassischen SPD-Wähler am häufigsten an, aber nur mit Kopfhörer. Und nur bis zur Entschuldigung.
Schweizer Käse aus der Wüste

040909
Die schweizer Almbauer werden derzeit umgeschult auf Milchproduktion in wüstenähnlichen Gebieten, denn Gaddafi hat die Auflösung der Schweiz gefordert. Sein Sohn hatte Hotelangestellte misshandelt und wurde dafür gerügt - ein Affront, der nur mit der Zerschlagung des alpenländischen Kantonkonglomerats gesühnt werden kann. Das schweizerische Staatsterritorium solle an die Nachbarländer verteilt werden. Die Schweizer lehnen Gaddafis Vorschlag mehrheitlich ab, zeigen sich aber kompromissbereit. Die Schweiz hat jetzt damit begonnen, die lybischen Nummernkonten aufzulösen und an die Nachbarländer zu verteilen.
Gaddafi fordert jetzt die Auflösung der Nachbarländer der Schweiz wegen nachweislicher Annahme von Blutgeld aus Drogenhandel und Waffenschmuggel. Die Schweiz wird reinstalliert, die Nachbarländer werden an die Schweiz verteilt. Als Gewinner werden die schweizer Almbauern dastehen. Sie bekommen ihre Saharamilch mit Erdöl aufgewogen.
Dem Traktor unter die Haube geschaut

240809

Soviel zur Umweltprämie: 400000 KM, Toyota Carina, Baujahr 94,  immer noch 5,8 l Super auf 100km, 1.Motor, 1.Getriebe, 1. Kupplung, Werkstattkosten: 1 Inspektion im Jahr;  Guck auf die Tanknadel :zwischen ganz voll und halb voll bei 316 km = 1100 km bei Tank leer (60l): Klar, dass mir den jeder abkaufen will, keine Chance.  Lernt erst mal Autofahren, Ihr ElektrischeFensterhebernutzer und KlimaanlagendurchdieGegendfahrer: Drehzahl niedrig halten, Schwung ausnutzen und die Drängler-Prolls meiden. Dann müsst ihr auch nicht wegen den Schulden fürs Neufahrzeug nächstes Jahr schon wieder Privatinsolvenz anmelden. Und blöd gucken, wenn das Elektroauto kommt.

Landfunk als Alternative

230809 Irgendwas mit Medien? Zeller zeichnets: www.darvins-illustrierte.de

Lichtenergie auf dem Land

230809
Die Europäer sollen Energie sparen. Die Glühlampenherstellung versiegt im September, verfügt hat das Glühlampenverbot die EU-Energiekommission auf Druck der deutschen Bundesregierung.
Deutschland ist ein Land, indem ununterbrochen die Ampeln leuchten, auch nachts um drei. Der Verkehr schläft, die Ampeln halten Wache und schalten unerbittlich von Grün auf Rot, wenn du einsamer Pilger vom Gig nach Hause reist, auf der Landstrasse, weil das gemütlicher ist als auf der Autobahn, wo auch um drei Uhr nachts die rechte Spur strotzt vor rollendem Konsumgut und dich die fetten Vans amokbereiter, hochverschuldeter Familienväter von der Mittelspur lichthupen. Und weil du nachts um drei nicht mutterseelenallein auf dem Land an einer roten Ampel herumhocken willst, gibst du Gas, um da vorne die Grünphase noch zu erwischen und dann bricht urplötzlich ein Lichtschwall ins Auto, da wirds ganz warm im Gesicht, in deinem Gesicht, welches jetzt in dem Kasten kurz vor der Ampel gespeichert ist samt deiner Temposünde.
Das war mit Sicherheit kein Energiesparlampenblitz, dafür kam er zu schnell. So ein Blitz kostet soviel Energie, damit könnten sieben  Abwrackprämiengeschädigte, die sich sehenden Auges gegen einen Judaslohn für Jahrzehnte verschuldet haben, mit dem Weib und der kompletten nutzlosen Brut nach Mallorca fliegen und gleich dortbleiben, samt dem bescheuerten Familienvan.
Klar, dass da alle anderen Energie sparen müssen, nur so können die Ampeln weiter leuchten und uns in die Blitzfalle locken, uns Nachtreisende, die euch die Krise bezahlen, die bald noch viel schlimmer wird. Und weil die Steuerausfälle noch lange weitergehen, ist unser Schneeballsystem zwischen den platzenden Bankenblasen auf uns angewiesen, die wahren Devisenbringer, die wir uns von Ampel zu Ampel durch das Land tasten. Seid wenigstens ein bisschen dankbar und gedenkt unser, wenn ihr jetzt bald diesen Spardreck in die Fassungen schraubt.
Bauer als Ackerprofiler

220809
Der richtige Glaube weist den Weg zum irdischen Glück, das weiss der fromme Bauer und liest neben dem Bauernblatt auch mal die richtungsweisende  WELT, in der heute Thomas Müller, ein bekannter Profiler aus Österreich, im WELT-Interview die wichtigsten Stationen auf dem Weg zum Bombenbastler aufzeigt: "Wer zuhause von Frau, Mutter, Freundin empfangen wird, die sagt, 'komm die Suppe ist fertig, lass uns zu Abend essen,' der wird nicht erst sagen: 'gleich Schatz, ich leg erst noch die Bombe weg."
Isolation und Vereinsamung gehe laut Müller dem Amoklauf immer voran und zu demjenigen von Winnenden könne man den Eltern böse Fragen stellen, etwa: "Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihren Kindern das Abendgebet gesprochen? Da wird es bei meinen Vorträgen meistens sehr still..."sagt Thomas Müller. Offenbar haben die Zuhörer die ganze Zeit gequatscht und an dieser Stelle wird ihnen klar, dass die meisten Kinder ab der Pubertät ihre Abendgebete lieber alleine sprechen und auch keine Geschichten mehr vorgelesen haben wollen. Ausserdem hocken die richtigen Bombenbastler fernsehpräsent in grossen Städten und setzen ihre Basteleien ganz offiziell und nie ohne direktes Mandat von ganz, ganz oben ein, z.B. um fehlende Lizenzen für den vermuteten Besitz von Massenvernichtungswaffen zu sanktionieren. Aber bevor noch Zweifel aufkommen, fällt der Blick des Lesers auf die Meldung schräg rechts, neben dem Interview: "TÜRKEI - Mann tötet seine Frau und fünf Familienmitglieder." Prompter gehts nicht. Bei dieser Amoktat in der Schwarzmeerprovinz Zonguldak hat der 22-jährige Täter wohl schon sein ganzes Leben fünfmal am Tag in Gemeinschaft gebetet, ein einsam und isoliert gesprochenes Abendgebet war sicher nicht die Ursache. Vielleicht war die Suppe kalt?
Reiseleder oder Heukneuel?

200809
Immer im August hat der Stadbewohner Zeit, beim Urlaub auf dem Bauernhof dem Gastwirt beim Heuwenden zu helfen oder sich mit dessen alten Büchern zu beschäftigen. Man hat ja bezahlt. Schau an, schau an, was der alles hat. Lange nicht mehr Karl May gelesen, diesen großen Erzähler. Zentnerschwere Regalreihen aus dem Wilden Westen und der Wüste stehen an der Wand, man kennt die Geschichten auswendig, denn einen grossen Teil seiner Jahre zwischen acht und 13 hat man damit verbracht, herauszufinden, ob Old Shatterhand im Wilden Westen Klopapier benutzt hat oder Blätter, bzw. Sand in der Sahara. Ja und? Was rümpft man da die Nase? Bitte - was ist an einem Stück Klopapier verwerflicher als an einem Stück abgezogener Kopfhaut? Vielleicht verfügte der Reiseschriftsteller damaliger Zeiten ja über ein Reiseleder, hygienisch verpackt und wiederverwendbar. Praktischerweise einfach ein Stück Schnittabfall der Lederleggins, mit Fransen, einer groben Seite und einer weichen. Keiner berichtet einem was davon, aber deswegen zu schliessen, dass es das nicht gab, wäre voreilig. Das Kulturgefühl jener Zeit hat solcherlei Dinge des täglichen Verrichtens ignoriert, die Feuchtgebiete waren noch feucht vom Blut erschlagener Feinde bzw. Freunde und nicht von Rückständen menstruierender Frauen. So ein Bindenbericht hätte mich damals genausowenig interessiert wie heute, aber inzwischen wird man von Abhandlungen über die Schleimhautprozesse der MitmenschInnen geradezu bedrängt. Da soll man sich nicht für das Arschputzleder von Old Shatterhand interessieren dürfen?
 
Folgekosten der Schweinehaltung senken

170809
Die Schweineerkältung springt seit kurzem auch ausserhalb der Koben auf Menschen über. Hier hilft kein Lamentieren, sondern nur aktive Immunisierung durch Massenkontakt. Die Bussikultur blüht seit Jahren und macht Menschen zu Petrischalen. Die Immunisierungsvorkämpfer haben ihren bezahlten Urlaub genutzt, sich in die Kulturen gehockt und viral voll getankt. Jetzt gehen die Ferien zuende, die Pauschalurlauber reimportieren ihren infizierten Nachwuchs und die Schulen werden in ihrem Kampf von den Eltern einmal mehr alleine gelassen. Doch unverdrossen hängen die Rektoren Plakate auf die schwarzen Bretter, worauf Verhaltensregeln die Schweinegrippe bekämpfen helfen. Vor allem soll man sich unermüdlich bei jeder Gelegenheit die Hände waschen.
Was von der Grippewelle bleibt, sind seelische Krankheitsbilder. Menschen mit latentem Waschzwang werden die Opfer dieser Grippe sein, Menschen, die sich sowieso innerlich immer schon als Schwein gesehen haben, werden offiziell täglich bestätigt und zu armen Schweinen gemacht. Wenigstens sind sie dann gegen die Grippe immun.
Artgerechte Haltung

170809
Was die Menschen immer interessiert, ist der Stand der Tiererettung. Heute kommt im Infoterminal der Post Heidelberg die Meldung samt Foto, wie ein aus einem Zirkus geretteter Löwe seine Retterin und Pflegemutter küsst. Er versucht halt, die Schnauze durch die Gitterstäbe zu kriegen, um Unterwerfung gegenüber artwidrigen Verhaltensanforderungen zu demonstrieren. Das ist nichts Besonderes, so wird der Friede im Käfig erhalten und es gibt immer ausreichend zu essen. Das machen alle Männer so. Die Meldung vom Kusslöwen ist laut Google vom Januar 2007. Wie erklärt man sich diesen Schönheitsfehler angesichts global gültiger Aktualitätskriterien? Beim nächsten Kuscheltest (Februar 2007?) hat der Löwe möglicherweise deutliche Kussfortschritte gezeigt. Nach einem einzigen Zungenkuss war die bessere Hälfte der Pflegerin beim Löwen. Die schlechtere Hälfte hat danach Fotos verweigert. Sie kommt vielleicht bald als Sonderbriefmarke. Den Löwen haben Retterinnen inzwischen freigelassen, damit er in der Savanne den Löwinnen zeigt, dass es mehr gibt als immer nur Sex.
Traktor für die kleinen Städter

100809

Während die Großen aufs Quad hocken, wenn sie zu doof  zum Motorradfahren sind, steigen die Kleinen souverän aufs Laufrad. Sie haben dieses Easy-Rider Gefühl auf Stützrädern nicht nötig. Sie treiben sich ehrlich mit den Füßen an und bremsen mit der Schuhsohle oder notfalls barfuß, im Gegensatz zum blöden Quadler. Der bremst mit dem Hinterkopf bzw. den Arschbacken, wenn der Salto vorwärts erstmal komplett gelingt.

Im Magazin der oberpfälzer Zeitung „Der neue Tag“ werden heute die verschiedenen Laufradtypen für Kinder besprochen. Es gibt den einfachen Grundtyp, der bei den Endverbrauchern am besten ankommt, weil er das Kind einfach nur schnell macht. Kinder pfeifen auf Klimaanlage oder elektrische Fensterheber, sie stehen auf selbergemachte Geschwindigkeit. Wenn man zusätzlich gelegentlich noch eine Kurve machen kann – "sag, was braucht das Glück noch mehr?" (Ringsgwandl). Ein Hersteller stattet seine Mobile mit einer Piratenflagge aus, voll im Trend. Morgen kommt die Bundeswehrflagge. Damit darf man dann die Piraten versenken. Manche Modelle verfügen über Bremsen, die aber laut Fachleuten gleich abgebaut werden sollten, weil sie Kinder nur irritieren. Kinder bremsen am liebsten mit dem eigenen Körper, genau wie die Erwachsenen auf dem Quad. Außerdem kann sich der „Bautenzug um den Lenker wickeln“, warnt Der neue Tag. Schaffellsitze, weiße Reifen, champagnerfarbene Ledersitze und Motorraddesign bei Laufrädern beweisen, dass Kinder nur deshalb auf die Welt kommen, um ihren Eltern Freude zu bereiten. Wenn dann der Papa beim Salto vom Quad am Bowdenzug hängen bleibt und sich die Schulter auskugelt, kann er aufs Laufrad vom Sohn umsteigen. Das fährt auch mit Gips.

("Schaffel, schaffel, Riverboat/ unser Käptn, der Idiot/ fährt uns bis nach Malaga..." (Schobert&Black)

 

Kulturlandschaft braucht Mist: Brüno - eine Publikumskritik

050809

Zur Kulturlandschaft gehört zwingend die Zufuhr von Dünger.  Die Erzeugung von dem, was oben rein kommt, bedarf der Zufuhr von dem, was unten rauskommt. Das ist das Zwanghafte bei der Erzeugung von Nahrung für Leib und Seele. So funktioniert Kultur. Der Film Brüno ist ein Kulturfilm. Er zeigt Zwanghaftigkeit, die als gelebte Sexualität daherkommt, oder umgekehrt. Es gibt laute Lacher...

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UV-Strahlung schädigt Chlorophyll

270709
Die für die Information zuständigen Medien bringen gar nichts mehr zum Ozonloch, nur deutliche Appelle, mindestens einmal im Jahr zum Hautarzt zu gehen. Auch dass die Kanzlerin diesmal im hochgeschlossenen Abendkleid zu irgendwelchen Feierlichkeiten gekommen ist, wird vermeldet.
Vielleicht sollten Landwirte langfristig auf Gewächshäuser umstellen, Glas filtert UV-Licht.
 
Hoffnung für den Milchpreis?

270709
Der Milchpreis ist kein Thema mehr. Die Menschen geben wieder mehr Geld aus, die Kauflaune steigt. Trotzdem reden manche noch von Krise und Systemwechsel.
Wie oft muss die Bankenblase denn noch platzen, bis die Menschen begreifen, dass dieses System das bessere ist?
Die Kuschelkuh

250709

Wenn die Milch wertlos wird, müssen die Kühe neu strukturiert werden. Eine Bäuerin im Sauerland vermietet ihre Kühe an Touristen zum Kuscheln. Die Kuschelkuh ist so beliebt, die Gäste müssen vorausbuchen. Das hätte man doch auch bei Opel tun können. Statt einem Konzern Milliarden hinterherzuwerfen, damit er weiter Zeug produziert, das keiner kauft, hätte unser Wirtschaftsminister konsequent ein neues Konzept verlangen sollen, zum Beispiel den Kuschelopel. Das Auto winselt leise, statt zu fahren und vor dem Überholtwerden muss man es streicheln. Die Ventile wollen bloß spielen, es bleibt am liebsten den ganzen Tag im Parkplatz und mag Kinder.  Wer seinem Kuschelopel eine Kuschelkuh zugesellt, kann auch mal ohne Auto in Urlaub.

Bauchspeck

220709

Die Ernährung in den Städten ist eine der Ursachen für den Trend zum Landleben. Immer mehr Frauen wollen sich ihren Schutzpanzer biologisch korrekt zulegen und bewerben sich bei Bauern für eine Lebensgemeinschaft. Und Recht haben sie: die Produkte der Lebensmittelindustrie bestehen fast nur noch aus Imitaten. Lebensmittel sind bloss noch Placebos, das Sättigungsgefühl ist nur eingebildet. Die Männer in der Stadt versuchen, mit eintätowierten Echtheitszertifikaten die Frauen an der Stadflucht zu hindern, wie  Zeichner Zeller ( www.darvins-illustrierte.de) hier dokumentiert.

Die dicksten Kartoffeln

220709

In Hildesheim ging der wochenlang gesuchte Kartoffelbetrüger der Polizei ins Netz. Er hatte Passanten zu einem Spottpreis Laptops angeboten, in der Laptoptasche fanden sich aber nur Kartoffeln. Wahrscheinlich haben die Hildesheimer Passanten gedacht, das wäre die neue Konkurrenz zu Apple: Earth-apple. Kann nicht rechnen, schmeckt aber besser und hat einen riesigen Stärkespeicher.

Quad - Traktor für Städter

170709
Wenn der Bauer auf dem Bulldog hockt, macht er wenigstens keinen Krach. Das tiefe und manchmal unregelmässige Geblubber des Dieselmotors erinnert an Extrasystolen und wirkt lebendig. Quad nennt man die vierrädrigen Motor-Mobile, die immer häufiger in den Städten auftauchen und Lärm machen. Sie erinnern an einen Minitraktor, sind aber bloss Kompromisse für Leute, die Autofahren spiessig finden, aber zum Motorradfahren zu blöd sind. Vielleicht haben sich Quadfahrer immer falsch rum in die Kurve gelegt, egal, jetzt können sie nicht mehr so leicht umkippen. Manche kippen immer noch um, aber die sind schon als Kind aus dem Kinderwagen gefallen.
Wenn so ein Quad daherkommt, denkt man zuerst, einem Hausmeister wäre beim Rasenmähen eingefallen, dass er schnell noch was einkaufen muss in der Stadt. Oder im Supermarkt auf der grünen Wiese. Die Gewerkschaft hat die Ladenöffnungszeit korrigiert. Da kommt der Quadfahrer an und muss sich sagen lassen: Sorry, wir schliessen gerade, aber können sie hinterm Haus mal über den Rasen fahren?  Die Dinger sind blöd, aber laut. Genauso wie diese Gebläse, mit denen städtische Arbeiter das Laub vom Gehweg pusten. Zu dumm oder zu stolz, einen Besen zu halten, machen sie Krach und täuschen Kompetenz vor. Lärm und outfit bestimmen das Bewusstsein. Der eine fühlt sich als easy-rider, der andere als Vorkämpfer für den Tarifvertrag. Dass die Quads noch relativ selten vorkommen, liegt am fehlenden Platz für die Bekundung der allgemeinen Hochschulreife. "Abi zweitausendirgendwas" passt nur auf die Sattelrückseite unterm Arsch. Da denkt der Fahrer, alle würden denken: da haben sie wieder einem das Abi in den Arsch geschoben. Der städtische Arbeiter mit dem Gebläse hat auch keinen Platz. Bei dem steht auf dem Rücken die Internetadresse vom Gartenbauamt. Sonst würde da stehen Abi 1986.
Tiere wie Menschen

140709

Auf dem Bauernsender Phoenix konnte jeder Landmann und Viehhalter, der wollte, gestern die wohltuende Stimme von Magnum, p.i.  sagen hören: »Dann steigt der Steinadler in die Lüfte, um zwischen den Felsen nach hilflosen oder verletzten Tieren zu suchen, die während des schlechten Wetters abgestürzt sind.«
Das ist mal ein hilfsbereites Tier, der Steinadler. Da können sich diese Heuschrecken von Menschen mal ein Beispiel nehmen.

Billige Milch durch Becquerel

100709
Becquerel - so hiess die Einheit, die nach Tschernobyl die Milch schon einmal so billig gemacht hat. Die dürfte heute nicht mal mehr in Brüssel in die Gullis geschüttet werden. Heute müsste der Bauer nicht nur fürs Herstellen, sondern sogar fürs Entsorgen bezahlen - paradox. Es geht aber noch paradoxer:
Als einer der renommiertesten Vorreiter der Antiatombewegung outet sich der Vattenfallkonzern. Ohne seine wiederholten Fast-Gau-Vorfälle hätten die Wähler das Wahlkampfmanöver Tschernobyl beinahe vergessen. Auch wenn das 23 Jahre zurückliegt und die bayrischen Schwammerl immer noch wegen der hohen Cäsiumkonzentration entsorgt werden müssen - wahrscheinlich in den Iran. Die wollen damit Strom produzieren. Wenn so ein Wahlkampfmanöver beim nächstenmal richtig gut durchschlägt, dann könnte der paradoxe Fall eintreten, dass Atomteufel Oettinger als einer der vehementesten Gegner der Kernkraft dasteht. Ein echter Vattenfall.
Wenn die Molke wieder strahlt

080709
Im Jahr 1987 konnten Bauern hoffen, ihre nach Tschernobyl radioaktive Milch dank Vorkosteraktionen wie dem Molkeessen des damaligen bayrischen Umweltministers Dick loszuwerden. Heutzutage wäre die Erzeugung von Milchprodukten mit erhöhtem Strahlungsanteil eventuell ein terroristischer Akt. Der baden-württembergische Atomteufel Günther Oettinger (CDU) verteufelt die Sicherheitsbedenken der Kernkraftgegner als "Wahlkampfmanöver". Vattenfall als Eigentümer von Krümmel, dem deutschen Sorgenreaktor Nr. 1, fühlt sich durch Oettingers Ausspruch vorverurteilt. Vattenfall sei absolut unschuldig. Menschliches Versagen scheide von vornherein aus, denn der Vattenfallreaktor Krümmel schalte sich immer wieder von selber ab. Jetzt werden zwei als sehr schwer eingestufte Zwischenfälle bei schwedischen Vattenfall Reaktoren vermeldet. Oettinger (CDU) dazu: "Wahlkampfmanöver." Der schleswig-holsteinische Atomteufel Carstensen (CDU) räumt Vattenfall einen "letzten Versuch" ein, Krümmel in den Griff zu bekommen. Wenn es dann wieder nicht klappt, "kümmere ich mich darum" sagte er am Dienstag nach einem Gespräch mit Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka in Kiel. Zuerst nimmt Carstensen zusammen mit Oettinger einen Schluck aus dem Kühlkreislauf, um dessen Harmlosigkeit zu demonstrieren. Dann nehmen sie dem störrischen Kraftwerk die Abschaltsicherung weg. Und wenn es dann immer noch nicht spurt, schicken sie es nach Bulgarien.
Kuhstall mit DSL

060709
Kaum geht der Bauer online, weil er Melkrate und Silo checkt, klatscht ihm eine fette Meldung auf dem Bildschirm, dass es spritzt: "Michelle Obama schwanger?" Oh du lieber Gott. Wenn es das ist, was das Volk da draussen interessiert, kann die Krise so schlimm nicht sein - Hoppla! Jetzt bin ich ausgerutscht, wollte sagen: kann die Krise nicht so schlimm sein. "So schlimm nicht sein" - das kommt davon, wenn man abends zu lange in die ZEIT geschaut hat. Was interessieren sich die Leute für die Schleimhautaktivitäten von fremden Menschen? Es ist so unglaublich öde. Man drechselt verwegene Stallbelegungsraten immer hart am Milchpreis entlang und die da draussen wollen bloss wissen, ob andere Leute nicht verhütet haben. Aber eins kann jeder echte Bauer jetzt schon sagen: wenns ein Junge wird, nennen sie ihn nicht Barrack, sondern Whitehouse Obama. Und wenns ein Mädchen wird, auch.  
 
Süddeutsche Landzeitung

050709
Man soll offen sein für Neues, tolerant gegenüber dem Fremden und auch mal
alte Gewohnheiten beiseite legen. Deswegen legt der Landmann heute die
Bauernzeitung weg und greift vorurteilsfrei zur Süddeutschen Zeitung, dem
Intellektuellenblatt für Bayern - auch wenn das nach einem Widerspruch
klingt.
Unter "Wissen" schreibt in der SZ heute der Frankfurter Chirurg Bernd
Hontschik: "Ärztliche Kunst besteht aber darin, die Bedeutungserteilung zu
kennen und zu nutzen - alles andere kann auch ein Handwerker." Das klingt
ein wenig herablassend. Wenn so ein Handwerker einer defekten Dichtung die
Bedeutung erteilt, die ihr zusteht, kann das dem Chrirug einen
Mordswasserschaden ersparen. Und wenn man bedenkt, wie viele ehrliche
Handwerker heutzutage auf die Frage nach ihrer Ausbildung unter anderem ein
abgeschlossenes Medizinstudium angeben, kann man den nächsten Bypass ganz
beruhigt seinem Handwerker anvertrauen. Dann spart man auch noch die zehn
Euro Praxistrinkgeld.
Eins, zwei, drei, vier ganze Seiten in der SZ von heute nur für eine einzige
Werbung! Und noch dazu fast alles gezeichnet und gemalt: man sieht einen
riesigen Kopf. Im Kopf bilden die Worte: "Fernsehen macht dumm" das Gehirn.
In den Kopf hinein ragt ein Radiergummi, auf dem steht: "Muss das so sein?"
Da sagt ja jeder nein, denn wenn der Radiergummi erstmal loslegt, ist das
kaputte Hirn ganz weg. Dann kann man gefahrlos die zweite Seite der
Riesenwerbung anschauen. "Fernsehen ist Zeitverschwendung." Wenn solche
Standardweisheiten so holzschnittartig daherkommen, dann sollen sie wohl als
hinterfragbar gelten und eigentlich schon widerlegt worden sein. OK, nächste
Seite. Geht ja schnell heute. Buchstaben, fast wie aus dem Erpresserbrief
geschnitten: "Wir lieben Essen, wir lieben Tiere, wir lieben Autos. Warum
nicht Fernsehen?" Wohl deswegen, weil das Fernsehen genauso rotzdumm
behauptet, was wir lieben sollen. Wir lieben nämlich nur das Essen, das uns
schmeckt und die gehwegverscheissenden Beiss-und Bellviecher lieben
artgerecht denkende Nichthundehalter als Stadtbewohner erst dann, wenn ein
Krawattenproll mit seinem geliebten Geländebus drübergerauscht ist. Letzte
Seite: Die Umrisszeichnung eines Verkehrsunfalls mit Personenschaden ist
blöde lächelnd auferstanden. Der Zombie hat nur noch einen Augapfel, der nur
mit dem allerdings brustfüllenden Herzen verbunden ist. Das ist absolut
logisch, das Hirn wurde ja vorhin wegradiert. Ganz unten stehen jetzt echte
Druckbuchstaben, die vom Fernsehen schwallen. Lesen braucht man das nicht
mehr, das Hirn ist ja eh schon beim Teufel. Wer glaubt, dass Fernsehen dumm
macht, kennt die Möglichkeiten einer Zeitung nicht.
Her mit dem Bauernblatt.

Gefühlte Sicherheit auf dem Land

040709

Das Leben auf dem Land fühlt sich freier an, weil der Überwachungscharakter fehlt. Es gibt weniger Möglichkeiten, unauffällig Kameras zu positionieren. Trotzdem scheint die gefühlte Sicherheit auf dem Land höher zu sein als in der Stadt, sogar in der Weltstadt mit Herz. Schon wieder haben in München junge Migrazis einen älteren Passanten zusammengetreten und schwer verletzt. Was macht den Reiz dieser Stadt aus? Sind es die vielen Kameras? Glauben die jungen Leute, sie kommen ins Fernsehen? Vielleicht denken die, da hockt irgendwo der Dieter Bohlen und guckt zu für Deutschland sucht den Superdepp. Oder fühlen sie sich durch die vielgerühmte Sicherheit Münchens herausgefordert und wollen Sicherheitslücken aufzeigen?

Agrikulturerben

270609
Der Seniorbauer vererbt seine Kulturen dem ältesten Sohn, das ist einfach. Für die Kulturen der Welt sorgt das Weltkulturerbekomitee. Das ist schwieriger. Das vorgestern freigewordene Weltkulturerbe hat nicht lange warten müssen. Kaum hat das Weltkulturerbekomitee die Stadt Dresden wegen Brückenbauens kulturell enterbt, wird jetzt das Wattenmeer Kulturerbe. Die Weltkultur ist nicht in der Lage, das Vollpumpen der Atmosphäre mit Kohlendioxid zu stoppen. Dafür vererbt sie jetzt schon die kulturellen Hinterlassenschaften. Man fragt sich nur: wem. Wenn der Meeresspiegel weiter steigt, wird das Wattenmeer den Schwerpunkt vom Watt aufs Meer verlegen. Dann wird wieder ein Kulturerbe frei. Wer kriegts? Die Zugspitze?
Kartoffelprofiler

250609

Phantomzeichner Zeller erstellt ein Profil zur Kartoffelfahndung.   www.darvins-illustrierte.de

Eigene Quelle an erster Stelle

250609

Wenn ein Bauer heutzutage glaubt, ohne Computer auszukommen, wird er bestenfalls belächelt. Das Internet gilt als Heilsquelle, ganz Pfiffige glauben sogar, es mache den Weltfrieden möglich. Da fragt sich der computerisierte Landwirt, warum der Staat jetzt für Quelle mit -zig Millionen bürgen soll, bloss damit der Quellekatalog gedruckt und ausgeliefert werden kann. Die könnten doch den Quellekatalog den Leuten per Mail schicken zum selber ausdrucken.

Bauernsterben an der Donau

170609
Ein Bauer namens Rupp wurde laut Geständnis seiner eigenen Familie von dieser im Jahr 2001 ermordet, zerstückelt und den Hunden zum Frass vorgeworfen. Die Familienmitglieder haben die achteinhalb Jahre wegen gemeinschaftlichen Totschlags bald abgesessen. Jetzt hat man seine Leiche frei von Spuren äusserer Gewalt aus der Donau gezogen. Der Chefermittler von Ingolstadt zeigte sich völlig überrascht, glaubt aber nicht an eine Wiederaufnahme des Falles, schliesslich lägen ja komplette Geständnisse vor, die noch dazu ohne verfälschenden anwaltlichen Beistand und ohne Protokoll der Vorgespräche zustande gekommen waren. Bei solchen Vorgesprächen wird die Wahrheit von Fachkräften vorsondiert, Protokolle hindern den zügigen Ablauf und lähmen die Kreativität der Ermittler. Auch die Abwesenheit von Spuren am Tatort ist eine Ohrfeige ins Gesicht des modernen, hochentwickelten forensischen Aufklärungsapparates und muss durch den Einsatz instinktsicherer und durch langjährige Erfahrung erprobter Techniken der psychologischen Erkenntnisgewinnung ausgeglichen werden.
Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Körper des Bauern Rupp um einen genetischen Fingerabdruck, der böswillig vom Tatort verschleppt wurde. Die nächste Frage dabei ist: wenn das also nicht der Bauer Rupp war - wen haben die Hunde wirklich gefressen?
Kleinkunst macht auch Mist!

160609

Agrarzeichner Bernd Zeller zeigt uns eine trendige berufliche Facette für den Landwirt. www.darvins-illustrierte.de

Schafsprinzip

100609
 
Der Bauer lebt mit Redensarten. Es sind die Rituale der Sprache. Viehzüchter fürchten redensartig den Wolf, dessen Haarkleid dem Mitglied einer seiner Opfergattungen entlehnt wurde, um das Aufsichtspersonal der Schafherde in Sicherheit zu wiegen. Haare sind per Redensart im Unterbewusstsein des Wählerkollektivs verankert, das wissen auch Politiker.
Der Steinmeier ist früher kaum aufgefallen. Er hat wenig gesprochen, eigentlich ganz nett gewirkt, aber wenn er heute vor das Mikrofon tritt und etwas sagt, schaut man erst einmal an ihm vorbei: hockt da an der Seite oder hinten irgendwo der alte Schröder? Steinmeier hört sich von Mal zu Mal mehr so an, als würde er von Schröder synchronisiert. Oder wurde Schröder von Steinmeier synchronisiert?
Aber diese schröderkomplementärfarbenen Haare!  Sind die echt weiss? In der Politik hat alles eine Absicht. Ist das vielleicht das geheime Konzept der SPD: Steinmeier soll Stimmen fangen als der "Knut der SPD"?
Mittelalter auf dem Acker

080609

Kein Geld für die Milch? Dann macht der Bauer sein Feld eben zum Mittelalter-Event. Mittelaltermärkte sind heutzutage allerdings nur deshalb möglich, weil der Strom für die Mittelalterband hintenrum vom Kernkraftwerk kommt.
Altenteil

070609

 

Wenn der Seniorbauer über die Felder blickt, wo nix gescheites wächst, weil wegen der billigen Milch keiner was schafft und deshalb Plakatwände aufgestellt werden gegen Gebühr und dort auch noch das Alter als solches durch den allegorischen Selbstabbau durchlinst, ja durchzielt, aber schon sowas von bedeutungsschwer durchvisiert - dann wird er melancholisch. Das ist das Alter. (Gleich kommen übrigens Radfahrer, die hinters Plakat kotzen, s. 210509)

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